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Einleitung:
Mit Brigade E5: New Jagged
Union kommt der inoffizielle Nachfolger der Kultserie Jagged Alliance auf
den deutschen Markt. Mit einem Mix aus rundenbasierter und
Echtzeit-Strategie schicken der russische Entwickler Apeiron und Shaun Lyng,
Designer und Script-Schreiber der Jagged Alliance-Serie, Strategiefans in
gnadenlose Gefechte. Wir konnten uns das Strategiespiel jetzt genauer
ansehen. Ob sich Genrefans auf dieses Spiel freuen können, erfahrt Ihr in
unserem Review.
Zum Spiel:
Wie bei solchen Spielen üblich, werden wir nicht grundlos in den Kampf
geschickt. Wir befinden uns in dem südamerikanischen Land Palinero.
Liebliche Landschaften suggerieren Frieden, doch der Eindruck täuscht
immens: Das Land liegt im Randgebiet eines gnadenlosen Bürgerkriegs. Es
herrscht Ausnahmezustand und der Spieler muss sich entscheiden, für welche
Seite er kämpfen will: Für den korrupten Diktator und seine Schergen, für
den Widerstand oder für seine eigenen Ziele im Kampf um Macht und Geld.
Bevor wir aber ins das Kampfgeschehen eingreifen, wollen wir erst einmal
ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde,
erscheint das Hauptmenü. Dieses besteht aus zwei attrappenartigen
Zielscheiben. Auf der linken ist eine Liste mit den Menüpunkten Laden,
Speichern und Fortfahren. Wie gewohnt kann man unter Speichern einen
bestehenden Spielstand sichern, unter Laden einen Spielstand aktivieren und
unter Fortfahren ein aktuell unterbrochenes Spiel weiterspielen. Außerdem
können wir in diesem Bereich ein neues Spiel starten. Bevor wir das machen,
schauen wir uns aber noch die rechte Seite an. Auf der zweiten Attrappe
finden wir bestimmte Sequenzen und Ansichten, z.B. das Intro, die
Ruhmeshalle (zeigt die besten Ergebnisse der vergangenen Spiele an) und die
Credits. Außerdem gelangen wir dort auch in die Einstellungen, wo der
Spieler die spielrelevanten Optionen verändern darf. Am Anfang bleibt uns
natürlich nichts anderes übrig, wie ein neues Spiel zu starten. Nachdem wir
auf den gleichnamigen Menüpunkt geklickt haben, erscheint ein Untermenü mit
den Punkten Tutorial, Kampagne und Mehrspieler. Am Anfang sollte jeder erst
einmal das Tutorial durchspielen. Hier werden uns das Spiel und die
Steuerung in kleinen Schritten beigebracht. Wer lieber mit anderen
menschlichen Spielern ein Spiel wagen möchte, kann dieses unter dem
Menüpunkt Mehrspieler machen. Hier sind Spiele via Internet möglich. Das
eigentliche Singleplayer-Spiel finden wir dann unter Kampagne. Nachdem wir
diesen Punkt angeklickt haben, muss der Schwierigkeitsgrad bestimmt werden.
Gleich drei stehen hier zur Auswahl. Anschließend suchen wir eine Spielfigur
aus. Natürlich hat jeder Charakter andere Vor- aber auch Nachteile. Steht
unsere Spielfigur fest, werden wir dazu angehalten, der Hauptfigur unseres
Spiels eine genau definierte Geschichte und ein Profil zuzuschreiben, indem
wir einen detaillierten Fragebogen ausfüllen. Nachdem wir uns dann für eine
Fraktion entschieden haben, beginnt endlich das eigentliche Spiel.
Grundlegend ist das Spielprinzip recht einfach. Auf einer Übersichtskarte
bewegen wir unsere Truppen über die Landschaft. Erreichen wir einen Sektor
wie z.B. eine Stadt oder werden unsere Leute von jemand angegriffen,
wechselt die Ansicht zu einer 3D-Darstellung. Hier darf der Spieler die
Kamera frei drehen und zoomen. In einer Ortschaft kann man in den ansässigen
Waffengeschäften einkaufen oder sein Zubehör in einer Bank verstauen.
