Midway bringt mit dem Game
Blacksite einen neuen Egoshooter auf den deutschen Markt. Anstatt in einen
realen Krieg zu ziehen, schickt uns der Hersteller diesmal Aliens auf den
Hals. Die Story selber stammt übrigens aus der Feder der bekannten
Spiele-Autorin Susan O´Connor, die auch an Games wie Gears-of-War
mitgearbeitet hat. Das Spiel erscheint nicht nur für PC, sondern auch auf
den Next-Gen-Konsolen Xbox 360 und Playstation 3. Wir konnten uns jetzt die
fertige Version für Microsofts neustes Videospielsystem ein wenig genauer
ansehen. Ob sich Blacksite für alle ambitionierten Alienjäger lohnt, erfahrt
Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Bevor wir in das Abenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem das Spiel gestartet wurde, erscheint das Hauptmenü mit den
Punkten Kampagne, Versus, Dossiers, Erfolge und Optionen. Wie nicht anders
zu erwarten war, kann man unter zu letzt genannten Punkt alle
spielrelevanten Einstellungen wie Steuerung, Audio, Video und
Speichereinheit anpassen. Unter Erfolge dürft Ihr Euch außerdem gleichnamige
ansehen. Nett ist auch der Bereich Dossiers. Hier findet Ihr nette Bilder
und Erklärungen zu allen Personen und Objekten im Spiel. Diese müssen
allerdings erst einmal freigeschaltet werden. Dazu sollt Ihr die passenden
Dossiers in den einzelnen Levels finden. Wer gerne gegen menschliche Spieler
ein Game bestreiten möchte, kann dieses über Versus machen.
Online-Multiplayer-Matches mit bis zu zehn Leuten über das
Xbox-Live-Netzwerk sind hier möglich. Auf diversen Maps darf man dann bei
Spielarten wie CTF, Deathmatch oder Team Deathmatch sein Können unter Beweis
stellen. Am Anfang werden sich die meisten Spieler allerdings in den
Einzelspielermodus stürzen. Das Herzstück dabei ist die Kampagne. Nachdem
Ihr diese gestartet habt, folgt ein Menü. Hier kann der Gamer eine neue
Kampagne starten, eine bestehende weiterspielen oder schon gespielte
Episoden noch einmal bestreiten. Bevor es losgeht, muss der Akteur noch
einen von drei Schwierigkeitsgraden bestimmen. Das ganze wird dann durch
einen kleinen einführenden Film inkl. deutscher Sprachausgabe passend
eingeleitet. Wir befinden uns nun im Irak, drei Jahre vor der normalen
Handlung. Als Elitesoldat führt Ihr eine geheime Mission durch um geheime
Waffenlager aufzuspüren. Aber anstatt auf diese zu stoßen, entdecken wir
etwas viel schlimmeres. Durch misslungene Gen-Experimente mit außerirdischen
Technologien wurden monströse Alienmutanten erschaffen. Diese bedrohen nun
die Menschheit und es kann nur einen geben, der das Problem beseitigt. Damit
der Spieler einen guten Einstieg bekommt, durchlaufen wir zu Beginn ein
kleines Tutorial. In der ersten Mission werden uns so die Steuerung und das
grundlegende Gameplay gut beigebracht.
Das Spiel selber ist dann recht einfach gestrickt. Zwischen den einzelnen
Missionen werden immer kleine Ingamefilme eingespielt. Diese treiben die
Story passend voran. Wirklich grundlos werden wir also keine Aufgabe
erledigen. Hinzu kommen während eines Auftrags neue Missionsziele, die wir
durch z.B. Funksprüche erhalten. Der Spieler agiert nun mit seiner Spielfigur
aus der Egoperspektive durch die diversen Levels. Hiervon werden wir übrigens
viele unterschiedliche zu sehen bekommen. Vom Irak, über bedrohte US-Städte,
bis hin zur mysteriösen Geheimbasis Area 51 ist alles vorhanden. Wir
verfügen grundlegend über zwei Waffen, die man wahlweise benutzen kann.
