Mit Bladestorm: Der
Hundertjährige Krieg bringt THQ ein neues Action-Strategiespiel auf den
deutschen Markt. Entwickelt wurde das Game von der Softwareschmiede Koei,
die bekannt wurden durch Spielreihen wie der Dynasty Warriors oder Samurai
Warriors-Serie. Diesmal schickt uns der Hersteller nicht nach Japan oder
China, sondern ins europäische Mittelalter, in die Zeit des Hundertjährigen
Krieges. Wir konnten jetzt die fertige Xbox 360-Version ausgiebig testen. Ob
sich das Spiel nicht nur für angehende Söldner lohnt, erfahrt Ihr in unserem
Review.
Zum Spiel:
Bladestorm: Der Hundertjährige Krieg schickt uns ins 14. Jahrhundert. Zu
dieser Zeit eskaliert eine Auseinandersetzung um die Französische
Thronfolge. Der fortwährende Kriegszustand erschöpfte die Armeen beider
Seiten so sehr, dass man zunehmend von Söldnern abhängig war. Wir schlüpfen
in dem Spiel in die Rolle eines Söldnerführers, der wahlweise für die
Franzosen oder Engländer kämpft. Bevor wir allerdings das Schlachtfeld
betreten, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Das ganze wird
nach dem Spielstart durch ein wirklich gut gemachtes Intro stimmungsvoll
eingeleitet. Im Anschluss könnt Ihr ein neues Spiel starten, einen
bestehenden Spielstand laden oder die spielrelevanten Optionen einstellen.
Am Anfang bleibt uns notgedrungen nichts anderes übrig, wie ein neues Spiel
zu starten. Es folgt ein weiterer Film, der mit deutschen Synchronstimmen
die Story passend einleitet. Bevor es wirklich losgeht, muss der Spieler
dann noch eine Spielfigur erstellen. Dazu bestimmen wir das Geschlecht, das
Gesicht und die Stimme. Nachdem wir einen Namen vergeben haben, kann
das Spiel endlich beginnen. Ihr seid nun einer von zahllosen Söldnern, die
im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich kämpfen. Wir
entscheiden vor einer Schlacht, auf welcher Seite wir uns schlagen. Das
bedeutet natürlich auch, dass wir später einem Freund als Gegner
gegenüberstehen können. Unser Rang wie auch unser Sold hängt von unserer
Kampfleistung ab. Es bleibt komplett uns überlassen, ob wir auf der
überlegenen Seite kämpfen und mehr Geld verdienen oder auf der unterlegenen
Seite kämpfen und an Rang gewinnen möchten. Vor einer Schlacht finden wir
uns erst einmal im Wirtshaus wieder. Hier bereitet sich der Spieler auf den
Kampf vor. Ihr könnt Euren aktuellen Status mit Ausrüstung, Bücher (nötig um
Einheiten zu kommandieren) und Warenbestand ansehen, beim Händler
Bekleidung, Fahnen usw. erwerben, Leute rekrutieren, das Spiel speichern
oder mit Leuten reden. Für viele Aktionen benötigt Ihr Geld, das in den
anschließenden Missionen verdient wird. Also schauen wir uns die aktuellen
Verträge an, die neben dem Missionsziel auch die Auftragsseite und den Sold
zeigen. Im Anschluss kann es direkt auf das Schlachtfeld gehen. Zu Beginn
des Spiels durchlaufen wir ein kleines Tutorial, das uns die Steuerung und
das Spielprinzip näher bringt. Wer jetzt denkt, dass dieses Game genauso
abläuft wie die Dynasty Warriors oder Samurai Warriors-Reihe, der irrt sich
gewaltig. Ihr müsst jetzt nicht mehr permanent auf die Aktionstaste drücken,
um Gegnermassen mit diversen Kombos vom Schlachtfeld zu fegen. Vielmehr ist
es unsere Aufgabe, die verschiedenen Einheiten passend einzusetzen.
Das ist auch dringend notwenig, denn die Kämpfe laufen nach dem bekannten
Papier-Schere-Stein-Prinzip ab. Das heißt bestimmte Einheiten wie z.B.
Reiter sind stark gegen normale Soldaten. Allerdings sind sie schwach gegen
Pikeniere, die wiederum den Fußsoldaten unterlegen sind. Ihr müsst also
ständig drauf achten, dass die richtigen Einheiten auf dem Schlachtfeld zum
Einsatz kommen. Diese müssen dann noch passend koordiniert werden. Es liegt
in unserer Hand, wohin sich die Einheiten bewegen und welche Attacken sie
ausführen. Allerdings können wir nicht wahllos mit den Einheiten drauf
dreschen. Ist eine Handlung ausgeführt, läuft eine Zeitleiste ab. Erst wenn
diese gefüllt ist, darf die gleiche Aktion noch einmal ausgeführt werden.
Hinzu kommt, dass der Spieler im Kampf noch zwischen den Einheiten wechselt.
