Zum 20jährigen Jubiläum des
1988 erschienenen Bionic Commando gönnt uns Capcom eine Neuauflage des
bekannten Swing-and-Shootspiels. Das Spiel selber erscheint übrigens für
Xbox 360, Playstation 3 und PC. Entwickelt wurde das Game bei dem
schwedischen Entwicklerstudio Grin, die schon an Spielen wie Tom Clancy's
Ghost Recon Advanced Warfighter 2 oder Ballistics gearbeitet haben. Wir
konnten in den letzten Tagen die fertige PS3-Version ausgiebig testen. Ob
das Gameplay aus vergangenen 8bit-Tagen auch heute noch funktioniert,
erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Ganz ohne Grund werden wir selbstverständlich nicht in das neuste
Capcomspiel geschickt. In Bionic Commando steht der schon aus dem Retrospiel
bekannte Nathan "R.A.D." Spencer im Mittelpunkt. Die Zeit ist nicht spurlos
an Spencer vorübergegangen: 10 Jahre nach seinem heldenhaften Sieg über die
Truppen des Imperiums im Originalspiel fällt ihm die Regierung in den
Rücken, der er Treue geschworen hatte. Man verurteilt ihn für Verbrechen,
die er nicht begangen hat, zur Todesstrafe. Am Tag der Urteilsvollstreckung
detonieren Terroristen in Ascension City eine experimentelle Waffe, die ein
Erdbeben auslöst, die gesamte Stadt in Schutt und Asche legt und das Leben
aller Einwohner fordert. Das Gelände ist eine Ruinenlandschaft, und die
Luftabwehr befindet sich in der Kontrolle eines großen Terroristentrupps mit
unklaren Absichten. Die FSA hat nur eine einzige Chance: ein Angriff tief im
feindlichen Gebiet. Für diese Aufgabe ist ein bionischer Kampfsoldat, ein
Bionic Commando, wie geschaffen. Bevor wir jetzt zu viel verraten, wollen
wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und
gestartet wurde, erscheint das Hauptmenü mit den Punkten Einzelspieler,
Playstation Network, Mehrspieler/LAN und Optionen. Unter zu letzt genannten
Punkt, könnt Ihr wie gewohnt alle spielrelevanten Einstellungen vornehmen.
Wer mag, der darf sich auch mit Freunden über Mehrspieler/LAN in das
Abenteuer stürzen. Hier warten dann gut 12 Maps auf Euch. Diese können mit
bis zu 8 Spielern gespielt werden. Bei den Spielmodis Deathmatch, Team
Deathmatch und Capture The Flag könnt Ihr ausgiebig zeigen, was in Euch
steckt. Die meisten werden sich allerdings zu Beginn auf den
Singleplayermodus stürzen. Nachdem wir den Punkt Einzelspieler angewählt
haben, muss noch der Speicherpunkt bestimmt und der Schwierigkeitsgrad
festgelegt werden. Drei unterschiedliche Stufen stehen zur Auswahl. Somit
dürfte für jeden Gamer eine passende Herausforderung dabei sein. Im
Anschluss erblicken wir den Ladebildschirm. Hier wird uns recht nett die
Steuerung und die Bedeutung der einzelnen Möglichkeiten erklärt. Es folgt
ein einführendes Intro, das uns stimmungsvoll mit englischer Sprachausgabe
und deutschem Untertitel in das Spiel einführt.
Der Spieler schlüpft nun in die Haut des Helden, der zu Beginn erst einmal
einen Tutorialbereich durchläuft. Hierdurch werden uns die Steuerung und die
Möglichkeiten im Spiel sehr gut näher gebracht. Kommen wir nun zum Gameplay.
Der Gamer agiert aus der Third-Person-Perspektive. Mit unserer Spielfigur
können wir uns nun recht frei in der 3D-Welt bewegen. Neben gehen, rennen
und springen kann unser Held auch noch diverse Nahkampfangriffe ausführen.
Hinzu kommt ein Waffenarsenal, dass Gegner recht schnell aus der virtuellen
Welt fegt. Passende Munition nehmen wir übrigens im Spiel durch
herumliegende Items auf. Sehr eindrucksvoll in Bionic Commando ist dann noch
der bionische Arm. Mit diesem Wunderwerkzeug kann sich unser Held an fast
jeder Oberfläche festkrallen und heranziehen. Selbstverständlich können wir
damit auch hangeln und so große Entfernungen und Höhen sehr schnell
überbrücken. Das ist auch oftmals notwenig, denn immer wieder müssen wir den
Weg in einem Level suchen, der uns in den nächsten Abschnitt bringt. Ein
einfaches Ziel- und Erkennungssystem erleichtert uns dabei die Handhabung
des Seils und so wird jeder sehr schnell damit klar kommen. Der Arm ist
allerdings nicht nur für das Seil gut. Mit der Zeit erlernen wir immer mehr
Moves, wodurch das Kampfsystem ständig interessant bleibt. Dabei sind später
optisch eindrucksvolle Manöver möglich. Die permanente Action kommt
allerdings nicht nur durch diese Jumpeinlagen zustande. Daneben müssen wir
noch diverse Gegner mit unseren Waffen erledigen. Hier reicht das
Waffenarsenal von Pistole über Maschinengewehr bis hin zu diversen anderen
Mordwerkzeugen. Wir sollen nun unterschiedliche Aufgaben erledigen. Damit
wir den Überblick nicht verlieren, werden diese über Wegpunkte markiert. Der
Spieler weiß also immer, wohin er als nächstes soll. Durch das Erledigen der
Missionen verbessern wir dann unsere Spielfigur. Mit einer aufgebauten
Panzerung und mehr Munition, Waffen und Moves, entwickeln sich immer
spektakulärere Kämpfe. Diese werden dann permanent durch mächtige Bosskämpfe
ergänzt. So erkunden wir nun die diversen Umgebungen, zeigen unser Können
bei den waghalsigen Kletter- und Schwungaktionen, sammeln viele nützliche
Objekte ein, erweitern permanent unser Möglichkeiten, kämpfen gegen
unzählige Gegner und folgen der Story, die immer wieder durch kleine Filme
stimmungsvoll vorangetrieben wird.
