In Baphomets Fluch: Der
Engel des Todes startet George Stobbart in sein viertes Abenteuer. Alles
begann 1996 bzw.1997 mit den klassischen Point & Click-Adventurespielen
Baphomets Fluch & Baphomets Fluch 2. Sechs Jahre später folgte im Jahr 2003
das Spiel Baphomets Fluch 3 - Der schlafende Drache. Dieses Spiel ging neue
Wege und wollte durch ein etwas actionlastigeres Gameplay neue Maßstäbe
setzen. Jetzt kehrt die Serie zu ihren Ursprüngen zurück. Wir konnten das
neuste THQ-Spiel ausgiebig testen. Ob der vierte Teil an alte Erfolge
anknüpfen kann, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Wie bei den Vorgängerspielen kommt Baphomets Fluch: Der Engel des Todes
nicht ohne eine anständige Story aus. Im vierten Teil begleitet der Spieler
erneut George Stobbart, den Helden aller drei bisherigen Abenteuer. George
hat sich zu Beginn des Abenteuers Hals über Kopf in die wunderschöne, aber
auch mysteriöse Anna Maria verliebt. Als diese unter ungeklärten Umständen
verschwindet, macht er sich natürlich auf die Suche nach ihr. Dabei stößt er
auf eine Verschwörung, die sich um ein mysteriöses Artefakt mit verheerender
Macht rankt. Die einzige Spur, die Georg bleibt, ist ein uraltes Manuskript,
das angeblich den entscheidenden Hinweis auf eine mythische Substanz
enthält, die seit mehr als zweitausend Jahren in Vergessenheit geraten ist.
Einmal mehr sieht es so aus, als ob George Stobbart die Welt retten muss. Bevor wir in das Abenteuer starten,
wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel
installiert und gestartet wurde, erscheint ein ansprechendes Intro. Dieses
leitet die Story passend ein. Anschließend folgt das Hauptmenü mit den
Punkten "Neues Spiel", "Spiel laden", "Optionsmenü" und "Extras". Wie
gewohnt kann man unter Optionsmenü alle spielrelevanten Einstellungen wie
Grafik, Sound oder Steuerung vornehmen. Unter Extras finden wir dann noch
nette Konzeptzeichnungen und eine Liste mit den Leuten, die das Spiel
erschaffen haben. Ist ein Spielstand vorhanden, so darf man diesen unter
Spiel laden aktivieren. Am Anfang bleibt uns natürlich nichts anderes übrig,
wie ein neues Spiel zu starten. Nachdem wir auf den gleichnamigen Menüpunkt
geklickt haben, schlüpft der Spieler in die Rolle des Haupthelden. Diesmal
starten wir mit George Stobbart in einem Kautionsbüro. Dort wartet die
schöne Anna Maria schon auf uns. Sie braucht dringend Hilfe und bevor wir
eine Entscheidung treffen können, stürmen fiese Gesellen unser Büro. Schon
beginnt das Abenteuer, denn wir müssen mit unserer Klientin fliehen. Auf
unserer Flucht lernen wir die ersten spielerischen Inhalte kennen. Georg
soll klettern, hangeln, Objekte verschieben, balancieren und viele kleine
Rätsel lösen. Genretypisch muss der Spieler außerdem jeden Ort nach
wichtigen Hinweisen oder Objekte absuchen, alles Nützliche einsammeln und
viele Gespräche führen. Dazu lenken wir unsere Spielfigur entweder mit der
Tastatur oder mit der Maus durch die Levelabschnitte. An spielrelevanten
Gegenständen erscheint ein Hinweis am Mauszeiger und so weiß der Spieler
immer, wo er eine Aktion ansetzen kann.
