Fast jeder dürfte die Alone
in the Dark-Reihe kennen. Die Action-Adventure-Spiele erfreuen schon seit
vielen Jahren die Gamergemeinde. Der erste Teil erschuf sogar vor mehr als
15 Jahren das Survival-Horror-Genre. Mittlerweile sind schon vier Teile der
Reihe in den Handel gekommen. Jetzt folgt endlich der fünfte mit dem
obligatorischen Namen Alone in the Dark V. Entstanden ist das Spiel bei den
Eden Studios, die bekannt wurden durch Titel wie die V-Ralle-Reihe, Kya oder
Test Drive Unlimited. Das Action-Survival-Game erscheint übrigens für PC,
Xbox 360, Playstation 2 & 3 und Nintendo Wii. Wir konnten uns jetzt die
fertige Wii-Version ausgiebig ansehen. Ob sich ein Kauf für
Nintendo-Wii-Besitzer lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Eine anständige Story darf bei so einem Spiele nicht fehlen. Der Central
Park wurde ursprünglich als sichere Zufluchtstätte geschaffen … aber nicht
unbedingt für die Einwohner von New York, sondern für Wesen ganz anderer
Art. Generationen von Wächtern haben dieses Geheimnis gehütet und dafür
gesorgt, dass die riesige Parkfläche unberührt blieb, während die Stadt um
den Park herum in den Himmel wuchs. Jetzt kann das Geheimnis nicht mehr
gewahrt werden, und Edward Carnby, seines Zeichens Detektiv für paranormale
Aktivitäten, muss in einer einzigen apokalyptischen Nacht versuchen, die
unglaubliche Wahrheit hinter dem Central Park aufzudecken. Der Spieler
schlüpft in dem Spiel in die Haut des mutigen Helden. Mit ihm sollen wir nun
viele unterschiedliche Aufgaben bewältigen. Diese reichen von diversen
Klettereinlagen, über kleinere Knobelaufgaben, vielen Kämpfen bis hin zu
Fahrten mit einem Auto. Am Anfang erwachen wir mit unserer Spielfigur ohne
eine Erinnerung zu haben. In der Ego-Perspektive werden wir nun recht
unsanft auf die Beine gestellt und von einem Mann weggezerrt. Bevor die nahe
Exekution eintritt, geschehen merkwürdige Dinge. Heftige Erschütterungen und
merkwürdige Risse im Gebäude lassen viele Fragen aufkommen, die erst später
beantwortet werden. Allerdings haben diese Ereignisse auch einen Vorteil,
denn wir werden unseren Peiniger los und können so die Flucht aus dem
Hochhaus beginnen. Jetzt darf der Spieler auch in der
Third-Person-Perspektive spielen. Unsere Spielfigur lenken wir übrigens per
Nunchuk-Stick durch die 3D-Welt. Die etwas weiter entfernte Ansicht bringt
vor allem bei den Klettereinlagen immense Vorteile. Hindernisse oder
Abgründe sollen wir nämlich mit Hilfe der Umgebung überwinden. So gibt es
z.B. herumhängende Kabel, die als Schwungseile benutzt werden können. Dabei
werden wir oftmals in Hektik ausbrechen, denn bei unseren Kletteraktionen
werden diverse Ereignisse eingespielt. So sollen wir herabstürzenden
Trümmerteilen ausweichen und andere Fallen überlisten. Obligatorische Gegner
dürfen bei dem Spiel ebenfalls nicht fehlen. Dabei treffen wir nicht nur auf
einen Gegnertyp. Immer wieder tauchen andere monsterähnliche Wesen auf, die
uns an den Kragen wollen. Auch hier soll der Spieler die Umgebung nutzen um
sein Leben zu schützen. Man kann zum Beispiel einen Stuhl nehmen und diesen
dann an Flammen anzünden. Genretypische Schusswaffen existieren auch noch.
