Nach gut vier Monaten
veröffentlicht
Midway
das Ego-Shooterspiel Blacksite auch für Sonys Playstation 3.
Dabei handelt es sich um die inhaltlich gleiche Version, die auch schon für
die Xbox 360 und PC auf den deutschen Markt kam. Der Hersteller schickt uns
in dem Spiel fiese Aliens auf den Hals, anstatt uns in einen realen Krieg zu
führen. Das ganze wurde in eine nette Story gepackt, die übrigens aus der
Feder der bekannten Spiele-Autorin Susan O´Connor stammt. Wir konnten die
fertige PS3-Version jetzt ausgiebig testen. Ob sich eine Anschaffung für
angehende Alienjäger lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
In dem First-Person-Shooter Blacksite erlebt der Spieler eine bombastische
Alien-Invasion. Im Kampf gegen die Außerirdischen verschlägt es Euch als
Elitesoldat an diverse Schauplätze - vom Kriegsgebiet Irak, über bedrohte
US-Städte bis hin zur mysteriösen Geheimbasis Area 51. Bevor wir allerdings
in das Abenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen.
Nachdem das Spiel gestartet wurde, erscheint das Hauptmenü mit den Punkten
Kampagne, Versus, Dossiers und Optionen. Wie nicht anders zu erwarten war,
kann man unter zu letzt genannten Punkt alle spielrelevanten Einstellungen
anpassen. Ganz interessant ist der Bereich Dossiers. Hier findet Ihr
Geheimnisse, die wir als Einzelspieler im Kampagnenmodus eingesammelt haben.
In diesem Bereich darf man diese dann untersuchen, wodurch Ihr nette
Erklärungen zu allen Personen und Objekten im Spiel bekommt. Wer gerne gegen
menschliche Spieler ein Game bestreiten möchte, kann dieses über Versus
machen. Online-Multiplayer-Matches mit bis zu zehn Leuten über das Internet
sind hier möglich. Auf diversen Maps darf man dann bei Spielarten wie
Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag oder Abduction sein Können
unter Beweis stellen. Am Anfang sollte sich aber jeder erst einmal in den
Einzelspielermodus stürzen. Das Herzstück dabei ist die Kampagne. Nachdem
Ihr diese gestartet habt, folgt ein Menü. Hier kann der Gamer eine neue
Kampagne starten, eine bestehende weiterspielen oder schon gespielte
Episoden noch einmal bestreiten. Bevor es losgeht, muss der Akteur noch den
Schwierigkeitsgrad festlegen. Das ganze wird dann durch einen kleinen
einführenden Film inkl. deutscher Sprachausgabe passend eingeleitet. Wir
starten nun als Elitesoldat im Irak, drei Jahre vor der normalen Handlung.
Als Anführer einer Gruppe führt Ihr eine geheime Mission durch um ein
geheimes Waffenlager aufzuspüren. Aber anstatt auf dieses zu stoßen,
entdecken wir etwas viel schlimmeres. Durch misslungene Gen-Experimente mit
außerirdischen Technologien wurden monströse Alienmutanten erschaffen. Diese
bedrohen nun die Menschheit. Zum Glück sind wir am Pad um das Problem aus
der Welt zu schaffen. Damit der Spieler einen guten Einstieg bekommt,
durchlaufen wir zu Beginn ein kleines Tutorial. In der ersten Mission werden
uns die Steuerung und das grundlegende Gameplay in kleinen Schritten
beigebracht.
Das Spiel bzw. Gameplay ist recht genretypisch und einfach gestrickt.