Wir sind also mal als Schwertreiter unterwegs und kurze Zeit später mit
unseren Bogenschützen. Allerdings sind wir nicht nur der kleine Stratege am
Schlachtfeldrand. Mit unseren Waffen nehmen wir dann auch am Geschehen teil
und erledigen die einen oder anderen Widersacher. Allerdings sollten wir uns
nie auf eigener Faust an einen Gegner heranwagen. Einer wirklichen Übermacht
sind wir einfach nicht gewachsen und so kommen wir nur mit unseren
verbündeten Einheiten weiter. Das gilt jetzt nicht nur für gegnerische
Truppen, sondern auch für deren Anführer, die besonders stark sind. Also
setzen wir unsere Einheiten taktisch klug ein und variieren mit unseren
Angriffen. Schon hat die Gegenseite nichts mehr zu melden. Damit wir auf dem
Kriegsschauplatz die Orientierung nicht verlieren, gönnt man uns eine
übersichtliche Karte, die alles sehr gut aufzeigt. Haben wir dann noch
Rekruten im Wirtshaus angeheuert, so kann man diese in einem Kampf zu jeder
Zeit kommen lassen. Wir kämpfen übrigens an vielen unterschiedlichen Orten.
Wälder sind genauso vorhanden, wie Wiesenlandschaften und selbst an Burgen
hat der Hersteller gedacht. Hier ist selbstverständlich eine etwas andere
Vorgehensweise angesagt, wie auf einem freien Schlachtfeld. Nett ist auch,
dass wir gegnerische Stellungen einnehmen dürfen. Die Einheiten selber
gewinnen dann noch an Erfahrung und werden so immer durchschlagskräftiger.
Man sollte also zusehen, dass man erfahrene Truppen nicht grundlos verheizt.
Ist dann ein Missionsziel erfüllt und eine Schlacht geschlagen, ändert sich
der Grenzverlauf auf der Gesamtübersichtskarte.
Außerdem gönnt man uns eine nette Statistik, die den Schlachtverlauf noch
einmal wiedergibt. Jetzt erhalten wir Geld, Kampfpunkte und Gegenstände, je
nachdem wie gut wir waren. Im Anschluss kaufen wir mit dem verdienten Geld
nützliche Gegenstände und nehmen den nächsten Auftrag an.
Technik:
Mit der Technik kann man grundlegend zufrieden sein. Zum einen werden wir übersichtliche und selbsterklärende Menüs
erblicken, in denen man sich gut zurecht findet. Auf dem Schlachtfeld
erblickt der Spieler dann weite Landschaften, die leider etwas matschige
Texturen beinhalten. Allerdings werden wir durch viele sichtbare Einheiten, einen
imposanten Kampfverlauf und diverse Details wie Bäume oder Gebäude anständig
entschädigt. Hinzu kommen aufwendig modellierte Figuren, die sich recht
ansehnlich über den Bildschirm bewegen. An viele unterschiedliche Effekte
hat der Hersteller auch gedacht und so entsteht insgesamt ein nettes
Ambiente. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Zum einen werden
passende Ingamegeräusche eingespielt. Diese klingen genauso gut, wie die
Kampfgeräusche. Außerdem gönnt man uns deutsche Synchronsprecher, die den
Charakteren Leben einhauchen. Eine nette und vor allem stimmungsvolle Musik
gibt es dann auch noch. Das ganze wird durch gut inszenierte Filme
abgerundet. Mit der Steuerung kommt man schnell klar. Ein anfängliches Tutorial erklärt uns die Lenkung sehr genau und durch praktische Übungen
geht die Steuerung schnell ins Blut über. Die Kamera hat ebenfalls alles gut im
Blick. Ihr dürft diese frei drehen und somit ist jeder selber für eine
optimalen Blickwinkel zuständig. Einzig, wenn es auf dem Schlachtfeld
hektisch zugeht, kann es schon mal ein wenig chaotisch werden. Die KI der
Gegner ist genretypisch mager. Meistens stürmen sie einfach auf uns zu.
Zumindest gehorchen eigene Einheiten auf unsere Anweisungen und so
bricht nur selten das Chaos aus. Fasst man nun alles zusammen, so ist die
technische Seite ganz ordentlich.
Fazit:
Bladestorm: Der Hundertjährige Krieg ist ein nettes Action-Strategiespiel,
das endlich vom gewohnten Gameplay der Warriors-Serien abweicht. Endlich
gibt es ein anderes Szenario, das vor allem Europäer sehr gut anspricht.
Zwar ist nicht alles historisch genau, dennoch wird man durch die vorhandene
Story gut motiviert, immer weiter zu spielen. Hinzu kommt eine nette
Mischung aus Strategie-, Action- und Rollenspielelementen. Wirklich neu ist
das Spielprinzip zwar nicht, dennoch kann es einen sehr gut am Bildschirm
binden. Außerdem hat uns das ganze Ambiente gefallen, denn der Spieler wird
sehr gut in die Handlung intrigiert. Wer also die altbekannten Koei-Spiele
mag, der sollte ruhig einen Blick auf dieses Game werden. Es gibt zwar immer
noch verbesserungswürdige Punkte, diese stören aber nicht wirklich das
ansonsten gute Gameplay. Bladestorm: Der Hundertjährige Krieg hat uns gut
gefallen und daher können wir das neuste THQ-Spiel jedem Genrefan ans Herz
legen. Sind Eure Erwartungen nicht allzu hoch, so werdet Ihr viele spannende
Stunden mit dem Spiel verbringen.
Features:
- Über 1000 Einheiten pro Schlachtfeld gleichzeitig darstellbar!
- 400 einzigartige Gegenstände!
- 120 zufällige Ereignisse!
- 110 verschiedene Modelle von Nichtspieler-Charakteren!
- 60 packende Missionen!
- 40 Truppenarten mit individueller Ausrüstung!
- 8 unterschiedliche Umgebungen, die besondere taktische Strategien
erfordern!