Hinzu kommen aufnehmbare Mordwerkzeuge, die Ihr in den Levels findet. Der
Akteur schöpft, wie bei solchen Spielen üblich, aus einem reichhaltigen
Waffenarsenal. Ein normales Maschinengewehr ist genauso vorhanden, wie
Pistolen, ein Scharfschützengewehr oder Raketenwerfer. Notwenige Munition
sammelt der Spieler ebenfalls in den Levels. Alle paar Meter trefft Ihr dann
auf Feinde, die wir nun mit unseren Waffen ausschalten. Auch der Einsatz von
Granaten ist möglich. Mit der Übermacht kommt der Spieler auch wegen seiner
Teamkollegen gut klar, denn diese kämpfen recht geschickt an unserer Seite.
Den Jungs dürfen wir sogar kleine Befehle wie Positionswechsel geben.
Außerdem machen sie Türen für uns auf. Hin und wieder gibt es dann auch
Momente, wo wir ein Geschütz besetzen oder auf einem Fahrzeug mit einem
fetten MG ankommende Feinde niedermähen. Außerdem kann man Fahrzeuge
besteigen und mit diesen waghalsige Fahrten unternehmen. Gut zurecht finden
wir uns in den Umgebungen eigentlich nur, da alles sehr überschaubar und
gradlinig ist. Meistens gibt es nur einen Weg, dem wir folgen können. Somit
beschränken sich unsere Handlungen hauptsächlich darauf, ankommende Feinde
zu erledigen oder vor uns liegende Orte von Gegnern zu säubern. Davon gibt
es übrigens viele. Ihr trefft nicht nur auf menschliche Gegenspieler,
sondern auch auf diverse insektenartige Aliens, bis hin zu monströse und
teilweise haushohen Bossgegner. Diese wurden selbstverständlich passend in
Szene gesetzt und so sieht es schon cool aus, wenn sie in den Kampf
eingreifen. So agieren wir nun durch die diversen Szenarios, kämpfen gegen
unzählige Gegner und folgen der Story.
Technik:
Die optische Seite hat gute aber auch schlechte Seiten. Da wären zum einen
die Charaktere. Sie wurden auf den ersten Blick toll modelliert und
animiert. Allerdings fällt schnell auf, dass sich die Kollegen oft sehr
steif bewegen. Die Level selber sind sehr abwechslungsreich. Immer wieder
werden wir andere Umgebungen erblicken, die sogar viele Details aufweisen.
Die Texturen sehen auch sehr plastisch aus. Einzig, wenn man ein wenig näher
heran geht, wird alles ein wenig unscharf. An viele Effekte und Licht- und
Schattenspiele hat der Hersteller ebenfalls gedacht. Allerdings passiert es
sehr häufig, dass die Bildwiederholrate einbricht. Die Physikengine macht
grundsätzlich eine gute Figur. Vieles lässt sich zerstören oder bewegt sich,
wenn wir darauf schießen. Leider gibt es aber auch hier Kritikpunkte, denn
vieles wird unkorrekt dargestellt. Teilweise schweben Gegner durch die
Gegend und herumschleudernde Betonklötze tänzeln auf dem Boden. Hier hätte
man sich eindeutig mehr anstrengen können. Auch wenn viele Macken vorhanden
sind, sieht das Spiel dennoch gut aus und so hält man sich gerne in den
Levels auf. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Zum Teil wird
eine gute Atmosphäre erschaffen. Die Waffen klingen realistisch und selbst
diverse Ingamegeräusche werden passend eingespielt. Wirklich umgehauen hat
uns der Sound dennoch nicht, denn die Soundabmischung ist teilweise
katastrophal. Vor allem bei den Gesprächen werden die Personen viel zu
unterschiedlich und leise eingespielt. Die deutschen Sprecher selber sind
ganz in Ordnung. Teilweise sprechen sie zwar etwas überzogen, allerdings
kann man damit noch leben. Die Steuerung ist ebenfalls ein zweischneidiges
Schwert. Während wir normal unterwegs sind, kann man alles sehr einfach
lenken. Die Padbelegung wurde gut gewählt und selbst das Abschießen der
Gegner klappt auf Anhieb. Steigen wir allerdings in ein Fahrzeug ein, bricht
das ganz große Chaos aus. Viel zu schwammig agieren wir mit dem Vehikel. Die
KI der Gegner ist leider sehr bescheiden. Sie stehen oftmals dumm in der
Gegend herum. Entdecken sie uns doch, so stürmen sie meistens wahllos auf
uns zu. Nur selten geht mal ein Gegenspieler in Deckung, macht überraschende
Aktionen oder zieht sich zurück. Zumindest agieren unsere Mitstreiter ein
wenig intelligenter durch die Levels. Fasst man nun alles zusammen, so gibt
es leider viele kleine Kritikpunkte, die das Gameplay stören.
