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Einleitung:
Spannende Luftkämpfe in einem historischen
Szenario sind wohl die beste Grundlage für ein Spiel. Das dachte sich wohl
auch GMX Media und so kommt das Flugsimulationsspiel Battle of Britain 2:
Wings of Victory in Deutschland auf den Markt. Wie der Titel schon verrät,
steht die Luftschlacht um England im Mittelpunkt dieses Spiels. Wir konnten
jetzt in das virtuelle Cockpit steigen. Ob sich das Spiel für
Möchtegernpiloten lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Die Luftschlacht um England begann am 10 Juli 1940. Sie war der Anfang einer
Kampagne der Luftwaffe mit dem Ziel, die Verteidigungsfähigkeit des
britischen Fighter Command zu vernichten. Das Endziel bestand in der
seegestützten Invasion Südenglands im Rahmen der Geheimoperation Seelöwe. Es
war klar, dass für den Erfolg dieser Operation die Lufthoheit unabdingbar
war. Obgleich in Deutschland ein schneller Sieg erwartet wurde, dauerte die
Kampagne über zwei Monate lang. Die Schlacht durchlief mehrere Phasen, die
schließlich in einer riesigen Luftschlacht über London und Südengland am 15.
September 1940 kulminierten. Zwei Tage später wurden die deutschen Pläne für
die Operation Seelöwe aufgegeben. Das Spiel lässt den Spieler völlig in die
Kampferfahrungen eines Jagdpiloten sowie eines Geschwaderkommandeurs
eintauchen. Als Kommandeur haben wir in jedem Lager den strategischen
Überblick über den Konflikt, wobei wir authentische Kampagnenkarten
verwenden. Mit Hilfe dieser Karten und unserer strategischen Idee können wir
während der gesamten Kampagne wichtige Entscheidungen treffen. Dabei
reproduziert der Hersteller über 1000 Luftangriffe der Luftwaffe, wodurch
wir einmalige Einblicke erhalten und selber erfahren, wie es wohl gewesen
sein muss, gegen eine solche riesige Anzahl von Flugzeugen zu kämpfen. Bevor
wir nun in ein Cockpit steigen, fangen wir aber erst einmal ganz von vorne
an. Nachdem das Spiel gestartet wurde gelangen wir in das Hauptmenü. Hier
erblicken wir die Menüpunkte Schnelleinsatz, Kampagnen, Spiel laden, Replay
und Optionen. Wie gewohnt dürfen wir unter Optionen alle spielrelevanten
Einstellungen vornehmen. Mit Hilfe der Funktion Spiel laden kann der Spieler
ein zuvor gespeichertes Kampagnenspiel starten. Die Replay-Funktion
ermöglicht dagegen den Zugriff auf - während des Flugs von uns -
aufgenommenes Filmmaterial. Kommen wir nun zu den eigentlichen Spielmodis.
Zum einen wäre da der Schnelleinsatz. Hier können wir einen von 28
Einzeleinsätzen bestreiten. Dabei handelt es sich um begrenzte,
vordefinierte Szenarien. Diese reichen von einfachen Aufgaben wie dem
Starten und Landen über das Formationsfliegen und den Luftkampf bis hin zur
Teilnahme an einem der sechs historischen Einsätze. Wie in der gesamten
Simulation kann der Spieler auch hier die Seite wählen.
Der wichtigste Bereich ist eindeutig die Kampagne. In diesem Bereich können
wir auf einer der gegnerischen Seiten (England oder Deutschland) in die
Luftschlacht um England eingreifen. Der Spieler darf nun die
Kommandeursrolle übernehmen. Alle RAF- oder Luftwaffenressourcen - die
damals zur Verfügung standen - stehen uns auch jetzt zur Verfügung. Die
Kampagne darf entweder gradlinig vom Juli 1940 bis zum Höhepunkt am 15.
