Jeder der
Survival-Horror-Spiele mag, der wird mit Sicherheit die Alone in the
Dark-Reihe kennen. Seid 1992 erfreut diese Serie viele Gamerherzen.
Mittlerweile sind wir beim fünften Teil angekommen. Vor gut einem halben
Jahr erschien dieser in Deutschland. Atari bringt nun das Spiel mit dem
Titel Alone in the Dark: Inferno für die Playstatione 3 in den Handel. Dabei
handelt es sich um eine überarbeitete Version des ursprünglichen Spiels
Alone in the Dark V. Als Reaktion auf das Feedback von Medien und
Konsumenten sorgte das Entwicklerstudio Eden Games für noch mehr Feuer,
Action und Spannung. Natürlich bleibt die neue Version der ursprünglichen
Storyline treu. Optimiert wurde allerdings das Gameplay. Diese Neuerungen
beziehen sich vor allem auf die Kameraführung, das Inventar oder das
Handling der Figuren. Außerdem wurde zusätzlich eine brandneue
Action-Sequenz mit einem epischen Kampf gegen einen zuvor unbekannten Gegner
eingeführt. Wir konnten uns die fertige Playstation 3-Version jetzt
ausgiebig ansehen. Ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in unserem
Test.
Zum Spiel:
Das Action-Survival-Spiel Alone in the Dark: Inferno kommt genretypisch
nicht ohne eine Story aus. Der Central Park wurde ursprünglich als sichere
Zufluchtstätte geschaffen … aber nicht unbedingt für die Einwohner von New
York, sondern für Wesen ganz anderer Art. Generationen von Wächtern haben
dieses Geheimnis gehütet und dafür gesorgt, dass die riesige Parkfläche
unberührt blieb, während die Stadt um den Park herum in den Himmel wuchs.
Jetzt kann das Geheimnis nicht mehr gewahrt werden, und Edward Carnby,
seines Zeichens Detektiv für paranormale Aktivitäten, muss in einer einzigen
apokalyptischen Nacht versuchen, die unglaubliche Wahrheit hinter dem
Central Park aufzudecken. Ihr schlüpft natürlich in die Rolle des Helden.
Mit ihm sollen wir nun viele unterschiedliche Aufgaben bewältigen. Diese
reichen von diversen Klettereinlagen, über kleinere Knobelaufgaben, vielen
Kämpfen bis hin zu Fahrten mit einem Auto. Am Anfang erwachen wir mit
unserer Spielfigur ohne eine Erinnerung zu haben. In der Ego-Perspektive
werden wir nun recht unsanft auf die Beine gestellt und von einem Mann
weggezerrt. Bevor die nahe Exekution eintritt, geschehen merkwürdige Dinge.
Heftige Erschütterungen und merkwürdige Risse im Gebäude lassen viele Fragen
aufkommen, die erst später beantwortet werden. Allerdings haben diese
Ereignisse auch einen Vorteil, denn wir werden unseren Peiniger los und
können so die Flucht aus dem Hochhaus beginnen. Übrigens durchlaufen wir zu
Beginn ein kleines Tutorial. Hier wird uns recht gut die Steuerung näher gebracht. Wir erfahren u.a., dass man auch in der
Third-Person-Perspektive spielen darf. Das bringt vor allem bei den
unzähligen Klettereinlagen immense Vorteile. Hindernisse oder Abgründe
sollen wir nämlich mit Hilfe der Umgebung überwinden. So gibt es z.B.
herumhängende Kabel, die als Schwungseile benutzt werden können. Dabei
werden wir oftmals in Hektik ausbrechen, denn bei unseren Kletteraktionen
werden diverse Ereignisse eingespielt. So sollen wir herabstürzenden
Trümmerteilen ausweichen und andere Fallen überlisten. Obligatorische Gegner
dürfen bei dem Spiel ebenfalls nicht fehlen. Dabei treffen wir nicht nur auf
einen Gegnertyp. Immer wieder tauchen andere monsterähnliche Wesen auf, die
uns an den Kragen wollen. Auch hier soll der Spieler die Umgebung nutzen um
sein Leben zu schützen. Man kann zum Beispiel einen Stuhl nehmen und diesen
dann an Flammen anzünden. Genretypische Schusswaffen existieren dann auch
noch. Allerdings kann man mit diesen nicht alle Probleme aus der Welt
schaffen und so muss der Gamer immer wieder Alternativen suchen. Vor allem
Schlagwaffen bevorzugt unser Held. Diese werden, anders wie in anderen
Genrevertretern, nicht mit einem einfachen Knopfdruck aktiviert. Vielmehr
müssen wir die Schlagbewegung mit dem Stick simulieren. Bei unserer Flucht
aus dem Hochhaus merken wir, dass sich diese merkwürdigen Phänomene immer
weiter ausbreiten. Da die Umgebung relativ groß ist, nutzt unser Held
Fahrzeuge um an gewünschte Orte zu gelangen. Eine ruhige Fahrt sollte jetzt
keiner erwarten, denn fest eingebaute Ereignisse erschweren auch hier unser
Leben. Immer wieder stürzen Objekte auf die Strasse, denen wir ausweichen
müssen. Hinzu kommt die etwas gewohnheitsbedürftige Steuerung.
