Der bekannte blaue Drache
wird nun durch Ignition Entertainment und Koch Media auf Nintendos Handheld
zu neuem Leben erweckt. Mit Blue Dragon Plus kommt die Fortsetzung des Xbox
360-Titels in Deutschland auf den Markt. Das Spiel steht unter Regie von
Hironobu Sakaguchi, mit Charakteren von Akira Toriyama und einem
hochwertigen Soundtrack von Nobuo Uematsu. Das spricht für ein tolles
Rollenspielerlebnis. Ob die hohen Erwartungen erfüllt wurden und ob sich
eine Anschaffung für Rollenspielfans lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Eine Story darf bei so einem Spiel nicht fehlen. Ein Jahr ist vergangen,
seit Shu und seine Gefährten Nene besiegt haben, das tyrannische
Überbleibsel der Ahnen. Mitten in diesem Kampf teilte sich die Welt. Jetzt
besteht sie aus einer Myriade, die aus ihrem tiefsten Inneren gesprengt
wurde. In einem dieser Würfel steht König Jibral auf dem Balkon von Neo
Jibral Castle und beobachtet die Szenerie vor ihm. Er bemerkt, wie ein
rätselhafter Würfel wild geschüttelt wird, und auf einmal steigt der
Schatten eines Balaur, eines dreiköpfigen Drachen, daraus empor. Der enorme
und finstere Schatten ist nur ein Vorbote des Chaos und der Vernichtung, die
sich schon bald ankündigen werden. Bevor wir zu sehr in die Story
einsteigen, wollen wir lieber ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel
gestartet wurde, erscheint ein Menü. Hier kann man ein neues Spiel starten,
einen bestehenden Spielstand aktivieren oder die Einführung durchlaufen.
Gerade am Anfang bietet sich der zu letzt genannten Punkt an. Hier erfährt
der Spieler alles über die Grundlagen und die Steuerung. Im Anschluss können
wir ein neues Spiel starten. Dieses wird standesgemäß durch ein nettes Intro
stimmungsvoll eingeleitet. Nachdem dann die ersten Dialoge mit den
Charaktervorstellungen über den Bildschirm gelaufen sind, kann das Abenteuer
endlich beginnen. Von diesen Sequenzen und Dialogen werden wir übrigens sehr
viele zu sehen bekommen. Immer wieder unterbricht das Spiel und wirklich
eindrucksvolle Sequenzen laufen über den Bildschirm. Auch bei den Dialogen
hält sich das Spiel nicht zurück. Immer wieder müssen wir minutenlange
Gespräche verfolgen, die über deutsche Texte auf den Bildschirm laufen.
Kommen wir nun zum Gameplay. In Blue Dragon Plus muss der Spieler seine
Missionen mit Hilfe von Militäreinheiten lösen, die aus menschlichen Figuren
und produzierten Mecha-Robots bestehen. Im Verlauf unserer Einsätze kann man
seine Einheiten mit Gegenständen ausrüsten und ihre Zusammenstellung ändern,
um sie stärker zu machen. Zu Beginn der einzelnen Missionen werden die
Bedingungen für Sieg und Niederlage angezeigt. Erfüllen wir die
Siegbedingungen, so ist eine Mission erfolgreich abgeschlossen. Grundlegend
agieren wir auf einer Karte, die es zu erkunden gilt. Dort tauchen dann
immer wieder Gegner auf, die wir mit unserer Truppe besiegen müssen.
Ihr sollt nun eine Einheit mit dem Touchpen markieren und dann eine Stelle
auf dem Bildschirm berühren. Jetzt bewegt sich die Figur dorthin. Wir können
allerdings auch mehrere Einheiten gleichzeitig markieren und ziehen.
Wahlweise über ein Symbol oder durch eine Kreisbewegung mit unserem Stift.
So kann man die Einheiten taktisch klug einsetzen. Sobald die Figuren
einen Gegner erreichen, fangen diese direkt an zu kämpfen. Jede Einheit
verfügt über mehrere Fähigkeiten, die im Kampf eingesetzt werden können.