Allerdings kann man mit diesen nicht alle Probleme aus der Welt schaffen und
so muss der Gamer immer wieder Alternativen suchen. Vor allem Schlagwaffen
bevorzugt unser Held. Diese werden, anders wie in anderen Genrevertretern,
nicht mit einem einfachen Knopfdruck aktiviert. Vielmehr müssen wir die
Schlagbewegung simulieren. Dazu führt der Spieler diverse Gesten aus. Durch
die verschiedenen Bewegungen kann man dann die Schläge aktivieren, die
Bewaffnung wechseln oder sein Inventar öffnen. Durch einen einfachen druck
auf die C-Taste wechseln man außerdem in die Ego-Persektive. Jetzt kann man
sich per Pointer umsehen und seine Waffen abfeuern. Hier müssen wir
allerdings sagen, dass die Gesten nicht immer erkannt werden bzw. oft nur
Aktionen ausgeführt werden, wenn wir sehr genau zielen. Das kann mit der
Zeit ganz schön nerven.
Bei unserer Flucht aus dem Hochhaus merken wir, dass sich diese merkwürdigen
Phänomene immer weiter ausbreiten. Da die Umgebung relativ groß ist, nutzt
unser Held auch Fahrzeuge um an gewünschte Orte zu gelangen. Eine ruhige
Fahrt sollte jetzt keiner erwarten, denn fest eingebaute Ereignisse
erschweren auch hier unser Leben. Immer wieder stürzen Objekte auf die
Strasse, denen wir ausweichen müssen. Hinzu kommt die etwas eigenwillige und
ungenaue Steuerung, die uns ebenfalls alles abverlangt. Nett ist übrigens
auch, dass wir die Umwelt recht frei erkunden dürfen. Dabei werden wir viele
unterschiedliche Orte erblicken. Ein Museum ist genauso vorhanden, wie eine
U-Bahn-Station oder Abwasserkanäle. Hier treffen wir ebenfalls auf die
diversen Gegner, die wir mit unseren eingesammelten Waffen bekämpfen.
Daneben gibt es auch noch viele andere Objekte, die wir in den unzähligen
Umgebungen einsammeln. Neben den normalen Gegenspielern werden wir auch gut
inszenierte Bossgegner erblicken. Wie bei solchen Spielen üblich, hat jeder
Feind andere Stärken aber auch Schwächen. Haben wir diese erst einmal
herausgefunden, so ist das Monster schnell erledigt. Wir kommen nun zu einem
Punkt, der uns sehr gut gefallen hat. Edward hat ein ganz anderes
Inventarsystem, dass wir interaktiv mit den Bedienelementen öffnen. Er
verstaut wirklich alles am Körper, wo wir diese Sachen auch direkt
erblicken. Nun sehen wir alle Dinge - wie Waffen, Taschenlampe, Munition
oder Benzinflasche - die er aktuell mit sich herumschleppt. Das war bei
weitem noch nicht alles. Die mitgeführten Gegenstände lassen sich zusätzlich
kombinieren. So kann man z.B. aus einfachen Patronen mit Alkohol
entflammbare Geschosse machen. Ein Molotow-Cocktail ist auch mit wenigen
Handgriffen gebaut. Leider mussten wir feststellen, dass bei der Kombination
stark auf die Reihenfolge geachtet wird. Zieht Ihr den falschen Gegenstand
als erstes auf ein Objekt, passiert nichts. Das dürfte in der heutigen Zeit
nicht mehr passieren. Die Kombinationsfreudigkeit endet nicht im Inventar.