Natürlich treffen wir auch auf diverse CPU-Figuren, mit denen wir reden
können. Von ihnen erhalten wir dann unsere Aufträge. Diese reichen von
Sabotageakten bis hin zu Botengängen. Für unsere Dienste erhalten wir dann
wichtige Belohnungen und Vorteile. Allerdings muss der Spieler ein wenig
drauf achten, welcher Gruppierung er vertraut, denn die anderen Fraktionen
werden von unseren Entscheidungen beeinflusst. Etwas schade bei der Sache
ist allerdings, dass die Auftragsbeschreibungen nicht eindeutig sind. Oft
merken wir, dass uns irgendetwas fehlt und dass wir bis jetzt alles umsonst
gemacht haben. Egal wie wir nun handeln, es folgt anschließend immer ein
Gefecht. Am Anfang agieren wir noch alleine durch die Levels. Im späteren
Spielverlauf dürfen wir einige Mitstreiter anheuern. Unsere Truppe lernt mit
der Zeit auch dazu und so können wir später anspruchsvollere Aufträge
bewältigen. Je schwieriger die Aufgaben sind, desto mehr Gegner treffen wir,
die natürlich auch besser bewaffnet sind. Zum Glück können wir mit unserem
verdienten Geld ebenfalls neue Ausrüstungen erwerben. Später ist dann sogar
ein Fahrzeug drin, womit wir schnell herumfahren können. Außerdem fasst ein
Fahrzeug mehr Ausrüstungen, was unser Leben um einiges erleichtert. Wie
immer kostet alles in dem Spiel Geld. Dieses erhalten wir durch absolvierte
Missionen. Außerdem finden wir während eines Auftrags viele Objekte, die wir
ebenfalls behalten können. Sind die Waffen zu gebrauchen, werden sie schnell
ausgerüstet. Der Rest wird beim nächsten Händler verkauft. Frisch
ausgerüstet kann es dann wieder in den Kampf gehen.
Diese Kämpfe laufen recht einfach ab. Trifft der Akteur auf einen Gegner,
wird das Spiel automatisch gestoppt. Nun agieren wir nicht mehr in Echtzeit
durch die Levels, sondern das Spiel läuft rundenweise ab. Jede Aktion kostet
Zeit und so muss der Spieler gut überlegen welche Bewegung oder Handlung er
ausführen möchte. Dabei wurde auf alles geachtet. Unsere Figuren können
verschiedene Positionen einnehmen, sich bewegen und auf Gegner schießen. Ein
Sichtfeld und eine Anzeige für das Zielen zeigen stets gut an, ob ein Gegner
in Reichweite ist. Habe wir eine Aktion ausgesucht, kann es weiter gehen.
Sobald neue Feinde auftauchen pausiert das Spiel erneut. Wir haben also
immer genügend Zeit um uns auf die neue Situation einzustellen. Leider sehen
wir bei den Kämpfen auch schnell, dass einiges schief gelaufen ist. Das
beste Beispiel ist die Wegfindung. So laufen unsere Jungs unnötige Wege, was
wertvolle Zeit kostet. Der Hersteller hat natürlich an ein reichhaltiges
Waffenarsenal gedacht. Über 130 Modelle stehen zur Auswahl. Dabei werden wir
mit Pistolen genauso auf Gegnerjagd gehen, wie mit Gewehren, Raketenwerfern
oder Granaten. Daneben kann man die Waffen auch verbessern. Von der
Laserzielvorrichtung über Schalldämpfer bis hin zu diversen
Munitionsvarianten ist alles vorhanden. Obligatorische Minen und
Sprengfallen dürfen ebenso wenig fehlen. Hierdurch ergeben sich viele
Varianten für unsere Vorgehensweise. Selbstverständlich basiert das Spiel
nicht nur auf dem Prinzip des lauten Tötens. Auch leise kann man einen
Gegner niederstrecken. Dank Tarnutensilien kann unsere Spielfigur sich leise
an einen gegnerischen Soldaten heranschleichen. Eine Anzeige gibt außerdem
Aufschluss darüber, wie gut wir aktuell getarnt sind. Allerdings müssen wir
darauf hinweisen, dass dieses nicht immer klappt. Oft werden wir von Leuten
nicht gesehen, die fast über uns stolpern. Kurze Zeit später entdeckt uns
dann ein Soldat, der hundert Meter weit weg ist. So agieren wir nun durch
die nett gestalteten Umgebungen, nehmen einen Auftrag nach dem anderen an,
rüsten unsere Truppe immer besser aus und kämpfen gegen eine Vielzahl von
Gegnern.