Nett ist übrigens auch, dass wir die Umwelt recht frei erkunden dürfen.
Dabei werden wir viele unterschiedliche Orte erblicken. Ein Museum ist
genauso vorhanden, wie eine U-Bahn-Station oder Abwasserkanäle. Hier treffen
wir ebenfalls auf die diversen Gegner, die wir mit unseren eingesammelten
Waffen bekämpfen. Daneben gibt es auch noch viele andere Objekte, die wir in
den unzähligen Umgebungen einsammeln. Neben den normalen Feinden
werden wir auch gut inszenierte Bossgegner erblicken. Wie bei solchen
Spielen üblich, hat jeder Feind andere Stärken aber auch Schwächen. Haben
wir diese erst einmal herausgefunden, so ist das Monster schnell erledigt.
Wir kommen nun zu einem Punkt, der uns sehr gut gefallen hat. Edward hat ein
ganz anderes Inventarsystem. Er verstaut wirklich alles am Körper, wo wir
diese Sachen auch direkt erblicken. Mit einem Tastendruck öffnet der Held
seine Jacke und wir erblicken alle Dinge - wie Waffen, Taschenlampe,
Munition oder Benzinflasche - die er aktuell mit sich herumschleppt. Das war
bei weitem noch nicht alles. Die mitgeführten Gegenstände lassen sich
zusätzlich kombinieren. So kann man z.B. aus einfachen Patronen mit Alkohol
entflammbare Geschosse machen. Ein Molotow-Cocktail ist auch mit wenigen
Handgriffen gebaut. Die Kombinationsfreudigkeit endet nicht im Inventar. So
kann der Spieler auch ein Feuerzeug und eine Spraydose in die virtuellen
Hände nehmen - fertig ist ein kleiner Flammenwerfer. Bei den Kämpfen
erleiden wir notgedrungen Schaden. Wir haben zwar keine Lebensleiste,
allerdings erkennen wir anhand von ekligen Fleischwunden schnell, wann es
unserem Helden schlecht geht. Diese Wunden kann man zum Glück mit einem
Spray oder falls diese schlimmer sind, mit einem Verband realitätsnah
versorgen. Das Spiel lebt allerdings nicht nur von den vielen Kämpfen,
wilden Autofahrten und spektakulären Klettereinlagen. Ein wichtiger
Bestandteil des Spiels sind auch die adventuretypischen Rätsel. Hier gilt es
Objekte zu besorgen, diese an dafür vorgesehenen Orten wieder einzusetzen
oder Sachen zu aktivieren. Bei vielen Aufgaben spielt die Umgebung und die
eingebaute Physik eine wichtige Rolle. So muss man Kabel an Ecken schwingen,
damit sie einen nicht behindern. Immer wieder wird der Spieler vor Problemen
gestellt, die auf verschiede Art und Weise gelöst werden sollen. Welche die
beste Lösung ist, müssen wir durch austesten selber herausfinden. So
erkunden wir nun die unterschiedlichen Umgebungen, lösen Rätsel, kämpfen
gegen kleine aber auch monströse Gegner und folgen der Story, die durch
kleine Filmeinspielungen ständig vorangetrieben wird.
Technik:
Die technische Seite ist so, wie man es bei einem anständigen
Survival-Horror-Spiel erwartet. Wir werden viele unterschiedliche Orte zu
sehen bekommen. Diese weisen unzählige Details auf und so erkundet man die
Umgebung sehr gerne. Ein Highlight ist natürlich das Effektfeuerwerk, was
auf den Bildschirm gezaubert wird. Immer wieder passiert etwas und dank
intensiver Licht- und Schattenspielerei wird auch eine düstere Atmosphäre
erzeugt. Da kann man ruhig über kleinere Grafikfehler hinwegsehen. Sehr
eindrucksvoll sehen auch die Flammen aus, die sogar in das Gameplay mit
einfließen. Ordentlich modelliert und animiert wurden auch die Figuren. Vor
allem unsere Spielfigur bewegt sich geschmeidig durch das Spiel. Genießen
dürft Ihr außerdem viele eingespielte Filme, die fast kinoreif die Story
immer wieder vorantreiben. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau.
