Mittlerweile ist es schon
fast normal geworden, dass erstklassige PC-Spiele den Weg auf Nintendos
Handheld finden. Zum ersten Mal wird jetzt ein Spiel der sehr erfolgreichen
Anno-Reihe für Nintendos DS umgesetzt. Es handelt sich dabei um das
Strategiespiel Anno 1701. Wir konnten die fertige Version des Disney
Interactive Studios-Game jetzt ausgiebig testen. Ob Deutschlands
erfolgreichstes Aufbaustrategiespiel die hohen Erwartungen erfüllen kann und
ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Anno 1701 spielt in der Welt des 17. und 18. Jahrhunderts. Es gilt, die Neue
Welt zu entdecken, zu erschließen und zu besiedeln. Bevor wir allerdings in
das Aufbaustrategiespiel starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem das Spiel gestartet und die Spracheinstellungen bestimmt
wurden, muss sich der Spieler eine Spielart aussuchen. Zur Wahl stehen die
drei Modis Kampagne, Endlosspiel und Mehrspielermodus. Die
Kampagne inkl. Einführungsspiel bietet sich als erste Spielart an, denn hier
kann man sich mit der Bedienung und dem Spielprinzip wunderbar vertraut machen. Die
Geschichte die hinter der Kampagne von Anno 1701 steht, ist in fünf Kapitel
eingeteilt. Mit jedem Kapitel, die ihrerseits wieder aus diversen Missionen
bestehen, wird die Herausforderung, die es zu meistern gilt, größer. In
diesem Modus kann der Gamer - angeleitet von einem kompetenten Berater -
seine Kolonien und seine Siedlungen nach und nach aufbauen. Im
Verlauf des Spiels werden uns immer wieder neue Charaktere begegnen, die
kleine oder große Herausforderungen mit sich bringen. Dabei gilt, dass wir
die Missionsziele eines Kapitels erreichen müssen. Erst wenn wir das
geschafft haben, ist ein Spielabschnitt zu Ende. Geschaffte Abschnitte
dürfen dann immer wieder neu gespielt werden. Selbstverständlich darf eine
kleine Story nicht fehlen. Ein alternder König träumt von der Entdeckung der
Neuen Welt und schickt eine Flotte unter der Führung seiner besten Männer
aus, um die andere Seite des Ozeans zu erkunden. Ein Teil seiner Schiffe
kehrt nie mehr zurück, denn einer der beiden Kapitäne erwies sich als
Verräter am Königreich. Der König wurde älter, und eines Tages übergab er
die Krone an seine Tochter. Sie verspricht ihm dabei feierlich, die
Erkundung der Neuen Welt fortzuführen. Doch auch die mächtige Königin Alisa,
eine ausgesprochen reizbare Person, verfolgt eigene Ziele in der Neuen Welt,
und so hat sie sich mit ihrem Gefolge bereits dort angesiedelt. Ihre Macht
über die neuen Kolonien wächst kontinuierlich.
Damit wir im
Kampagnespiel immer
wissen, was als nächste Aufgabe ansteht, gönnt uns der Hersteller ein
nützliches Aufgabenbuch. Daneben gibt es noch diverse Nachrichten von unserem
Berater, der uns Infos über die Mission, Hinweise zu bestimmten Ereignissen
oder Berichte über Missstände in unserer Siedlung gibt. Außerdem warnt er
uns vor bevorstehenden Angriffen und erteilt nützliche Tipps. Wer diese
Spielart nicht so mag, sollte mal ein Endlosspiel starten. Bei dieser
Spielart gilt es, unentdecktes Land zu erforschen, erfolgreich zu besiedeln
und schließlich unser Einflussgebiet zu vergrößern. Dabei dürfen wir so gut
wie alles frei bestimmen, denn u.a. kann man hier gegen drei andere
Computergegner spielen. Andere Einstellungen wie die Inselzahl, Inselgröße,
Inselentfernung, Fruchtbarkeit oder unentdeckte Bereiche sind ebenfalls
möglich. Hinzu kommen Spieleinstellungen wie die Entwicklungsstufe, Waren
bei Spielbeginn, Startkapital, Piratenangriffe, Katastrophenhäufigkeit oder
der Schwierigkeitsgrad.
Wer nicht so gerne gegen den Computer spielt, darf auch mit menschlichen
Spielern ein Spiel wagen. Bis zu vier Spieler dürfen hier an einem frei
einstellbaren Game teilnehmen. Egal welche Spielart Ihr nun auswählt,
irgendwann beginnt endlich das Abenteuer. Das Gameplay ist relativ einfach. Der
Spieler soll zum einen immer etwas entdecken. Am Anfang zum Beispiel die
Insel, auf der eine Zivilisation aufgebaut werden kann. Später dann Inseln
auf denen Ressourcen fehlen. Hat der Akteur zu Beginn eine passende Insel
gefunden, darf er sich dort ansiedeln. Der Aufbau einer florierenden
Siedlung und die Weiterentwicklung unserer Bevölkerung vom Pionierstatus zur
wohlhabenden Aristokratenstufe ist eine große Herausforderung. Dazu brauchen
wir erst einmal ein Kontor. Hier kann man Waren lagern, ein- und verkaufen,
sowie mit den Mitspielern Handel betreiben.