Zwischen den einzelnen Missionen werden kleine Ingamefilme inkl. deutscher
Sprachausgabe eingespielt. Diese treiben die Story passend voran. Wirklich
grundlos werden wir also keine Aufgabe erledigen. Hinzu kommen während eines
Auftrags neue Missionsziele, die wir z.B. durch Funksprüche erhalten. Ihr
agiert nun mit Eurer Spielfigur aus der Egoperspektive durch die diversen
Levels. Hiervon werden wir übrigens viele unterschiedliche zu sehen
bekommen. Vom Irak, über bedrohte US-Städte bis hin zur mysteriösen
Geheimbasis Area 51 ist alles vorhanden. Wir verfügen grundlegend über zwei
Waffen, die man wahlweise benutzen kann. Hinzu kommen aufnehmbare
Mordwerkzeuge, die Ihr in den Levels findet. Der Akteur schöpft, wie bei
solchen Spielen üblich, aus einem reichhaltigen Waffenarsenal. Ein normales
Maschinengewehr ist genauso vorhanden, wie Pistolen, ein
Scharfschützengewehr oder Raketenwerfer. Notwenige Munition sammelt der
Gamer in den einzelnen Spielabschnitten. Alle paar Meter trefft Ihr dann auf
Feinde, die wir mit unseren Schießprügeln ausschalten. Hinzu kommen
Granaten, die gleich mehrere Gegner auf einmal niederstrecken. Zum Glück
muss der Spieler nicht alleine gegen die Übermacht kämpfen, denn an seiner
Seite agieren Teamkollegen. Diese handeln recht geschickt und so sind die
gestellten Aufgaben schnell erledigt. Den Jungs dürfen wir sogar kleine
Befehle wie Positionswechsel geben. Außerdem machen sie Türen für uns auf.
Hin und wieder gibt es dann auch Momente, wo wir ein Geschütz besetzen oder
auf einem Fahrzeug mit einem fetten MG ankommende Feinde niedermähen.
Außerdem kann man Fahrzeuge besteigen und mit diesen waghalsige Fahrten
unternehmen. Die Levels selber sind leider sehr linear. Meistens gibt es nur
einen Weg, dem wir folgen müssen. Somit beschränken sich unsere Handlungen
hauptsächlich darauf, ankommende Feinde zu erledigen oder vor uns liegende
Orte von Gegnern zu säubern. Davon gibt es übrigens reichlich. Ihr trefft
nicht nur auf menschliche Gegenspieler, sondern auch auf diverse monströse
Aliens und haushohe Bossgegner. Diese wurden selbstverständlich passend in
Szene gesetzt und so sieht es schon cool aus, wenn sie in den Kampf
eingreifen. Wir folgen nun der Story, kämpfen uns durch verschiedene
Szenarios und mähen mit unterschiedlichen Waffen ankommende Feinde nieder.
Technik:
Die Grafik ist eigentlich ganz nett. Die Charaktere wurden ansprechend
modelliert und animiert. Leider bewegen sie sich oft sehr steif, was äußerst
unnatürlich aussieht. Die Umgebungen selber sind außerdem sehr
abwechslungsreich. Immer wieder werden wir andere Umgebungen erblicken. Die
Texturen wirken dabei plastisch und an viele kleine Details hat der Hersteller
auch gedacht. Einzig, wenn man ein wenig näher heran geht, wirkt alles ein
wenig unscharf. Monströse Effekte und Licht- und Schattenspiele erfreuen
unser Auge dann auch noch. Leider bricht bei der Grafikpracht oft die
Bildwiederholrate ein. Hinzu kommen stockende Momente, wenn das Spiel Daten
nachlädt. Die Physikengine macht grundsätzlich eine gute Figur. Viele Sachen
lassen sich zerstören oder bewegen sich, wenn wir darauf schießen. Leider
gibt es aber auch hier kleinere Kritikpunkte, denn nicht alles wird
physikalisch korrekt dargestellt. Teilweise schweben Gegner durch die Luft
und herumschleudernde Betonklötze tänzeln auf dem Boden. Hier hätte man sich
eindeutig mehr anstrengen können. Auch wenn viele Macken vorhanden sind,
sieht das Spiel dennoch ansprechend aus und so hält man sich gerne in den
Levels auf. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Die Waffen
klingen realistisch und selbst diverse Ingamegeräusche werden passend
eingespielt. Durch unsere Begleiter und die Funksprüche wird außerdem eine
gute Atmosphäre erschaffen. Wirklich umgehauen hat uns der Sound dennoch
nicht. Die deutschen Sprecher selber klingen zumindest ganz passabel, auch
wenn sie oftmals etwas überzogen sprechen. Die Steuerung ist grundlegend in
Ordnung. Die Padbelegung wurde gut gewählt und selbst das Abschießen der
Gegner klappt auf Anhieb. Steigen wir allerdings in ein Fahrzeug ein, bricht
das große Chaos aus. Viel zu schwammig agieren wir mit dem Vehikel. Die KI
der Gegner ist leider sehr mager. Oftmals stehen sie nur dumm in der Gegend
herum und so hat man kaum Probleme, diese zu treffen. Entdecken sie uns dann
doch, so stürmen sie meistens wahllos auf uns zu. Nur selten geht ein Gegner
in Deckung oder macht überraschende Aktionen. Naja man kennt das ja von
solchen Spielen.