Um die diversen Rätsel zu lösen, muss man oftmals eingesammelte Objekte
nutzen und gegebenenfalls diese vorher miteinander kombinieren. Das
geschieht recht einfach in unserem Inventar. Ist ein Gegenstand nur einmal
verwendbar, so verschwindet dieses automatisch. Allerdings gibt es viele Objekte die wir
auch mehrmals nutzen können. Ihr braucht jetzt allerdings
keine Angst haben, wirklich voll wird unser Inventar eigentlich nie und so
behält man immer den Überblick. Nützlich ist natürlich auch, dass
nicht jeder Gegenstand mitgenommen wird. Eigentlich packen wir nur die
Utensilien ein, die auch spielrelevant sind. Ist der Anfangsbereich
abgeschlossen, werden wir so einige Orte oder anders ausgedrückt halb Europa
kennen lernen. Die einzelnen Abschnitte werden selbstverständlich immer
wieder durch kleine Sequenzen zusammengehalten, die wunderbar die Story
vorantreiben. So haben wir niemals das Gefühl, etwas ohne Grund machen zu
müssen. Der Humor bleibt ebenfalls nicht auf der Strecke. Neben diversen
witzigen Gesprächen werden wir auch viele lustige Kommentare von Georg
hören. Wie schon in den Vorgängerteilen hat er bei fast jedem Objekt etwas
amüsantes zu sagen. Hinzu kommen viele skurrile Charaktere - wie einen
Mafiosi, der sich für Elvis hält. Selbstverständlich kann man deren
Vorlieben oftmals für die Lösung eines Problems nutzen. Genretypisch schauen
wir uns die Figuren sorgsam an und sprechen mit diesen. Sammelt man alle
Hinweise ein, so stellen die Aufgaben nur selten ein wirkliches Problem dar.
Allerdings weisen wir jetzt schon einmal darauf hin, dass die Rätsel oft
unlogisch sind. Aber das kennt man ja von solchen Spielen. Bis Ihr auf
bestimmte Lösungen kommt, wird viel Zeit vergehen. Das liegt vor allem
daran, dass wir bei vielen Problemen nur durch nerviges ausprobieren weiter
kommen. Außerdem müssen wir gegebenenfalls auch mitlaufende Figuren in
unsere Lösung mit einbeziehen. Schließlich gibt es Stellen, an denen wir nur
zu zweit weiter kommen. Daneben soll der Akteur auch noch kleinere
Logikrätsel oder Puzzles lösen. Die Laufwege sind dann noch recht kurz. Wir
werden bei einer Problemlösung nur selten weite Strecken laufen. Das ist
auch gut so, denn nicht immer haben wir unendlich viel Zeit. Hin und wieder
sitzt uns auch mal ein Zeitlimit im Nacken. In der Regel ist das Gameplay
allerdings recht entspannt. So agieren wir nun in den recht
abwechslungsreichen Umgebungen, untersuchen diese penibel nach nützlichen
Objekten, lösen kleinere aber auch größere Rätsel und führen viele witzige
Gespräche.
Technik:
Mit der Grafik kann man grundlegend zufrieden sein. Wir agieren in vielen
unterschiedlichen und sehr abwechslungsreichen Umgebungen, die allerdings
nur wenige Details aufweisen. Es wäre wirklich nett gewesen, wenn der
Hersteller mehr Objekte eingebaut hätte. Trotzdem wird eine glaubwürdige
Welt gezeigt, in der wir uns recht frei bewegen können. Hinzu kommen dann
noch viele kleine Effekte wie Regen oder Rauch. Hierdurch entsteht ein gutes und
authentisches Ambiente. Die Charaktere wurden eigentlich recht
gut modelliert. Vor allem die Gesichter - bei den Gesprächen - können
überzeugen. Etwas magerer sehen die Animationen aus, denn die Figuren
bewegen sich recht hölzern und unnatürlich. Etwas schade ist auch, dass wir
kleine Clippingfehler erblicken. Zumindest werden wir durch gut gemachte
Zwischensequenzen (in Spielgrafik) ein wenig entschädigt. Kommen wir nun zum
Sound. Dieser schneidet eindeutig besser ab. Neben diversen Ingamegeräuschen
werden wir auch eine stimmungsvolle Musik zu hören bekommen. Hinzu kommen
viele deutsch synchronisierte Dialoge. Diese sind, dank gutem Wortwitz, sehr
unterhaltsam. Allerdings verstehen wir nicht, warum man die Gespräche nicht
abbrechen darf. Etwas gewohnheitsbedürftig ist dann auch noch die Steuerung.