Technik:
Die Grafik kann voll überzeugen. Viele unterschiedliche Umgebungen werden
wir zu sehen bekommen. Dabei wurde jeder Ort liebevoll mit unzähligen
Details versehen. An jeder Ecke gibt es etwas anderes zu entdecken und so
macht das Erkunden der Levels - die manchmal etwas zu gradlinig sind - sehr
viel Spaß. Toll ist auch die Weitsicht, denn immer wieder erfreut ein
fantastischer Panoramablick unsere Augen. Das war noch nicht alles. Der
Hersteller gönnt uns auch tolle Licht- und Schattenspielereien. Außerdem
wird oftmals ein Grafikfeuerwerk durch unzählige Effekte abgefeuert. Die
Stimmung kommt ebenfalls nicht zu kurz. Überall knallt und rumort es und so
gibt es kaum Momente, in denen man sich entspannen kann. Lobend erwähnen
muss man auch die Physik in dem Spiel. Es sieht schon toll aus, wenn wir
schwingen oder Fahrzeuge durch die Luft fliegen. Auf einem ähnlich hohen
Niveau bewegt sich der Sound. Wir lauschen in dem Spiel unzählig passend
eingespielten Ingamegeräuschen. Das ganze Geschehen wird zusätzlich durch
eine stimmungsvolle und abwechslungsreiche Musik begleitet. Die Steuerung
geht einem ebenfalls leicht von der Hand. Zwar benötigt man eine gewisse
Einarbeitungszeit um komplizierte Moves gekonnt hin zu bekommen. Nach
einiger Spielzeit hat man sich allerdings an das Vorgehen gewöhnt und so
schafft man auch schwere Spielabschnitte ohne große Probleme. Nett ist
außerdem, dass die Lernkurve gemächlich steigt. Stück für Stück bekommen wir
neue Sachen beigebracht. Der
Schwierigkeitsgrad ist allerdings nicht einfach. Ständig sollen wir
herausfordernde Levels meistern, die nicht nur schwere Kletterpassagen
aufweisen. Hinzu kommen unzählige Gegner, die alles von uns abverlangen. Zum
Glück kann man den Schwierigkeitsgrad frei einstellen. Fasst man nun alles
zusammen, so kann man insgesamt sehr zufrieden mit der technischen Seite
sein.
Fazit:
Bionic Commando hat uns wirklich überrascht. Das altbekannte
Swing-and-Shootgameplay funktioniert auch heute noch einwandfrei. Das Spiel
kann aber mit noch mehr Features punkten. Die Schwungphysik hat uns genauso
angesprochen, wie der grandiose Sound, die tollen Bosskämpfe, das
Leveldesign, die Optik und die actionreiche Handlung. Da kann man schon
einmal über kleine Macken wie die dürftige KI der Gegner und etwas weit
entfernte Rücksetzpunkte großzügig hinwegsehen. Wer also permanente Action
in grandiosen Kulissen genauso mag, wie herausfordernde Spung- und
Ballerpassagen, der wird kaum an Bionic Commando vorbei kommen. Uns hat das
Game sehr gut gefallen und daher können wir eine klare Kaufempfehlung
aussprechen.
Features:
- Schwinge am bionischen Arm mit atemberaubenden Tempo durch
Straßenschluchten, hak dich an Objekten in großer Entfernung ein, klettere
an Stahlträgern hinauf und wähle deinen eigenen Weg durch das Spiel.
- Erkunde die gesamte Umgebung - zu Land, in der Luft oder im Flug von einem
50 Stockwerte hohen Wolkenkratzer - in einem Spiel, das ganz neue Maßstäbe
für 3D-Action setzt.
- Gameplay in horizontalen und vertikalen Umgebungen kennzeichnet ein
3D-Spiel, das wirklich alle drei Dimensionen nutzt.
- Nutze die Kraft des bionischen Arms und die Physik der nächsten Generation
für realistische Würfe mit großen Objekten, zum Kampf mit und Werfen von
Gegnern oder zum Zerstören der Umgebung.
- Rüste dich mit Waffen aus, die eines Bionic Commando würdig sind.
- Mit Mike Patton, dem ehemaligen Sänger von Faith No More, als Stimme von
Nathan Spencer
- Herausgegeben von Capcom, verantwortlich für die Erfolgsreihen "Resident
Evil" und "Street Fighter" und die Hits der nächsten Generation "Lost
Planet" und "Dead Rising"
- Entwickelt vom schwedischen Studio GRIN, bekannt für die erfolgreiche
PC-Reihe "Ghost Recon: Advanced Warfighter"