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Einleitung:
Die Entwicklerschmiede
Bohemia Interactive lieferte vor drei Jahren mit Operation Flashpoint ein
beeindruckendes Spiel ab. Jetzt geht das Game in die zweite Runde, denn
Armed Assault kommt auf den deutschen Markt. Es handelt sich dabei übrigens
um den inoffiziellen Nachfolger. Der Titel konnte leider aus
namensrechtlichen Gründen nicht beibehalten werden. Wir konnten uns das
Taktik-Shooter-Spiel jetzt genauer ansehen. Ob sich eine Anschaffung für
angehende Elitekämpfer lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Ganz ohne Grund werden wir natürlich nicht auf das Schlachtfeld geschickt.
Auf der Insel Sahrani, einer rein fiktiven Insel, treffen zwei
Regierungsformen aufeinander. Während im Norden Kommunismus herrscht,
gebietet im Süden eine parlamentarische Monarchie. Konflikte bahnen sich an
und schon startet der Norden eine Invasion in den Südteil der Insel. Wir
sind als Teil eines US-Kontingents im Süden stationiert. Unsere Aufgabe ist
es die Armee auszubilden. Anfangs materiell hoffnungslos unterlegen, liegt
es an uns, den Norden zu stoppen und zurückzudrängen. Bevor wir uns eine
Waffe schnappen und an die Front gehen, wollen wir erst einmal ganz von
vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint
ein kleines Menü mit den Punkten Spielen und Optionen. Wie üblich dürfen wir
unter Optionen alle spielrelevanten Einstellungen wie Grafik, Audio oder
Schwierigkeitsgrad anpassen. Von letzterem gibt es übrigens zwei Stufen:
Kadett und Veteran, die wir individuell anpassen dürfen. Klicken wir dagegen
auf Spielen, erscheinen vier weitere Punkte: Einsätze, Kampagne und
Mehrspieler. Hinzu kommt der Editor, indem wir Karten bzw. Szenarios für
Einzel- aber auch Mehrspielerschlachten bearbeiten oder erstellen können.
Kommen wir zurück zu den eigentlichen Spielarten. Am Anfang bietet sich erst
einmal der Modus Einsätze an. Hier durchläuft der Spieler u.a. ein Tutorial.
Der Übungsbereich bringt uns das Spiel und die Steuerung in kleinen
Schritten bei. Nötige Anweisungen werden mit englischer Sprachausgabe und
deutschem Untertitel gegeben und so weiß jeder, was er zu tun hat. Diese
Konstellation werden wir übrigens im Spiel ebenfalls vorfinden. Daneben
dürfen wir auch noch diverse Einsätze spielen. Eine kleine Einsatzbesprechen
zeigt uns genau, was zu tun ist und so startet Ihr niemals unvorbereitet in eine
Mission. Wer es ein wenig spannender mag, sollte in den Kampagnenmodus
wechseln. Hier durchleben wir dann auch die Story. Ein kleines nett
gemachtes Video mit deutscher Sprachausgabe leitet den Einsatz ein. Die
Kampagne selber ist in Story-Missionen und Nebenmissionen unterteilt, die
durch Zwischensequenzen verbunden sind. Vor jedem neuen Einsatz wird die
strategische Karte mit dem aktuellen Status der einzelnen Kriegsparteien
eingeblendet. Darüber hinaus werden auf der Karte alle verfügbaren Missionen
angezeigt. Möchten wir die Kampagne vorantreiben, müssen wir die
Storymissionen in Angriff nehmen. Daneben gibt es aber auch Einsätze, die
zuerst gespielt werden können und sich nachhaltig auf bestimmte
Story-Missionen auswirken. So sabotieren wir im Rahmen einer Mission
beispielsweise einen Flughafen, wodurch wir später einen Luftschlag
anfordern können. Allerdings wirken sich auch ein paar Nebenmissionen
negativ auf zukünftige Story-Einsätze aus. Eine interessante Sache, die den Singleplayermodus sehr interessant macht. Die Aufträge selber sind sehr
abwechslungsreich und vielschichtig. Von Aufklärungs- bis hin zu
Eroberungsmissionen ist alles vorhanden. Wer nicht gerne gegen
computergesteuerte Gegner kämpft, darf auch ein Mehrspielerspiel bestreiten.
Hier tragt Ihr dann mit 100 und mehr Spielern via LAN oder Internet
feuergewaltige Gefechte aus.