Neben einer stimmungsvollen Musik werden wir auch ständig passend
eingespielten Ingamegeräuschen lauschen. Selbst mit den deutschen
Synchronstimmen kann man gut leben, auch wenn die Stimmen nicht immer zu den
Figuren passen. An die Steuerung muss man sich eine ganze Zeit lang
gewöhnen. Allerdings wird uns der Einstieg durch viele Hilfetexte sehr erleichtert. Nervig ist allerdings, dass unsere Spielfigur nur
aus der Egoperspektive seine Waffen abfeuert. Jedes Mal schaltet er die
Sicht um, bevor er einen Gegner anschießt. Das kann schon mal irritieren,
wenn man lange vorher aus der Third-Person-Perspektve gespielt hat. Etwas
träge ist der Schießmodus dann auch noch. Wirklich schnell kann man das Ziel
nicht in der Egoansicht anvisieren. Vor allem bei flinken Gegnern bekommt
man Probleme. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber auch daran. Kleinere
Einschränkungen gibt es außerdem bei der Fahrzeugsteuerung. Ein Auto lässt
sich viel zu schwammig lenken und sitzt einem dann noch die Zeit im Nacken,
steigt der Frustpegel schnell nach oben. Ganz nett ist aber die Idee des
Blinzelns. Mit einem Druck auf den Stick können wir Lidschläge ausführen und
so unser eingeschränktes Sichtfeld verbessern. Der Schwierigkeitsgrad ist
recht angenehm. Die Rätsel sind logisch und so kommt man schnell auf die
entsprechende Lösung. Außerdem gibt das Spiel gerade am Anfang genügend
Hinweise und so lernt man die Fähigkeiten der Spielfigur gut kennen.
Wirklich leicht ist das Game aber dennoch nicht. Gerade bei den
Kletterpartien stirbt unsere Figur viel zu oft. Etwas besser hätte auch die
KI der Gegner ausfallen können. Wirklich intelligent verhalten sich diese
nicht. Einzig bei den Bosskämpfen werden wir wirklich gefordert. Der
Hersteller hat dann noch ein interessantes Feature eingebaut. Schafft man
einen Spielabschnitt mal nicht oder habt Ihr gerade keine Lust auf einen
Endgegner, so könnt Ihr diesen auch überspringen. Das Game ist in viele
Spielabschnitte aufgeteilt, die von Anfang an frei anwählbar sind. Somit
kann man zu jeder Zeit im Spiel vor- aber auch zurückspringen. Damit Ihr
nichts von der Story verpassen, wird im Vorfeld ein kleiner Film
eingespielt. So wird schnell gezeigt, was bis jetzt geschehen ist.
Fazit:
Alone in the Dark: Inferno ist schon ein nettes Spiel, das vor allem
Genrefans begeistern kann. Die Story ist ansprechend und dank vieler
eingespielter Filme wird diese auch recht interessant erzählt. Hinzu kommt
eine gute Stimmung im Spiel, denn es gibt kaum Momente, wo nichts passiert.
Permanent hat man die Angst im Nacken, dass die ruhigen Momente gleich
vorbei sind. Das kommt vor allem durch die netten Soundeinspielungen
zustande. Auch an Abwechslung hat man gedacht. Mal lösen wir kleinere
Rätsel, dann klettern wird herum, fahren mit einem Auto oder kämpfen gegen
diverse Monster. Da man ständig mit der Umgebung interagiert und irgendetwas
erledigen muss, kommt man kaum noch vom Bildschirm los. Auch die Idee mit
dem neuartigen Inventar oder die Kombinationsvielfalt tragen zum guten
Gameplay bei. Da stört es nur wenig, dass die Steuerung kleinere Probleme
macht oder das manche Passagen etwas schwer ausgefallen sind. Wer also über
Kleinigkeiten hinwegsehen kann und gerne Survival-Horror-Spiele spielt, der
darf gerne bei dem Game zuschlagen. Alone in the Dark: Inferno hat uns ganz
gut gefallen und daher können wir einen Kauf befürworten.
Features:
- Alles kann zerstört werden: Detaillierte Gegenstände in der Umgebung. Fast
jedes Objekt kann in Echtzeit benutzt oder bedient werden (Seile festbinden,
Molotow-Cocktails herstellen, Kanister in der Luft zerschießen, alle Türen
zerstören).
- Feuer: Als Waffe benutzt kann Feuer auf alle beweglichen brennbaren
Objekte/Figuren übergreifen und die unmittelbare Umgebung zerstören.
- Freiheit: Spieler können mit Fahrzeugen im Spiel überall hinfahren -
Verfall in Echtzeit - Kaputtmachen und weiterfahren - Der Spieler kann aus
dem fahrenden Auto springen und es so als Waffe benutzen - Keine Begrenzung:
Der Spieler kann überall dorthin, wo ein Mensch in dieser Situation
ebenfalls hin könnte - Man kann so weit sehen, wie das Auge reicht.
- Erzähltiefe: Die Entwickler Eden Studios haben die Zutaten von gefeierten
TV-Dramaserien wie 24 oder Lost genommen und sie erfolgreich in das
Videospiel eingebracht.
- Unglaublich realistische Umgebung: Stimmige Beleuchtung mit Schattenspiel,
erkennbare Hautstrukturen und feuchte Augen mit Lichtreflexionen.
Verletzungen werden realistisch dargestellt und haben einen logischen
Einfluss auf die Handlungen und Bewegungen des Spielers.
- Egoperspektive: Zur Simulation der körperlichen Verfassung (z. B.
Zwinkern, um die Sicht zu verbessern)
- Intuitives Inventar: Man kann nur Gegenstände bei sich tragen, die auch
realistisch transportiert werden können.
- Pathfinding (Wegsuche)/KI: Feinde werden durch Geruch und Sicht aufgespürt
- KI-Erfassungszonen.
- Moralische Entscheidungen haben Einfluss auf den Verlauf des Spiels.