In unserem Einflussradius
sollen
wir dann weitere Gebäude errichten. Dabei muss der Spieler auf vieles
achten. So müssen Gebäude, die Teil einer Produktionskette sind, immer in
der Nähe von den dazugehörigen Häusern liegen. Ein Steinmetz
braucht z.B. einen Steinbruch in seiner direkten Umgebung. Bei den Bauwerken wird grundlegend unterschieden in Material-,
Nahrungs-, Produktions-, öffentliche Gebäude sowie Schutz-, Militär und
Prunkgebäude. Außerdem sollte der Spieler die Häuser mit Straßen verbinden,
um dem Marktkarren die Möglichkeit zu geben, die produzierten Güter zu
bewegen. Das war natürlich noch nicht alles. Wenn wir mit der Besiedlung
einer Insel beginnen, sind die Ansprüche unserer Einwohner noch relativ
gering. Sie verlangen lediglich nach Holz und ein paar Nahrungsmittel.
Schnell ein paar Holz- und Fischhütten errichtet und schon herrscht
Zufriedenheit auf unserer Insel. Später wird das ein wenig anders ablaufen,
wenn wir höhere Zivilisationsstufen erreichen. Dann wollen die Einwohner
weitere Bedürfnisse erfüllt haben, was uns dazu zwingt, neue Einrichtungen
zu bauen. Das lohnt sich allerdings auch, denn zufriedene Bürger zahlen mehr
Steuern. Damit wir nicht den Überblick verlieren, gibt uns das Spiel immer
ausreichende Hilfestellungen und so entdecken wir schnell Lücken in unserem
Aufbauspiel. Neben dem Bauen von Gebäuden soll der Spieler noch mit Waren
handeln. Dazu kaufen und verkaufen wir alles, was aktuell angeboten wird. Der
Preis selber verändert sich übrigens dynamisch, denn dieser ist von Angebot
und Nachfrage abhängig. Wer also immer auf die gleichen Waren setzt, wird
schnell Probleme bekommen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Militär.
Nachdem wir eine Kaserne gebaut haben, können erste Soldaten ausgebildet
werden. Diese beschützen dann nicht nur unsere eigene Stadt. Packen wir die
Soldaten in ein Kriegsschiff, so kann der Akteur auch andere Siedlungen
angreifen. Das bedeutet natürlich auch, dass Gegenspieler uns attackieren können. So erforschen wir nun die
virtuelle Spielwelt,
bauen unsere Siedlungen immer weiter auf, treiben Handel, sorgen für eine
positive Bilanz und befriedigen die Bedürfnisse unser Einwohner.
Technik:
Mit der technischen Seite kann man mehr als zufrieden sein. Da wäre zum
einen die Grafik. Diese ist sehr detailliert. Wir werden neben wunderschönen
Gebäuden auch bewegte Windmühlenflügel zu sehen bekommen. Alles passt hier
wunderbar zusammen und so kann man dem Treiben stundenlang zusehen. Hinzu kommen dann
noch übersichtliche und gut sortierte Menüs, mit denen man sich sofort
zurecht findet. Da stört es auch nur wenig, dass die Präsentation ein wenig
mager ausfällt. Nerviger ist da schon die Musik. Bis auf ein paar
drögen Musikstücken werden wir nur vereinzelten Ingamegeräuschen lauschen.
Hier hätte der Hersteller ruhig mehr machen können. Am genialen Gameplay
ändert diese Tatsache aber wenig. Das Spiel lässt sich trotz kleinerer
Kritikpunkte wunderbar spielen. Das liegt natürlich auch an der intuitiven
und leicht erlernbaren Steuerung. Das komplette Spiel wird mit dem Stylus
gespielt. Das klappt erstklassig und so kann man sehr schnell in das
Spielgeschehen einsteigen. Die Kamera hat auch alles im Blick. Einzig ein
paar Zoomstufen mehr hätte man uns gönnen können. Allerdings muss man auch
die Leistungsstärke des DS berücksichtigen. Der Schwierigkeitsgrad ist sehr
angenehm. Anfänger aber auch Genrekenner werden immer eine passende
Herausforderung finden. Hinzu kommt eine vorbildliche Lernkurve. Fasst man nun alles
zusammen, so kann die solide Technik voll überzeugen.
Fazit:
Anno 1701 ist auch auf Nintendos Handheld ein erstklassiges
Aufbaustrategiespiel. Die Steuerung hat uns genauso begeistert, wie die
Einbindung der beiden Bildschirme. Das Spiel wurde wirklich optimal auf den Handheld
zugeschnitten. Sehr motivierend sind auch die diversen Spielmodis. Es wird
Tage brauchen, bis Ihr wirklich alles gesehen habt. Das Spiel
macht einen außerdem förmlich süchtig, schließlich will man immer wieder andere
Sachen ausprobieren und bauen. Da stören noch nicht einmal die kleineren
Macken beim Sound
oder bei der Präsentation. Wer also ansatzweise Aufbaustrategiespiel
mag, der muss bei Anno 1701 einfach zuschlagen. Selten hat ein Spiel aus
diesem Genre so viel Spaß gemacht. Uns hat das neuste Disney Interactive
Studios-Game wirklich gut gefallen und so können wir das Spiel jedem
Aufbaufan ans Herz legen.
Features:
- Stylus-Steuerung: Die komplette Welt von ANNO 1701 kann mit Hilfe des
Stylus und des Touchscreens erforscht werden
- Nutzung der Dual Screens: Die beiden LCD-Screens des Nintendo DS sorgen
für optimale Übersicht über die Spielwelt und in allen Menüs
- Drei Spiel-Modi: Eine umfangreiche Kampagne mit über 15
abwechslungsreichen Missionen, ein variabler Endlos-Modus sowie ein
Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler sorgen für stundenlangen Spielspaß
- Überarbeitetes Kampf-System: Das Kampfsystem wurde im Vergleich mit der
PC-Version überarbeitet und auf die Möglichkeiten des Nintendo DS angepasst
- Leichter Einstieg: Ausführliche Tutorials und eine interaktive Hilfe
führen Einsteiger in die umfangreichen Gameplay-Möglichkeiten ein