So kann der Spieler auch ein Feuerzeug und eine Spraydose in die virtuellen
Hände nehmen - fertig ist ein kleiner Flammenwerfer. Bei den Kämpfen
erleiden wir notgedrungen Schaden. Wir haben zwar keine Lebensleiste,
allerdings erkennen wir anhand von ekligen Fleischwunden schnell, wann es
unserem Helden schlecht geht. Diese Wunden kann man zum Glück mit einem
Spray oder falls diese schlimmer sind, mit einem Verband realitätsnah
versorgen. Das Spiel lebt allerdings nicht nur von den vielen Kämpfen,
wilden Autofahrten und spektakulären Klettereinlagen. Ein wichtiger
Bestandteil des Spiels sind auch die adventuretypischen Rätsel. Hier gilt es
Gegenstände zu besorgen, diese an dafür vorgesehenen Orten wieder
einzusetzen oder Sachen zu aktivieren. Bei vielen Aufgaben spielt die
Umgebung und die eingebaute Physik eine wichtige Rolle. So muss man Kabel an
Ecken schwingen, damit sie einen nicht behindern.
Technik:
Insgesamt kann man mit der Grafik ganz zufrieden sein. Allerdings agieren
wir auch häufig in dunklen Abschnitten, so dass oftmals nur wenig zu
erkennen ist. Hinzu kommen die etwas unscharfen Texturen und die objektarmen
Levels. Wirklich störend ist das aber nicht, denn wir werden durch viele
Effekte und Lichtspielereien anständig entschädigt. Nett sehen außerdem die
Figuren aus. Sie wurden ordentlich modelliert und ansprechend animiert.
Etwas hüftsteif ist unser Held aber trotzdem. Das ganze wurde außerdem in
eine atmosphärisch spannende Spielwelt gepackt, in der eigentlich immer
etwas passiert. Eingespielte Filme halten alles gut zusammen und so kommt
man kaum noch vom Bildschirm los. Recht ansprechend ist der Sound. Viele
passend eingespielte Soundeffekte sorgen für eine dichte Atmosphäre. Hinzu
kommt eine stimmungsvolle Musik. Etwas dürftig fällt dagegen die deutsche
Synchronisation aus. Nicht jeder Sprecher passt zur Figur. Die Steuerung ist
leider etwas gewohnheitsbedürftig. Wirklich einfach ist die Lenkung nicht.
Hinzu kommt, dass wir oftmals sehr genau zielen müssen um eine Aktion
anzusetzen. Trotzdem wurden viele nette interaktive Sachen - wie das
kurzschließen eines Autos - damit verwirklicht. Das macht dann auch jede
Menge Spaß. Die Fahrzeuge lassen sich allerdings nicht gut lenken. Sie
fahren sehr schwammig und bleiben fast überall hängen. Vor allem, wenn uns
die Zeit im Nacken sitzt, kommen schnell Frustmomente auf. Der
Schwierigkeitsgrad ist recht angenehm. Die Rätsel sind logisch und so kommt
man schnell auf die entsprechende Lösung. Außerdem gibt das Spiel - gerade am
Anfang - genügend Hinweise und so lernt man die Fähigkeiten der Spielfigur gut
kennen. Wirklich leicht ist das Game aber nicht. Dafür stirbt unsere Figur
einfach zu oft. Viele Abschnitte müssen wir mehrmals absolvieren, bis wir
gestellte Aufgaben erledigen. Etwas dürftig ist dann auch noch die KI der
Gegner. Wirklich intelligent verhalten sich diese nämlich nicht. Einzig bei
den Bosskämpfen werden wir wirklich gefordert. Wird ein Abschnitt dann doch
einmal zu viel für Euch, oder habt Ihr gerade keine Lust auf einen
Endgegner, so könnt Ihr diesen auch überspringen. Das Spiel ist in viele
Spielabschnitte aufgeteilt, die von Anfang an frei anwählbar sind. Damit wir
nichts von der Story verpassen, gönnt uns der Hersteller auch noch einen
kleinen Film im Vorfeld. So wird schnell gezeigt, was bis jetzt geschehen
ist.