Armed Assault spielt in einer riesigen Welt, in der man sich frei bewegen
darf. Die Insel misst stolze 400 Quadratkilometer, was uns unendlich viele
Möglichkeiten eröffnet. Allerdings hat diese Weite auch Nachteile. Die Wege
bis zum nächsten Checkpoint sind oft sehr lang und so werdet Ihr öfters
einmal lange Fußmärsche in Kauf nehmen müssen. Selbstverständlich können wir
auch Hilfe wie Fahrzeugunterstützung, Munitionsnachschub oder medizinische
Unterstützung anfordern. Allerdings benötigt diese viel Zeit um an unseren
entlegenen Standort zu kommen. Realistisch ist auch das Gameplay, denn
fangen wir ein paar Kugeln ein, dann ist das Spiel schnell
beendet. Daher immer schön vorsichtig agieren. Ist die Übermacht zu groß, ist es sogar
ratsam ein Versteck aufzusuchen. Hier kann man dann unendlich viel Zeit
verbringen, bis ein Gegner auftaucht. Unsere Aufgaben sind ebenfalls
realistisch, denn oftmals müssen wir Patrouillen gehen. Das ist allerdings
nicht langweilig, denn hinter jeder Ecke könnte ein Feind lauern. Durch die
künstlich aufgebaute Spannung, fühlt man sich wie ein echter Soldat und so
genießt man auch jede ruhige Minute. Vor allem wenn gerade ein feindlicher
Panzer an uns vorbeigefahren ist, muss man erst einmal durchschnaufen.
Grundsätzlich arbeiten wir im Team und dieses sollte gut zusammenspielen. Um
sich zu verständigen nutzt man ein Funkgerät. Dank vorgegebener
Gesprächstexte, kann man sich schnell mit seinen Kollegen verständigen.
Allerdings ist es auch ein wenig verwirrend, wenn alle Soldaten miteinander
reden. Zum einen weil ständig Spracheinspielungen kommen und zum anderen
weil wir (falls die englischen Sprachkenntnisse nicht ausreichen) durch das
lesen der Texte oft abgelenkt werden. Die Unterhaltungen sollte der Akteur
allerdings nicht ignorieren, denn oftmals beinhalten diese wichtige
Informationen. Schnell kann es vorkommen, dass unsere Jungs ein neues Ziel
erhalten und kehrt machen. Einmal nicht aufgepasst und wir befinden uns
allein auf fremden Terrain. Nach den ersten Aufträgen wird uns das Kommando
zugesprochen und wir trotten nicht mehr hinter der Meute her. Jetzt sollen
wir den Einsatz planen und unsere Kollegen leiten. Einzelne Soldaten funken
wir an und geben ihnen taktische Befehle. Dank einfacher Bedienung blickt
man hier schnell durch und so entsteht schnell ein schlagkräftiges Team.
Allerdings klappt das nur, wenn die CPU-Figuren mitmachen. Hin und wieder
kommt es leider vor, dass sie die Befehle missachten oder falsch befolgen.
Das war natürlich noch nicht alles. Ausrüsten müssen wir unseren Soldaten
dann auch noch. Dazu stehen unzählige Waffen bereit, die vom Sturmgewehr bis
hin zum mobilen Raketenwerfer reichen. Die Vielfalt kennt keine Grenzen,
denn auch Fahrzeuge und Luftfahrzeug sind in dem Spiel vorhanden. So werden
wir Panzer genauso kennen lernen, wie viele unterschiedliche gepanzerte
Fahrzeuge oder zivile Autos. Hubschrauber dürfen in einem modernen Krieg
ebenso wenig fehlen, wie Haubitzen oder Boote. Am meisten wird unsere
Spielfigur allerdings zu Fuß unterwegs sein. Selbstverständlich hat dieser
diverse Bewegungen drauf. Der virtuelle Soldat darf z.B. seine Waffe
unterschiedlich halten, sich in gefährlichen Situationen anlehnen, sich
hinknien, hinlegen, rennen, gehen oder sogar schwimmen. Den Überblick
behalten wir durch unterschiedliche Perspektiven. Wir dürfen sowohl aus
der Ego- als auch aus der Beobachtungsansicht agieren. Hinzu kommt die
Waffenperspektive, aus der wir am besten schießen können. Ihr sehr schon das
dieses Spiel viele Möglichkeiten anbietet, wodurch das Gameplay sehr
authentisch wird. Dazu trägt auch die absolut zwingende taktische Disziplin
bei. Denn nur wenn wir vorsichtig und im Team arbeiten, wird unsere Mission
erfolgreich verlaufen.
