Die Alone in the Dark-Reihe
sollte eigentlich jeder kennen, denn die Spiele erfreuen schon seid 1992
viele Gamerherzen. Man kann sogar sagen, dass der erste Teil vor mehr als 15
Jahren das Survival-Horror-Genre erschuf. Mittlerweile sind schon vier Teile
der Reihe in den Handel gekommen. Nun folgt der fünfte mit dem altbekannten
Namen Alone in the Dark V. Entstanden ist das Spiel bei den Eden Studios die
bekannt wurden durch Titel wie die V-Ralle-Reihe, Kya oder Test Drive
Unlimited. Das Action-Survival-Spiel erscheint übrigens für PC, Xbox 360,
Playstation 2 & 3 und Nintendo Wii. Wir konnten uns die fertige Xbox
360-Version jetzt sehr genau ansehen. Ob sich eine Anschaffung nicht nur für
Fans der Reihe lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
Natürlich darf bei so einem Spiele eine Story nicht fehlen. Der Central Park
wurde ursprünglich als sichere Zufluchtstätte geschaffen … aber nicht
unbedingt für die Einwohner von New York, sondern für Wesen ganz anderer
Art. Generationen von Wächtern haben dieses Geheimnis gehütet und dafür
gesorgt, dass die riesige Parkfläche unberührt blieb, während die Stadt um
den Park herum in den Himmel wuchs. Jetzt kann das Geheimnis nicht mehr
gewahrt werden, und Edward Carnby, seines Zeichens Detektiv für paranormale
Aktivitäten, muss in einer einzigen apokalyptischen Nacht versuchen, die
unglaubliche Wahrheit hinter dem Central Park aufzudecken. Der Spieler
schlüpft natürlich in die Haut des mutigen Helden. Mit ihm sollen wir nun
viele unterschiedliche Aufgaben bewältigen. Diese reichen von diversen
Klettereinlagen, über kleinere Knobelaufgaben, vielen Kämpfen bis hin zu
Fahrten mit einem Auto. Am Anfang erwachen wir mit unserer Spielfigur ohne
eine Erinnerung zu haben. In der Ego-Perspektive werden wir nun recht
unsanft auf die Beine gestellt und von einem Mann weggezerrt. Bevor die nahe
Exekution eintritt, geschehen merkwürdige Dinge. Heftige Erschütterungen und
merkwürdige Risse im Gebäude lassen viele Fragen aufkommen, die erst später
beantwortet werden. Allerdings haben diese Ereignisse auch einen Vorteil,
denn wir werden unseren Peiniger los und können so die Flucht aus dem
Hochhaus beginnen. Jetzt darf der Spieler auch in der
Third-Person-Perspektive spielen. Das bringt vor allem bei den
Klettereinlagen immense Vorteile. Hindernisse oder Abgründe sollen wir
nämlich mit Hilfe der Umgebung überwinden. So gibt es z.B. herumhängende
Kabel, die als Schwungseile benutzt werden können. Dabei werden wir oftmals
in Hektik ausbrechen, denn bei unseren Kletteraktionen werden diverse
Ereignisse eingespielt. So sollen wir herabstürzenden Trümmerteilen
ausweichen und andere Fallen überlisten. Obligatorische Gegner dürfen bei
dem Spiel ebenfalls nicht fehlen. Dabei treffen wir nicht nur auf einen
Gegnertyp. Immer wieder tauchen andere monsterähnliche Wesen auf, die uns an
den Kragen wollen. Auch hier soll der Spieler die Umgebung nutzen um sein
Leben zu schützen. Man kann zum Beispiel einen Stuhl nehmen und diesen dann
an Flammen anzünden. Genretypische Schusswaffen existieren dann auch noch.
Allerdings kann man mit diesen nicht alle Probleme aus der Welt schaffen und
so muss der Gamer immer wieder Alternativen suchen. Vor allem Schlagwaffen
bevorzugt unser Held. Diese werden, anders wie in anderen Genrevertretern,
nicht mit einem einfachen Knopfdruck aktiviert. Vielmehr müssen wir die
Schlagbewegung mit dem Stick simulieren.
Bei unserer Flucht aus dem Hochhaus merken wir, dass sich diese merkwürdigen
Phänomene immer weiter ausbreiten. Da die Umgebung relativ groß ist nutzt
unser Held auch Fahrzeuge um an gewünschte Orte zu gelangen. Eine ruhige
Fahrt sollte jetzt keiner erwarten, denn fest eingebaute Ereignisse
erschweren auch hier unser Leben. Immer wieder stürzen Objekte auf die
Strasse, denen wir ausweichen müssen. Hinzu kommt die etwas eigenwillige
Steuerung, die uns ebenfalls alles abverlangt. Nett ist übrigens auch, dass
wir die Umwelt recht frei erkunden dürfen. Dabei werden wir viele
unterschiedliche Orte erblicken. Ein Museum ist genauso vorhanden, wie eine
U-Bahn-Station oder Abwasserkanäle. Hier treffen wir ebenfalls auf die
diversen Gegner, die wir mit unseren eingesammelten Waffen bekämpfen.
