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Einleitung:
Echtzeittaktik-Spiele
kommen aktuell sehr stark wieder auf. So verwundert es auch nicht, dass vom
deutschen Hersteller Spellbound über Wanadoo ebenfalls ein neues Spiel aus
diesem Genre auf den Markt kommt. Es handelt sich hierbei um das Spiel
Chicago 1930, dass nun den anderen Spielen aus dem Genre das fürchten lehren
will. Wir konnten jetzt die fertige PC-Version testen. Ob sich das Spiel
lohnt erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Der Spieler wird in dem Spiel in die Stadt Chicago der 30 er Jahre gebracht,
wo düstere Machenschaften, Straßenschlachten und das Alkoholverbot
grassieren. In der Zeit der Prohibition soll nun der Spieler auf Seiten des
Gesetzes für Gerechtigkeit sorgen oder als Gangster die Stadt unsicher
machen. Dabei spielt Ihr zum Teil historische Ereignisse wie das
Valentinstag-Massaker von 1929 nach. Der Spieler kann sich in zwei
unterschiedlichen Kampagnen auslassen. Entweder als Mitglied einer
Mafia-Bande oder als Polizist. Auf einer Hauptkarte darf nun entscheiden
werden welchen Einsatz wir als nächsten bestreiten wollen. Vor jeder Mission
darf eine Mannschaft zusammengestellt werden. Kleine Informationen und
Wertungen informieren uns über die Fähigkeiten der Leute. Nach dem
obligatorischen Ausrüsten geht es in die nächste Mission. Diese sind in
unterschiedliche Stadtteile aufgeteilt die wir nun unter unsere Kontrolle
bringen müssen.
Wir starten meistens mit fünf Leuten in eine Mission. Diese haben alle
unterschiedliche Fähigkeiten. Trotzdem sind sie nicht nur auf diese
beschränkt, so dass alle Teammitglieder vielseitig einsetzbar sind. So
agieren wir nun mit diesen Leuten vorsichtig in den einzelnen Missionen.
Hier werden die eigenen Figuren entweder einzeln oder als Gruppe gelenkt.
Der Spieler sollte ziemlich leise und vorsichtig vorgehen, da die Gegner
nicht gerade zimperlich mit uns umgehen. Wir müssen uns aber nicht nur mit
den Feinden beschäftigen, denn wir haben noch mehr in den einzelnen
Missionen zu tun. So sollen zum Beispiel Tresore genauso geknackt, wie
Schlüssel für Türen gefunden werden. Egal wie wir vorgehen, es dürfen
möglichst keine Zeugen anwesend sein. Falls Euch doch mal einer sieht dürft
Ihr ihn bestechen oder ebenfalls umlegen - damit er keine Aussage machen
kann.
Besonders witzig sind die beiden unterschiedlichen Kampagnen. Als Mitglied
der Mafia dürfen wir morden, rauben und entführen was uns unter die Augen
kommt. Hingegen als Polizist sind wir irgendwie an das Gesetz gebunden, was
uns daher in den gewalttätigen Handlungen einschränkt. Als guter Polizist
sollen wir daher auch nur schießen, wenn wir in Not geraten. Der Schwerpunkt
liegt hierbei auch mehr auf Adventure-Elemente. In der ersten Mission müssen
wir zum Beispiel einen Mord aufklären. Dazu gehören dann Vernehmungen von
Verdächtigen und das Durchsuchen der Räumlichkeiten. Allerdings läuft dieses
sehr gradlinig ab. Erst wenn wir eine bestimmte Person befragt haben dürfen
wir mit dem nächsten Verdächtigen sprechen oder ein Gegenstand finden. Es
macht zwar Spaß so als Polizist zu agieren aber ein wenig mehr Freiheit
hätte man sich schon gewünscht. Hat man dann alle Beweise zusammen darf man
Verdächtige festnehmen. Trifft der Spieler auf Gangster so beginnt aber auch
hier eine wilde Schießerei.
Egal welche Seite wir Spielen, die Handhabung ist oftmals das gleiche. Wir
lenken unsere Figuren alleine oder als Gruppe zu bestimmten Punkten hin -
die wir frei mit der Mouse anklicken dürfen. Orte wo wir nicht hingehen
können werden sofort abgeblockt. Dabei ist der Bewegungsfreiraum nicht nur
auf den Fußboden beschränkt, denn auch Fassadenklettereien dürfen von
unseren Akteuren durchgeführt werden. Hinzu kommt das verwenden von diversen
Gegenständen. Das fängt bei den Waffen wie Pistolen, Schrotflinte oder
Maschinengewehr an. Hinzu kommen aber auch andere wichtige Items wie
Medizin, Seite, Schlagring, Baseballschläger oder Handschellen. Diese
befinden sich in den jeweiligen Inventars unserer spielbaren Figuren.