Technik:
Die Grafik sieht ganz nett aus. Allerdings müssen wir vorab erwähnen, dass
Ihr einen sehr leistungsstarken PC benötigt. Dreht Ihr alles auf, so
läuft das Spiel nur mit einem High-End-PC einigermaßen flüssig. Habt Ihr
diesen nicht, so werdet Ihr üble Rückler erleben. Dann bleibt nur noch die
Möglichkeit vieles herunter zu schrauben. Bei der Grafik gibt es dann
gute aber auch schlechte Seiten. Nicht alle Texturen sind
erstklassig. Wir werden zwar viele realistische Objekte vorfinden,
allerdings auch welche, die weniger schön aussehen. Wirklich toll kommen die
Gebäude und Fahrzeuge rüber. Hier hat sich der Hersteller wirklich
angestrengt. Etwas unschöner sind dagegen die Landschaften. Eine ordentliche
Vegetation ist außerdem genauso vorhanden, wie viele Effekte. Eindrucksvoll
ist dann noch die Weitsicht. Kilometerweit kann man in die Ferne schauen.
Dieses führt allerdings auch zu starken Performance-Einbrüchen. Die
Waffenmodelle sehen außerdem sehr originalgetreu aus. Ebenso gut kommen die Figuren rüber. Ordentlich animiert und
modelliert bewegen sie sich durch die Landschaft. Sitzen wir in Fahrzeugen,
so ist es mit der Animation vorbei. Der Fahrer hockt dann nur noch starr am Lenkrad.
Dieses dreht sich zwar, aber nur durch seine Hände. Wirklich gut sieht das
nicht aus. Der Sound passt zum Spiel, wie die Faust aufs Auge.
Die Waffen hören sich genauso gut an, wie die Fahrzeuge. Allerdings gibt es auch
hier Einschränkungen. Autos klingen von innen weniger authentisch. Hinzu
kommen dann noch glasklare englische Synchronstimmen. Ab und zu werden wir
in den Filmen auch deutsche Sprecher zu hören bekommen. Wer der
englischen Sprache nicht mächtig ist, darf übrigens alles über deutsche
Texte nachlesen. Lauschen dürfen wir außerdem noch einer stimmungsvollen
Musik und vielen Ingamegeräuschen. Mit der Steuerung kommt man leider nicht
sofort klar. Dafür gibt es einfach zu viele Sachen, die wir machen können.
Ein Tutorial ist zwar vorhanden, aber das hilft nur wenig, wenn man relativ
schnell in das Spiel einsteigen möchte. Nur wer ausgiebig übt und sich lange mit
den vielen Möglichkeiten und Fahrzeugen beschäftigt, wird später ohne
Probleme spielen können. Nett ist dann noch, dass das Spiel mehrere
Trefferzonen anbietet. Je nachdem, wie wir oder unsere Gegner getroffen
werden, hat es Auswirkung auf das weitere Geschehen. Mit einem Kopftreffer
z.B. hat sich das Spiel für uns sofort erledigt. Treffer in andere Zonen
haben dagegen Auswirkung auf unsere Gesundheit. Hierdurch ergibt sich auch
ein hoher Schwierigkeitsgrad. Da wir innerhalb von wenigen Sekunden sterben
können, laufen wir permanent Gefahr, alles noch einmal machen zu müssen.
Gerade Anfänger werden hierdurch oft Frustmomente erleben. Etwas negativ ist dann
noch die KI. Diese hat oft Aussetzer. Man kann nur hoffen, dass ein
baldiger Patch das Problem löst. Fasst man alles zusammen, so kann man
grundlegend mit der technischen Seite zufrieden sein.
Fazit:
Eins kann man dem Spiel nicht abstreiten, realistisch ist es ohne Ende. Wir
agieren wie ein echter Soldat in einem Gefecht. Machen wir das nicht, so
wird man schnell das zeitliche segnen. Hierdurch wird aber auch eine
künstliche Spannung aufgebaut, denn hinter jeder Ecke könnte der Tod lauern.