Fazit:
Schade, dass der Hersteller nicht mehr aus dem Spiel rausgeholt hat.
Blacksite macht eigentlich vieles richtig. Die Grafik sieht bis auf kleinere
Ausnahmen ganz nett aus und die Levels wurden abwechslungsreich gestaltet.
Hinzu kommt eine motivierende Präsentation, die durch eingespielte Filme die
Story immer wieder vorantreibt. Nett sind auch die monströsen Endgegner, die
sich eindrucksvoll zu Wort melden. Allerdings gibt es auch viele
Kritikpunkte die das Gameplay maßgeblich stören. So gibt es zum einen viele
technischen Macken. Außerdem nerven die dummen Gegner, die kaum intelligente
Handlungen zeigen. So verkommt das Game zu einem eintönigen Ballerspiel.
Hier hätte man eindeutig mehr machen können. Sehr monoton ist auch das
Gameplay, denn meistens braucht der Spieler nur ankommende Feinde in den
gradlinigen Levels mit seinen diversen Waffen niedermähen. Da helfen selbst
die wenigen Skriptereignisse kaum weiter. Viel zu kurz ist außerdem die
Spielzeit. Schon nach gut fünf Stunden erscheint der Abspann. Da der
Einzelspielermodus dann kaum noch zu einen erneuten Spiel einlädt, kann man
sich nur noch mit dem etwas dürftigen Mehrspielermodus beschäftigen. Wer
also nichts gegen recht kurze bzw. monotone und gradlinige Spiele hat und
mit einer dürftigen KI leben kann, der darf ruhig bei Blacksite zuschlagen.
Für wenige Stunden kann das Spiel gut unterhalten. Im Anschluss verstaubt
das Shootergame aber genauso schnell im Regal, wie wir die Gegner umnieten.
Features:
- Innovative Teamsteuerung: Mit nur einem einzigen Knopf kann das komplette
Team befehligt werden. Der Spieler kann sich weiterhin voll auf die Action
auf dem Bildschirm konzentrieren.
- Gute K.I. bei den Mitstreitern: Die Computerkollegen rücken eigenständig
vor, suchen sich Deckung und nehmen Ziele ins Visier. Dank dem
revolutionären Moralsystem passen sie sich den Leistungen des Spielers an.
- Ansprechende Grafik auf Basis der Unreal Engine 3 aus dem Hause Epic. Die
derzeit leistungsstärkste Grafikengine auf dem Spielemarkt sorgt für eine
zeitgemäße Grafikpracht auf dem Bildschirm.
- Interessante Story mit überraschenden Wendungen. Aus der Feder der "Gears
of War" Autorin. Unzählige Zwischensequenzen sorgen für wahres Kinoflair und
viel Atmosphäre.
- Einsatz des aus Stranglehold bekannten "Massive D" Systems: Viele
Gegenstände im Spiel können zerstört werden und sorgen für eine noch
realistischere Darstellung.