Fazit:
Blacksite hätte ein wirklich gutes Spiel werden können. Vieles wurde bei dem
Shootergame richtig gemacht. Die Levels sind abwechslungsreich, die Grafik
in vielen Punkten zeitgemäß, die Präsentation motivierend und die monströsen
Endgegner bringen einen öfters ins Staunen. Allerdings gibt es auch viele
Punkte die das Gameplay stören. Es nerven zum einen die vielen technischen
Macken wie die üblen Ruckler oder die Aussetzer bei der Physikengine. Hinzu
kommen dann noch eine dürftige Gegner-KI und eine katastrophale
Fahrzeugsteuerung. Außerdem ist das Gameplay recht monoton, denn meistens
knallen wir nur ankommende Feinde ab, die kaum Widerstand leisten. Auch,
dass wir nur in gradlinigen Levels agieren, nervt mit der Zeit. Es sind zwar
Skriptereignisse vorhanden, diese schocken einen aber nur wenig. Schade ist
außerdem noch, dass das Spiel nach gut fünf bis sechs Stunden beendet ist.
Dann kann man nur noch die gespielten Abschnitte erneut aufsuchen oder ein
etwas unmotiviertes Mehrspielergame bestreiten. Zumindest kann das Spiel
einen im Singleplayerbereich durch die nette Story, ansprechende Grafik und
teilweise atemberaubenden Monster am Bildschirm binden. Wer also mit etwas
zu kurz geratenen Egoshooterspielen genauso leben kann, wie mit vielen
technischen Macken, der darf gerne bei Blacksite zuschlagen. Erwartet aber
nicht zu viele von dem Spiel.
Features:
- Innovative Teamsteuerung: Mit nur einem einzigen Knopf kann das komplette
Team befehligt werden. Der Spieler kann sich weiterhin voll auf die Action
auf dem Bildschirm konzentrieren.
- Gute K.I. bei den Mitstreitern: Die Computerkollegen rücken eigenständig
vor, suchen sich Deckung und nehmen Ziele ins Visier. Dank dem
revolutionären Moralsystem passen sie sich den Leistungen des Spielers an.
- Ansprechende Grafik auf Basis der Unreal Engine 3 aus dem Hause Epic. Die
derzeit leistungsstärkste Grafikengine auf dem Spielemarkt sorgt für eine
zeitgemäße Grafikpracht auf dem Bildschirm.
- Spannende Story mit viel Tiefe und überraschenden Wendungen. Aus der Feder
der "Gears of War" Autorin. Unzählige Zwischensequenzen sorgen für wahres
Kinoflair und viel Atmosphäre.
- Einsatz des aus Stranglehold bekannten "Massive D" Systems: Viele
Gegenstände im Spiel können zerstört werden und sorgen für eine noch
realistischere Darstellung.