Nur wer vorsichtig nach vorne geht und mit seinen Teammitgliedern
zusammenarbeitet, wird eine Mission erfolgreich beenden. Toll ist dann noch
die komplette Atmosphäre in dem Spiel. Wenn die Panzer an uns vorbeidröhnen,
die Kugeln über unseren Kopf hinweg fliegen und hektische Funksprüche das
Chaos ankündigen, bekommt man schnell schwitzige Hände. Etwas Schade ist
allerdings, dass die KI nicht wirklich überzeugen kann. In der heutigen Zeit
erwartet man doch ein wenig mehr von computergesteuerten Figuren. Das
bezieht sich vor allem auf die Gegner, die sich sehr unmenschlich verhalten.
Nur etwas besser sind unsere eigenen Kollegen. Man kann hier nur auf einen
baldigen Patch hoffen. Dieser könnte dann noch kleinere
technische Macken verbessern. Hin und wieder kommt es nämlich zu abstürzen.
Wir werden allerdings jetzt schon durch die vielen Waffen und Fahrzeuge
anständig entschädigt. Hinzu kommen unendlich viele taktische Möglichkeiten.
Hier können sich angehende Elitesoldaten so richtig auslassen. Wer dann noch
Mehrspielerschlachten mag, der wird voll auf seine Kosten kommen. Das Spiel
bietet gerade in diesem Bereich sehr viele Möglichkeiten. Dank eines großen Szenarios sind atemberaubende Schlachten
unausweichlich. Wer also ein wirklich realistisches Taktig-Egoshooter-Spiel
sucht, einen hammerharten Schwierigkeitsgrad nicht scheut und einen sehr
leistungsstarken Rechner besitzt, der darf gerne bei diesem Spiel
zuschlagen. Uns hat Armed Assault trotz kleinerer Kritikpunkte gut gefallen
und daher können wir auch eine Kaufempfehlung aussprechen.
Features:
- Grafik: Die neuartige DirectX 9 Engine ermöglicht unglaublich
detailgetreue Umsetzung von Animationen, Personen und Gegenständen.
Besonders beeindruckend ist die überzeugende Darstellung von großen Gebieten
mit unterschiedlichen Spezialeffekten. Realistischer wurde Krieg bisher nie
gezeigt.
- Die Insel Sahrani: Das Schlachtfeld besteht aus einem 400 km² großen
Gelände mit Städten, Dörfern, Inseln und unterschiedlichen Vegetationen
(europäisch, mediterran, tropisch…). Das übersteigt sogar das Gesamtvolumen
von 'Operation Flashpoint' und 'Resistance'. Neben der unterschiedlichen
Vegetationen gibt es natürlich auch eine eigenständige Tier- und
Menschenwelt. Alle Gebäude und das gesamte Areal sind begehbar, sollte man
nicht gerade mit einem der über 40 Fahr- oder Flugzeugen unterwegs sein.
Neben Hubschraubern, Panzern und Jeeps sind auch Zivilfahrzeuge und vieles
mehr vorhanden. Realistische Tages- und Nachtsimulationen sind ebenso
selbstverständlich wie wechselndes Wetter, Gezeiten und sternenklare Nächte.
- Singleplayer: Obwohl das Spiel für das LAN und Internet ausgelegt ist,
enthält es 20 Singleplayer-Missionen, in denen sich mit Hilfe von virtuellen
Kameraden das Spiel erlernen lässt. Neben Trainingsmissionen kann man echte
Ereignisse nachspielen. Alle Missionen sind inspiriert durch wirkliche
Geschehnisse, militärische Taktiken und politische Doktrinen.
- Multiplayer: Hier liegt die große Stärke von 'Armed Assault': Man hat die
freie Wahl, sich als Panzerfahrer, Pilot, einfacher Soldat u.v.m. ins
Geschehen einzubringen. Als einer von ca. 100+ Spielern kann man gewaltige
Schlachten so realistisch wie noch nie spielen. Das Ausmaß der Schlacht
bremst nur die Serverhardware. Neben den bekannten Spielmodi wie CTF, Death
Match, Team Death Match, Attack & Defend, Capture & Hold sind weitere und
noch nie gesehene Varianten integriert.
- Community: Der steigende Erfolg ist jetzt schon deutlich spürbar. Durch
die offene Spielarchitektur, die eigens entwickelte Scriptsprache und die
Integration von Editoren ist es Fans möglich, das Spiel nach ihren Wünschen
zu gestallten. Neue Addons, Maps, Models und Grafiken werden für lang
anhaltenden Spielspaß sorgen und Clans wie Pilze aus dem Boden schießen
lassen.
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