Daneben gibt es auch noch viele andere Objekte, die wir in den unzähligen
Umgebungen einsammeln. Neben den normalen Gegenspielern werden wir auch gut
inszenierte Bossgegner erblicken. Wie bei solchen Spielen üblich, hat jeder
Feind andere Stärken aber auch Schwächen. Haben wir diese erst einmal
herausgefunden, so ist das Monster schnell erledigt. Wir kommen nun zu einem
Punkt, der uns sehr gut gefallen hat. Edward hat ein ganz anderes
Inventarsystem. Er verstaut wirklich alles am Körper, wo wir diese Sachen
auch direkt erblicken. Mit einem Tastendruck öffnet der Held seine Jacke und
wir sehen alle Dinge - wie Waffen, Taschenlampe, Munition oder
Benzinflasche - die er aktuell mit sich herumschleppt. Das war bei weitem
noch nicht alles. Die mitgeführten Gegenstände lassen sich zusätzlich
kombinieren. So kann man z.B. aus einfachen Patronen mit Alkohol
entflammbare Geschosse machen. Ein Molotow-Cocktail ist auch mit wenigen
Handgriffen gebaut. Leider mussten wir feststellen, dass bei der Kombination
stark auf die Reihenfolge geachtet wird. Zieht Ihr den falschen Gegenstand
als erstes auf ein Objekt, passiert nichts. Das dürfte in der heutigen Zeit
nicht mehr passieren. Die Kombinationsfreudigkeit endet nicht im Inventar.
So kann der Spieler auch ein Feuerzeug und eine Spraydose in die virtuellen
Hände nehmen - fertig ist ein kleiner Flammenwerfer. Bei den Kämpfen
erleiden wir notgedrungen Schaden. Wir haben zwar keine Lebensleiste,
allerdings erkennen wir anhand von ekligen Fleischwunden schnell, wann es
unserem Helden schlecht geht. Diese Wunden kann man zum Glück mit einem
Spray oder falls diese schlimmer sind, mit einem Verband realitätsnah
versorgen. Das Spiel lebt allerdings nicht nur von den vielen Kämpfen,
wilden Autofahrten und spektakulären Klettereinlagen. Ein wichtiger
Bestandteil des Spiels sind auch die adventuretypischen Rätsel. Hier gilt es
Sachen zu besorgen, diese an dafür vorgesehenen Orten wieder einzusetzen
oder Sachen zu aktivieren. Bei vielen Aufgaben spielt auch die Umgebung und
die eingebaute Physik eine wichtige Rolle. So muss man Kabel an Ecken
schwingen, damit sie einen nicht behindern. Immer wieder wird der Spieler
vor Problemen gestellt, die auf verschiede Art und Weise gelöst werden
sollen.
Technik:
Mit der Grafik kann man eigentlich ganz gut leben. Einzelne Texturen hätten
zwar ein wenig schärfer sein können, wirklich störend ist das aber nicht.
Dafür werden wir durch viele Effekte und Lichtspielereien anständig
entschädigt. Allerdings gibt es auch hier hin und wieder Sachen die
missfallen. Einfallendes Licht durch ein Fenster wirkt zum Teil viel zu
künstlich. Nett sehen außerdem die Figuren aus. Sie wurden ordentlich
modelliert und auch ansprechend animiert. Etwas hüftsteif ist unser Held
aber trotzdem. Das ganze wurde außerdem in eine atmosphärisch spannende
Spielwelt gepackt, in der eigentlich immer etwas passiert. Eingespielte
Filme halten alles gut zusammen und so kommt man kaum noch vom Bildschirm
los. Recht ansprechend ist der Sound. Viele passend eingespielte
Soundeffekte sorgen für eine dichte Atmosphäre. Hinzu kommt eine
stimmungsvolle Musik. Etwas dürftig fällt dagegen die deutsche
Synchronisation aus. Nicht jeder Sprecher passt zur Figur. Die Steuerung ist leider etwas
gewohnheitsbedürftig. Zum einen kann man nur Waffen abfeuern, wenn man zuvor
in die Egoperspektive wechselt. Hinzu kommt eine gewisse Trägheit beim
Zielen, was gerade in hektischen Situationen immense Nachteile mit sich
bringt. Die Fahrzeuge lassen sich auch nicht viel besser lenken. Sie fahren
sehr schwammig und bleiben fast überall hängen. Vor allem, wenn uns die Zeit
im Nacken sitzt, kommen schnell Frustmomente auf. Ganz nett ist auch noch
die Idee des Blinzelns. Mit einem Druck auf den Stick können wir Lidschläge
ausführen und so unser eingeschränktes Sichtfeld verbessern. Der
Schwierigkeitsgrad ist recht angenehm. Die Rätsel sind logisch und so kommt
man schnell auf die entsprechende Lösung. Außerdem gibt das Spiel gerade am
Anfang genügend Hinweise und so lernt man die Fähigkeiten der Spielfigur gut
kennen. Wirklich leicht ist das Game aber nicht. Dafür stirbt unsere Figur
einfach zu oft. Viele Abschnitte müssen wir mehrmals absolvieren, bis wir
gestellte Aufgaben erledigen. Etwas mager ist dann auch noch die
KI der Gegner. Wirklich intelligent verhalten sich diese nämlich nicht.