Es gibt in dem Spiel zwei Möglichkeiten unsere Spielfigur zu lenken. Zum
einen mit der klassischen Maussteuerung. Diese ist allerdings etwas
unpräzise und so weicht man notgedrungen auf die Tastatur aus.
Allerdings kann man hiermit nicht alles machen und so muss man im Endeffekt
beides nutzen. Sehr benutzerfreundlich ist dagegen das
Inventar. Mit den Objekten kommt man schnell klar und selbst das kombinieren
geht einem leicht von der Hand. Hinzu kommt, dass jeder Spieler die
intuitive Lenkung (Kreismenüsteuerung) schnell erlernt. Probleme bereitet dann noch die Wegfindung. Unsere Spielfigur
bleibt oft an Objekten hängen oder geht unnütze Wege. Hier hätte man
ebenfalls einiges besser machen können. Die Kamera
selber hat grundlegend alles im Blick. Oft wird uns nur eine feste
Perspektive angeboten, die allerdings überraschend übersichtlich ist. Auch
wenn es so einige Kritikpunkte gibt, kann man mit der technischen Seite
insgesamt gut leben. An die diversen Macken gewöhnt man sich schnell und so
stören diese später kaum noch das Gameplay.
Fazit:
Baphomets Fluch: Der Engel des Todes ist insgesamt ein nettes Adventurespiel.
Allerdings gibt es einige Kritikpunkte die immens stören. Neben der etwas
dürftigen Grafik, nerven vor allem die unlogischen Rätsel. Es dauert zum
Teil recht lange, bis man auf die passenden Lösungen kommt. Außerdem ist es
etwas schade, dass es nur wenige echte Knobelrätsel gibt. Meistens müssen
wir nur ein Objekt an einem Ort einsetzen, Schalter drücken und Gegenstände
verschieben. Hier wäre ein wenig mehr Vielfalt nicht schlecht gewesen.
Trotzdem gibt es auch ein paar sehr interessante Rätsel, die einem zum
schwitzen bringen. Entschädigt werden wir dann noch durch eine interessante
Story, kleinere Slapstickeinlagen und viele witzige Dialoge. Es gibt natürlich
noch mehr positive Punkte. So stimmt z.B. die Mischung aus
Action und Rätseln. Immer wieder müssen wir etwas anderes erledigen und so
fallen die flacheren Passagen kaum noch auf. Hinzu kommt ein relativ einfacher
Schwierigkeitsgrad, wodurch selbst Anfänger nur selten überfordert werden.
Die Spielzeit von gut 15 Stunden ist für so ein Spiel auch in Ordnung.
Allerdings wird die meiste Zeit für die Bewältigung der Rätsel draufgehen.
Auch wenn Baphomets Fluch: Der Engel des Todes das Genre nicht neu erfindet,
kann es gut unterhalten. Der tolle Witz und die humorvollen Einlagen werden
nicht nur Fans der Vorgängerspiele begeistern. Uns hat das vierte George
Stobbart-Abenteuer - trotz diverser Macken - gut gefallen und daher können
wir das Spiel auch allen Adventurefans ans Herz legen.
Features:
- Neu entwickelte Engine ermöglicht revolutionären Detailreichtum und mehr
Realitätsnähe als jemals zuvor bei einem Adventure
- System zur Erkennung von Emotionen und zum Aufbau von Beziehungen zu
anderen Charakteren
- Zahlreiche faszinierende und abwechslungsreiche Umgebungen, die über die
ganze Welt verstreut sind und den Charme der jeweiligen Region einfangen
- Starke Spieldynamik: brenzlige Situationen müssen unter Zeitdruck gelöst
werden
- Herausfordernde, dabei aber immer logische Rätsel
- Packende Storyline voller Intrigen und Wendungen, basierend auf Fakten,
Mythen, Fiktionen und diversen Verschwörungstheorien