Allerdings ist der Platz hier eingeschränkt. Mehr als die verfügbaren Plätze
dürfen nicht belegt werden. Will man einen Gegenstand verwenden wird einfach
darauf geklickt und schon darf die Spielfigur diesen benutzen. Wird ein
Gegner erledigt so kann man ihn untersuchen. Hat er Items bei sich dürfen
diese auch von uns aufgenommen werden. So erhält man auch wichtige Munition
für seine Waffen.
Technik:
Optisch wird eine nette 2D Grafik geboten. Alle Level wurden sehr
detailreich ausgestattet. Das bezieht sich auf Innenräume wie auf
Außenbereiche. Hinzu kommen diverse Personen die auch Zivilisten beinhalten.
Diese stehen aber oftmals nur dumm in der Gegend herum. Allerdings hängt es
auch davon ab wie wir einen Raum betreten. Kommen wir mit einer gezogenen
Waffe rein brechen Zivilpersonen oftmals in Panik aus. Gegner sind da schon
anders. Diese kommen direkt auf uns zu gestürmt und versuchen uns zu killen
oder KO zu schlagen. Werden wir zum Beispiel angeschossen, so dürfen wir uns
mit Medipacks heilen. Gehen wir dagegen KO hilft nur eins - warten. Nach
einer bestimmten Zeit steht die Figur wieder auf. Um diese Zeit zu verkürzen
darf der Spieler eine andere Figur mit einem Medipack einsetzen. Diese kann
dann die bewusstlose Figur heilen.
Die Stimmungen von Spielfiguren werden dann noch durch kleine Symbole
ausgedrückt. So können wir schon frühzeitig erkennen, ob sich eine Person
feindlich oder freundlich verhalten wird. Die Animationen sind ganz nett
gemacht, auch wenn sie natürlich nicht realistisch wirken. Der Sound trägt
neben der Grafik ebenfalls sehr gut zu der Mafia-Atmosphäre bei. Neben guten
deutschen Synchronstimmen wird auch eine passende 30 er Jahre Musik
eingespielt. Leider wird der Spieler die Stimmen nicht immer zu hören
kriegen. Restliche Informationen werden dann durch Texte eingeblendet. Ab
und zu sehen wir dann noch ein nettes Video - was allerdings zu selten
geschieht.
Gut gefallen kann auch die Slow-Motion-Funktion. Aktiviert man diese so
läuft das Geschehen in Zeitlupe ab. Hinzu kommt ein Effekt, so dass es
aussieht wie ein alter Film. Neben dieser optischen Aufpäppelung macht diese
Funktion aber auch Sinn, denn der Spieler hat nun mehr Zeit um seine
Aktionen auszuführen. So ist das Spiel dann auch für Genreanfänger
zugänglich, da sie mit diesem Effekt weniger Probleme bekommen werden wie in
anderen Spielen. Trotzdem ist der Schwierigkeitsgrad hoch genug, so dass
auch Profis lange Freude haben werden. Ebenso Positiv fällt die Steuerung
auf. Diese ist sehr leicht erlernt und so kann man schon nach wenigen
Minuten alle Aktionen sicher ausführen. Auch das Inventar der einzelnen
Akteure wurde wunderbar am Seitenrand angebracht. Der Spieler kann damit
sehr schnell alle Gegenstände anwählen.
Fazit:
Das Spiel macht sehr viel Spaß auch wenn nicht alles perfekt ist. Vor allem
kann man bemängeln, dass die KI der Gegner nicht gerade atemberaubend ist.
Personen die keinen wirklich großen Schwierigkeitsgrad mögen werden dieses
aber sicherlich begrüßen. Wem es dann immer noch zu schwer ist darf
zusätzlich eine Quicksave-Quickload Funktion nutzen. Wirklich neues werdet
Ihr in dem Spiel nicht zu sehen bekommen Trotzdem kann Chicago 1930
insgesamt überzeugen. Vor allem die beiden komplett unterschiedlichen
Kampagnen tragen dazu bei. Interessant sind auch die RPG-Elemente. So können
die Figuren in den Bereichen Schießen, Nahkampf, Erste Hilfe, Charisma und
Werfen aufgebaut werden. Da dann auch noch die Missionen stimmen wird für
das komplette Spiel genügend Motivation geboten. Das liegt auch daran, dass
das Ambiente stimm. Nette Optik und viele Details in der Grafik bereichern
das Spiel genauso wie der gute Sound. Der Einstieg ist ebenfalls sehr
einfach, da die Steuerung und die gut angeordneten Menüs kaum Wünsche offen
lassen. Wer Spiele wie Desperados oder Robin Hood von Spellbound mochte wird
sich sofort bei Chicago 1930 wohl fühlen. So können wir das Spiel auch ohne
Probleme zum Kauf empfehlen.
Features:
- nonlineare Kampagnen mit je 10 Missionen für jede Seite
- Figuren haben fünf verschiedene RPG-Elemente: Schießen, Nahkampf, erste
Hilfe, Charisma und Werfen
- Slow-Motion-Modus sorgt in hektischen Momenten für Ruhe
- 30er Jahre Flair
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