Fazit:
Alone in the Dark V wird nicht jeden Spieler ansprechen. Das
Spiel hat wirklich viele Features, die es zu einem einmaligen Spielerlebnis
machen. Allerdings gibt es auch Sache die absolut stören. Fangen wir erst
einmal mit den positiven Punkten an. Die nette Geschichte kann grundlegend überzeugen. Vor allem die
gute Präsentation motiviert einen immer wieder weiter zu spielen. Außerdem hat der Hersteller viele
interessante Ideen in das Spiel eingebaut. Unzählige Effekte, vor allem das
Feuer, haben uns genauso angesprochen, wie die Kombinationsvielfalt, der
Sound, die düstere Atmosphäre, die gut in das Spiel eingebaute Physikengine
und die relativ offene Spielwelt. Allerdings gab es auch viele Sachen, die
das Gameplay negativ beeinflussen. So ist die Steuerung nicht wirklich gut.
Vor allem Anfänger werden einiges an Zeit brauchen, bis sie damit klar
kommen. Außerdem hat das Game viele kleine Grafikfehler, die das Gameplay
trüben. Zusätzlich lassen sich einige Aufgaben nur durch das Trial and
Error-Prinzip erledigen. Wir werden also immer wieder Sachen mehrmals machen
müssen, bis wir wirklich die Lösung für ein Problem finden. Das verlängert
die Spielzeit unnötig. Leider gibt es in dem Game auch viele kleine Macken,
die so nicht vorkommen dürften. Oft geschieht es, dass wir durch Objekte
eingekeilt werden. Wer damit leben kann, der wird allerdings ein
stimmungsvolles und gut inszeniertes Spiel erhalten. Natürlich muss man über
so manche Kritikpunkte hinwegsehen können. Wer sich also mit technischen
Macken und Frustmomenten arrangieren kann, der darf bei diesem interessanten
Wii-Spiel ruhig zuschlagen. Auch wenn nicht alles Perfekt ist, kann das Game
einen gut am Fernseher binden.
Features:
- Alles kann zerstört werden: Detaillierte Gegenstände in der Umgebung. Fast
jedes Objekt kann in Echtzeit benutzt oder bedient werden (Seile festbinden,
Molotow-Cocktails herstellen, Kanister in der Luft zerschießen, alle Türen
zerstören).
- Feuer: Als Waffe benutzt kann Feuer auf alle beweglichen brennbaren
Objekte/Figuren übergreifen und die unmittelbare Umgebung zerstören.
- Freiheit: Spieler können mit Fahrzeugen im Spiel überall hinfahren -
Verfall in Echtzeit - Kaputtmachen und weiterfahren - Der Spieler kann aus
dem fahrenden Auto springen und es so als Waffe benutzen - Keine Begrenzung:
Der Spieler kann überall dorthin, wo ein Mensch in dieser Situation
ebenfalls hin könnte - Man kann so weit sehen, wie das Auge reicht.
- Erzähltiefe: Die Entwickler Eden Studios haben die Zutaten von gefeierten
TV-Dramaserien wie 24 oder Lost genommen und sie erfolgreich in das
Videospiel eingebracht.
- Unglaublich realistische Umgebung: Stimmige Beleuchtung mit Schattenspiel,
erkennbare Hautstrukturen und feuchte Augen mit Lichtreflexionen.
Verletzungen werden realistisch dargestellt und haben einen logischen
Einfluss auf die Handlungen und Bewegungen des Spielers.
- Egoperspektive: Zur Simulation der körperlichen Verfassung (z. B.
Zwinkern, um die Sicht zu verbessern)
- Intuitives Inventar: Man kann nur Gegenstände bei sich tragen, die auch
realistisch transportiert werden können.
- Alle Figuren und Objekte sind bedienbar und reizen das ganze Potential der
Wii-Fernbedienung und des Wii-Controllers aus:
- Mit der Wii-Fernbedienung kann man die Kamerafahrt steuern, mit Waffen
zielen und schießen und jedes Objekt in der Umgebung beeinflussen
(Feuerlöscher, Tische, Stühle, Fledermäuse usw.).
- Mit dem Nunchuk-Controller kann man die Figur freier bewegen, während man
verschiedene Handlungen gleichzeitig ausführt.