Technik:
Bei der Technik ist so einiges schief gelaufen. Das fängt schon bei der
Grafik an. Grundsätzlich ist es zwar ganz nett, dass wir in einer 3D-Welt
agieren. Diese besteht allerdings nur aus recht klobigen Objekten und wenigen
Details. Hinzu kommen schwache Texturen und wenige Licht- und
Schatteneffekte. Wirklich gute Effekte werden wir außerdem nur selten zu
sehen bekommen. Alles wurde recht einfach gehalten, was allerdings bei
solchen Spielen öfters vorkommt. Außerdem werden wir mit diversen Rucklern
leben müssen. Diese treten vor allem in Städten auf. Nicht viel besser sehen
die Figuren aus. Alle Spielfiguren wirken sehr kantig und klobig. Außerdem
wurden sie nur einfach animiert und so bewegen sie sich recht hölzern durch
die Levels. An die Kamera muss man sich ebenfalls erst einmal gewöhnen. Man
kann die Ansicht zwar frei drehen und zoomen, doch das wird in einem Gefecht
oft zur Qual. Das liegt vor allem daran, dass sich die Kamera an Objekt
verschiebt. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Neben
kleineren Ingamegeräuschen und einer passenden Musik, werden wir auch eine
deutsche Sprachausgabe zu hören bekommen. Die Sprecher machen ihre Arbeit
allerdings nicht sonderlich gut, da sie oft überzogen Reden. Mit der
Steuerung kommt man recht schnell klar. Einfache und gut sortierte Menüs
erleichtern das Leben und dank eines Einführungsbereichs wird man schnell
mit der Lenkung klar kommen. Der Schwierigkeitsgrad wird für manche ein
wenig zu schwer sein. Vor allem im späteren Spielverlauf werden Anfänger
einige Probleme bekommen. Etwas schade ist auch, dass die KI der Gegner
recht einfach ausgefallen ist. Sie gehen zwar in Deckung oder warten auf
Verstärkungen, allerdings war es das dann auch schon mit den Intelligenten
Handlungen. Ansonsten rennen sie eigentlich immer dort hin, wo geschossen
wird. Hinzu kommt, dass sie sich auch mal selber in die Luft sprengen oder
dass sie solange stehen bleiben, bis sie erschossen werden. Wirklich nervig
ist dann noch die Wegfindung. Viel zu oft laufen unsere Jungs unnötige Wege,
was wertvolle Zeit kostet. Fasst man alles zusammen, so kann das Spiel
technisch nicht wirklich überzeugen. In der heutigen Zeit erwartet man
wirklich mehr von einem Strategiespiel.
Fazit:
Brigade E5: New Jagged Union hätte ein wirklich gutes Spiel werden können.
Gefallen kann vor allen das vielseitige Gameplay. Es macht schon Spaß seine
Truppe aufzubauen, diese auszurüsten und mit den jeweiligen Waffen spezielle
Taktiken zu entwerfen. Schließlich kann man jede Situation anders lösen. Da das Game viele Waffen und
Ausrüstungsgegenstände anbietet, können Strategiefans sich so richtig in dem
Spiel auslassen. Es macht auch tierischen Spaß die Gefechte rundenweise
auszuführen. Allerdings scheitert das interessante Spielprinzip an der Technik. Viel zu
viele Punkte stören das Gameplay. Außerdem wiederholen sich viel zu oft die
Aufträge. Eine wirkliche Vielfalt ist also nicht vorhanden und so macht man
grundlegend immer wieder das gleiche. Leider gibt es auch ein paar Questbugs,
die wirklich ärgerlich sind. Hinzu kommen eine etwas veraltete Grafik und
eine nervige Kamera. Außerdem gibt es einige Probleme mit der KI der
CPU-Figuren und der Wegfindung. Hier hätte der Hersteller einiges besser
machen können. Evtl. werden wir ja noch mit einem Patch beglückt, dass die
gröbsten Probleme beseitigt. Obwohl diverse Kritikpunkte vorhanden sind,
kann man sich mit dem Spiel einige Zeit beschäftigen. Wer also auf taktische
Rundenstrategiespiele steht und komplexe Kampfsysteme bevorzugt, der darf
gerne zuschlagen. Sind Eure Erwartungen - gerade bei der Technik - nicht zu
hoch, werdet Ihr ein paar nette Stunden mit dem Spiel verbringen können.
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