September durchgespielt oder zu Beginn jeder der vier Phasen der Schlacht
aufgenommen werden. Wir erblicken nun den Kampagnenbildschirm mit der
Kampagnenkarte. Außerdem befinden sich hier fünf Symbolleisten. Mit der
Zeit-, Haupt-, Karten-, Maßstabs- und Teletype-Symbolleiste können wir nun
in das Geschehen eingreifen. Unter anderen dürfen wir hier auch die
Flugzeugzuteilung, Luftwaffen- oder RAF-Ressourcen, Geschwader- oder
Squadron-Listen, Wetter, Rückschau, Piloteninfos, Ziel- oder
Ressourcenliste, Einsatzordner oder Angriffsliste bearbeiten bzw. uns alle
wichtigen Informationen holen. Durch Direktiven festlegen, Routen planen,
Einsatzorte bestimmen, Flugzeuge und Piloten verwalten usw. organisieren wir
nun unsere Luftstreitmacht. Die Ressourcen dürfen dabei nicht aus dem Auge
verloren werden. Dabei müssen wir auch auf Angriffe des Feindes reagieren.
Dazu stehen uns hunderte Flugzeuge unterschiedlicher Bauarten zur Verfügung.
Das war aber noch nicht alles, denn der Spieler kann selber in Flugzeuge
steigen. Mit diesen greifen wir dann in die Luftschlacht ein. Darüber hinaus
fungieren wir auch als Bordschütze in einem der drei mittelschweren Bomber.
Ihr seht schon, dass wir nicht nur theoretisch in den Luftkampf um England
eingreifen. Dabei sind die Flugeinsätze wohl der spannendere Teil des
Spieles. Sitzen wir nun in einem Flugzeug, so können wir uns auf eine recht
gute Simulation freuen. Geflogen wird entweder mit der Tastatur oder einem
Joystick. Dabei hat der Hersteller alle wichtigen Bereiche in das Spiel
eingebaut: Eine Motorsteuerung ist genauso vorhanden wie Höhen- und
Querruder, Seitenruder, Klappen, Fahrwerk, Fahrwerkbremsen,
Höhenrudertrimmung, Seitenrudertrimmung, Sturzflugbremse, Notfahrwerk und so
weiter. Aktivieren wir das interaktive Cockpit so werden noch mehr
Einstellungen möglich. So stürzen wir uns nun in die vielen
unterschiedlichen Luftkämpfe.
Technik:
Optisch ist das Spiel ganz in Ordnung. Die Flugzeuge werden mit vielen
Details dargestellt und auch das Cockpit glänzt durch sein realistisches
Aussehen. Die Bodentexturen sind eigentlich auch ganz nett, allerdings nur
in bestimmten Situationen. Von Oben wirkt die Landschaft noch recht
detailliert, allerdings ändert sich das schnell, wenn man tiefer fliegt.
Dann wird sofort sichtbar, dass die Umgebung eigentlich nur aus flachen
Bereichen besteht. Schade das der Hersteller hier nicht mehr gemacht hat.
Genauso trist sieht dann der Kartenbereich aus. Wirklich viel werden wir
hier nicht zu sehen bekommen. Zumindest ist alles gut geordnet, sodass man
sich recht schnell zurecht findet. Mit dem Sound kann man gut Leben. Es ist
eigentlich alles vorhanden, was man sich bei so einem Spiel vorstellt.
Selbst die Motorengeräusche klingen ganz anständig. Einzig das
Maschinengewehr könnte sich besser anhören. Die Steuerung ist schnell
erlernt. Allerdings muss man dazu sagen, dass wir auf jedenfall das
beigelegte Faltblatt studieren sollten. Hier wird eine Tastatur mit allen
Tastenfunktionen beschrieben, was einem wirklich Hilft das Flugzeug zu
verstehen. Schon nach wenigen Flugversuchen kommen wir mit der Maschine
klar. Selbst bei den Missionen brauchen wir keine Angst zu haben. Es gibt
genügend Hilfen im Spiel die uns das Leben vereinfachen. Kommen wir z.B. vom
Kurs ab, so dürfen wir eine Art Autopilot auf der Karte einschalten. Dieser
bringt uns automatisch zum nächsten Wegpunkt. Die Flugzeuge selber lassen
sich ein wenig träge steuern, was gleichbedeutend ist, dass Luftkämpfe etwas
langweilig ablaufen. Hier wünscht man sich schnell ein wenig mehr Dynamik.