Grundlegend werden physische Schläge ausgeführt. Hinzu kommen dann noch
heilende und unterstützende Fähigkeiten. Das war noch nicht alles. Besonders
wichtig sind die Schatten. Das sind besonders mächtige Angriffe die durch
unsere Drachenschatten ausgeführt werden. Diese unterteilen sich in diverse
Ausrichtungen. Hier muss der Spieler aufpassen, dass der Angriff auch zum
Gegnertyp passt. Wenn wir unseren Schatten im selben Zeitpunkt einsetzen wie
einer unserer Gegner, kommt es zum Schattenkampf. Mit dem Touchpen sollen
wir nun innerhalb der Zeitvorgabe ein Duell austragen. Gewinnen wir dieses,
so fügen wir der gesamten feindlichen Einheit schweren Schaden zu. Hin und
wieder treffen wir dann auch auf Bossgegner. Diese kann man nur mit der
richtigen Taktik besiegen. So muss z.B. eine Figur im richtigen Zeitpunkt
einen Schalter drücken, damit ein Elektroschlag das Monster verwundbar
macht. Sind die Gegner besiegt, erkunden wir die Umgebung weiter, sammeln
nützliche Sachen auf, bis die nächsten Feinde auftauchen. Schatzkisten gibt
es natürlich auch. Hier findet Ihr nette Extras. Allerdings lässt sich nicht
jeder Kiste sofort öffnen. Manche benötigen auch Schlüssel, die man erst
einmal finden muss. Hin und wieder sammeln unsere Einheiten auch Medaillen
auf, die wir später in Shops verwenden können. Ist eine Mission dann
abgeschlossen, erscheint der Ergebnisbildschirm. Hier werden alle
erfolgreich abgeschlossenen Missionen gezeigt. Die Erfahrung, die alle unsere
bereitgestellten Einheiten gesammelt haben, werden jetzt addiert. Danach steigen
sie evtl. um eine Stufe auf und unsere Werte verbessern sich. Ihr könnt
daneben noch Eure Gruppe organisieren, diese passend ausrüsten, oder die
Fähigkeiten einrichten. Passende Schatten dürfen wir später natürlich auch
noch den Einheiten zuteilen. Genretypisch kann man sich außerdem in Shops auslassen
oder in der Mecha-Fabrik eigene Mecha-Robos erstellen. Hier dürft Ihr
Mitstreiter ganz nach Euren Vorstellungen generieren. Das ganze wir dann
durch die nette Story zusammengehalten, die immer wieder mit guten Filmen
vorangetrieben wird.
Technik:
Die graphische Seite ist gut, mehr aber auch nicht. Leider werden wir viele
recht karge Levels zu sehen bekommen, die wenige Details beinhalten. Auch
die etwas klein geratenen Figuren sind nicht wirklich ein Augenschmaus.
Zumindest werden wir durch viele Effekte anständig entschädigt. Vor allem
bei den Kämpfen wird teilweise ein Grafikfeuerwerk abgefeuert. Nett ist
auch, dass wir die Kamera frei drehen können. So dürfen wir das Spektakel
aus jeder Richtung betrachten. Wirklich phantastisch ist dann die
Präsentation. Immer wieder werden erstklassige Filme eingespielt, die einen
fast vor dem Bildschirm zerfließen lassen. Der Sound hat uns auch gut
gefallen. Eine stimmungsvolle Musik ist genauso vorhanden, wie viele passend
eingespielte Ingamegeräusche. Die Steuerung ist leider ein zweischneidiges
Schwert. Grundlegend kann man alles wunderbar mit dem Touchpen machen.
Allerdings kommt es immer wieder vor, dass man Gegner nicht richtig
anvisieren kann. Auch manche Steuerungsart mit den Schaltflächen hätte man
eleganter lösen können. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an diese Art der
Lenkung und dem Spielspaß steht dann nichts mehr im Wege. Auch wenn es
kleine Kritikpunkte gibt, kann man grundlegend mit der Technik zufrieden
sein.
Fazit:
Blue Dragon Plus ist ohne Zweifel ein gelungenes Rollenspiel. Die spannende
Story packt einen von der ersten Spielminute an und auch das Gameplay - mit
den schnellen Echtzeitkämpfen - wird selbst nach Stunden nicht langweilig.
Zwar gibt es hier ein paar kleinere Probleme mit der Intelligenz der
Gruppenmitglieder, aber darüber kann man großzügig hinwegsehen. Etwas
schwerer fällt das schon bei der Steuerung, die man klar besser hätte machen
können. Nicht jede Aktion kann präzise ausgeführt werden, was gerade am
Anfang etwas nervt. Zum Glück werden wir durch eine sehr eindrucksvolle
Präsentation, tollen Musikstücken und einem guten Gameplay ausreichend
entschädigt. Wer also ansatzweise Rollenspiele mag, der darf ohne Bedenken
bei diesem Spiel zuschlagen. Blue Dragon Plus kann einen lange an
Nintendos-Handheld binden. Uns hat das Spiel wirklich gut gefallen und daher
können wir eine klare Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
- Bis zu 16 Menschen und Mechs im Kampf gegen Feindhorden
- Kampagne mit über 30 Stunden Spielzeit
- Aufregende Echtzeitkämpfe
- Über eine Stunde spannende Zwischensequenzen im Dual-Screen