Einzig bei den Bosskämpfen werden wir wirklich gefordert. Wird ein Abschnitt
dann doch einmal zu viel für Euch, oder habt Ihr gerade keine Lust auf einen
Endgegner, so könnt Ihr diesen auch überspringen. Das Spiel ist in viele
Spielabschnitte aufgeteilt, die von Anfang an frei anwählbar sind. Somit
bleibt man also niemals in dem Spiel hängen. Damit wir nichts von der Story
verpassen, gönnt uns der Hersteller auch noch einen kleinen Film im Vorfeld.
So wird schnell gezeigt, was bis jetzt geschehen ist. Fasst man nun alles
zusammen, so kann man - bis auf Kleinigkeiten - recht zufrieden mit der
technischen Seite sein.
Fazit:
Alone in the Dark V wird man lieben oder hassen. Das Spiel hat wirklich
viele Features, die es zu einem einmaligen Spielerlebnis machen. Allerdings
gibt es auch viele Sache die absolut stören. Fangen wir erst einmal mit den
positiven Punkten an. Die nette Geschichte kann eigentlich grundlegend
überzeugen. Vor allen durch die nette Präsentation, wird man bis zum Ende am
Bildschirm gefesselt. Außerdem hat der Hersteller viele interessante Ideen
in das Spiel eingebaut. Unzählige Effekte, vor allem das Feuer, haben uns
genauso gefallen, wie die Kombinationsvielfalt, der Sound, die düstere
Atmosphäre, die gut in das Spiel eingebaute Physikengine und die relativ
offene Spielwelt. Allerdings gab es auch viele Sachen, die das Gameplay
negativ beeinflussen. So ist die Steuerung nicht wirklich gut. Es wird
wirklich einiges an Zeit brauchen, bis vor allem Anfänger damit klar kommen.
Außerdem hat das Game viele kleine Grafikfehler und üble Ruckler. Zusätzlich lassen
sich einige Aufgaben nur durch das Trial and Error-Prinzip erledigen. Wir
werden also immer wieder Sachen mehrmals machen müssen, bis wir wirklich die
Lösung für ein Problem finden. Das verlängert die Spielzeit unnötig. Leider
gibt es in dem Game auch viele kleine Macken, die so nicht vorkommen
dürften. Oft geschieht es, dass wir durch Objekte eingekeilt werden. Wer
damit leben kann, der wird allerdings ein stimmungsvolles und gut
inszeniertes Spiel erhalten. Natürlich muss man über so manche Kritikpunkte
hinwegsehen können. Wir konnten das und so hat uns das neuste Atarispiel
auch recht gut gefallen. Wer also mit technischen Problemen leben kann und
recht frustresistent ist, der darf bei diesem unterhaltsamen Spiel ruhig
zuschlagen.
Features:
- Alles kann zerstört werden: Detaillierte Gegenstände in der Umgebung. Fast
jedes Objekt kann in Echtzeit benutzt oder bedient werden (Seile festbinden,
Molotow-Cocktails herstellen, Kanister in der Luft zerschießen, alle Türen
zerstören).
- Feuer: Als Waffe benutzt kann Feuer auf alle beweglichen brennbaren
Objekte/Figuren übergreifen und die unmittelbare Umgebung zerstören.
- Freiheit: Spieler können mit Fahrzeugen im Spiel überall hinfahren -
Verfall in Echtzeit - Kaputtmachen und weiterfahren - Der Spieler kann aus
dem fahrenden Auto springen und es so als Waffe benutzen - Keine Begrenzung:
Der Spieler kann überall dorthin, wo ein Mensch in dieser Situation
ebenfalls hin könnte - Man kann so weit sehen, wie das Auge reicht.
- Erzähltiefe: Die Entwickler Eden Studios haben die Zutaten von gefeierten
TV-Dramaserien wie 24 oder Lost genommen und sie erfolgreich in das
Videospiel eingebracht.
- Unglaublich realistische Umgebung: Stimmige Beleuchtung mit Schattenspiel,
erkennbare Hautstrukturen und feuchte Augen mit Lichtreflexionen.
Verletzungen werden realistisch dargestellt und haben einen logischen
Einfluss auf die Handlungen und Bewegungen des Spielers.
- Egoperspektive: Zur Simulation der körperlichen Verfassung (z. B.
Zwinkern, um die Sicht zu verbessern)
- Intuitives Inventar: Man kann nur Gegenstände bei sich tragen, die auch
realistisch transportiert werden können.
- Pathfinding (Wegsuche)/KI: Feinde werden durch Geruch und Sicht aufgespürt
- KI-Erfassungszonen.