Zumindest hat der Hersteller auf viele Details geachtet. So gehen durch
falsche Handhabung diverse Bauteile kaputt. Nicht selten ruinieren wir unser
Fahrwerk, wenn wir dieses bei voller Geschwindigkeit ausfahren. Nett ist
auch der Effekt, dass wir das Bewusstsein verlieren - wenn wir zu heftige
Flugmanöver ausführen. Die Flugzeuge lassen sich natürlich alle ein wenig
anders fliegen. Je nach Bauart sind sie mal wendiger oder leistungsstärker.
Fasst man nun alles zusammen, so kann man insgesamt mit der technischen
Seite zufrieden sein. Es gibt zwar ein paar kleinere Kritikpunkte aber diese
stören nicht das Gameplay.
Fazit:
Battle of Britain 2: Wings of Victory ist kein schlechtes Spiel. Es macht
schon Spaß auf einer der beiden Seite zu kämpfen und aus deren Sicht den
Krieg zu erleben. Nett ist vor allem, dass wir nicht nur strategisch in die
Luftkämpfe eingreifen können. Da wir alle möglichen Flugzeuge fliegen
dürfen, sind wir auch an den wichtigsten Luftkämpfen beteiligt. So erleben wir
den Krieg um England sehr intensiv. Allerdings wäre es nicht schlecht
gewesen, wenn der Kartenbereich etwas ansprechender aussehe. Viel zu trist
sind die Menüs ausgefallen und so muss man sich förmlich durch diese quälen.
Allerdings wird es auch viele Spieler geben, die diese Art der Verwaltung
mögen. Am meisten wird man sich allerdings in den Flugzeugen aufhalten. Da
sich jede Bauart anders verhält, wird man sich auch immer wieder umstellen
müssen. Nach unserer Ansicht verhalten sich die Flugzeuge sehr realistisch.
Sie fangen an zu vibrieren, wenn die Manöver zu heftig sind und
Strömungsabrisse lassen uns schnell in den unfreiwilligen Sturzflug
übergehen. Allerdings bedeutet das auch, dass die Luftkämpfe ein wenig träge
ablaufen. Na ja man kann nun einmal nicht alles haben. Interessant ist auch
die beigelegt DVD, die eine sehr lange Dokumentation enthält. Mit englischen
Stimmen und deutschen Untertiteln können wir mehr über diese Zeitepoche
erfahren. Das Spiel haut einen zwar nicht vom Stuhl aber dennoch kann es
viele Stunden unterhalten. Selten wurde das Thema Luftkrieg - im Zweiten
Weltkrieg - so interessant in einem Spiel verarbeitet. Allerdings denkt
jetzt nicht, dass wir ein actiongeladenes Spiel erleben. Es braucht schon
seine Zeit bis wir auf andere Flugzeuge treffen und selbst dann werden wir
vor Spannung kaum im Cockpit zerrissen. Dennoch fliegt man gerne. Es sieht
schon genial aus, wenn man in einem Verband fliegt. Hinzu kommt die
Tatsache, dass wir auch den strategischen Teil übernehmen dürfen. Wer also
gerne Flugsimulationsspiele und Strategiespiele mag, darf gerne zu Battle of
Britain 2: Wings of Victory greifen. Erwartet aber nicht zu viel von dem
Spiel.
Features:
- "RealWeather" - Technologie mit Gewitterfronten, die ihr Flugzeug
zerreißen können
- Realistischer Sound, einschließlich stotternder Motoren und unglaublich
visuelle Effekte
- Explosionen und Geschoßtreffer von Shockwave
- Einschließlich einer EXKLUSIVEN Dokumentar-DVD zur Luftschlacht um
England!
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