Die RTL-Fernsehserie Alarm
für Cobra 11 dürfte eigentlich jeder kennen. Alles begann 1996 mit dem
Pilotfilm Bomben bei Kilometer 92. Mittlerweile sind schon über 20 Staffeln
gelaufen und ein Ende ist nicht abzusehen. Bei so einem großen Erfolg ist es
schon fast selbstverständlich, dass ein passendes Spiel nicht fehlen darf.
Über die letzten Jahre sind davon ebenfalls viele mehr oder weniger
erfolgreiche Umsetzungen auf den Markt gekommen. Jetzt feiert auch das
Rennspiel Alarm für Cobra 11: Crash Time auf Microsofts Xbox 360 Premiere.
Auf PC konnte man schon Ende 2007 auf virtuelle Verbrecherjagd gehen. Wir
konnten uns jetzt die fertige Xbox 360-Umsetzung genauer ansehen. Ob sich
das Spiel nicht nur für Fernsehjunkies und Möchtegernpolizisten lohnt,
erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Bevor wir in ein Polizeiauto steigen und bösen Jungs festnehmen, wollen wir
ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel gestartet wurde, erscheint ein
einführender Film. Im Anschluss folgt das Anfangsmenü. Hier dürft Ihr ein
bestehendes Spiel laden, ein neues beginnen, die erreichbaren Erfolge
ansehen oder in den Bonusbereich wechseln. Unter zuletzt genannten Menüpunkt
findet Ihr nette Filme wie Längste Rampe, Moderne Waffen oder
Massenkarambolage. Am Anfang bleibt uns notgedrungen nichts anderes übrig,
wie ein neues Spiel zu starten. Es folgt ein weiteres Menü mit den Punkten
"Die Falle", "Einzelrennen", "2-4 Spieler", "Optionen", "Spielsteuerung" und
"Erfolge". Wie gewohnt kann der Spieler unter Optionen die spielrelevanten
Einstellungen und unter Spielsteuerung die Lenkung anpassen. Kommen wir nun
zu den einzelnen Spielmodis. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten Alarm
für Cobra 11: Crash Time zu spielen. Die Fälle ist dabei der Storymodus, der
von Anfang bis Ende durchgespielt werden kann. Ihr habt eine fortlaufende
Handlung, die jeweils aus mehreren Missionen bestehen. Diese werden etwas
lieblos durch kleine Ingamefilme inkl. deutscher Sprachausgabe eingeleitet.
Hier werden Kriminalfälle mehr oder weniger nachgespielt und durch mehrere
Einzelmissionen verbunden. Sobald man eine Mission bestanden hat, darf die
nächste angegangen werden. Hat man im Storymodus die ersten Autos und
Strecken freigefahren, so darf man sie im Einzelrennen ausgiebig testen.
Hier kann der Gamer Strecken, Gegner und Verkehr frei wählen und seinen
Bedürfnissen anpassen. Daneben soll man auch noch im Splitscreenmodus gegen
Freunde antreten. Die Rennen sind auch hier frei konfigurierbar. Dabei darf
jeder Spieler sein Lieblingsfahrzeug bestimmen. Wir schlüpfen nun in die
Rolle eines Autobahnpolizisten. Sehr arcadelastig sollen wir nun diverse
Aufgaben bewältigen. Mal muss ein Verkehrsrüpel zur Strecke gebracht oder
vorgegebene Checkpoints innerhalb einer bestimmten Zeit abgefahren werden.
Also alles sehr genretypische Aufgaben. Dazu fahren wir mit unserem Auto
vorgegebene Strecken ab. Diese liegen notgedrungen in Deutschland, was man
unschwer leugnen kann. Das Gameplay selber ist sehr actionlastig, denn
Unfälle sind an der Tagesordnung. Diese wurden recht gut in Szene gesetzt
und so schaut man den monströsen Unfällen gerne zu. Sobald etwas im Spiel
passiert wird automatisch in einen Wiederholmodus geschaltet. Jetzt kann man
sich die Szene in aller Ruhe und mit unterschiedlichen Perspektiven noch einmal
ansehen. Wer das nicht möchte, der drückt einfach einen Knopf und kann
weiterfahren. Die Crashs kommen nicht selten vor, denn meistens fahren wir
auf sehr befahrenen Straßen. Die Verkehrsteilnehmer benehmen sich dabei wie
in der Realität. Sie wechseln die Spur, machen auch mal gefährliche Aktionen
und biegen überraschend mit und ohne Blinker ab. Wir können dann natürlich
mehr in dem Spiel machen, wie nur das Fahrzeug lenken. Neben Gas geben und
bremsen soll der Spieler auch noch hupen, Blaulicht einschalten, im
richtigen Moment die Handbremse ziehen, wahlweise schalten und
gegebenenfalls das Nitro benutzen. Das verleiht uns dann einen Extraschub.
So fahren wir nun ein Rennen nach dem anderen und versuchen die gestellten
Aufgaben zu lösen.
Technik:
Mit der Grafik kann man gut leben, auch wenn diese an Referenztitel nicht
heran kommt. Grundlegend kann die gezeigt Umgebung inkl. Vegetation
überzeugen. Nett sehen auch die Autos aus, die recht ansprechend modelliert
wurden. Allerdings hat man in anderen Spielen schon realistischere Fahrzeuge
gesehen. Ein wenig besser hätten auch die Texturen ausfallen können, die
teilweise matschig wirken. Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau.
Zum einen werden wir passend eingespielte Umgebungsgeräusche zu hören
bekommen. Auch die Motorgeräusche klingen recht gut. Einer stimmungsvollen
Musik dürft Ihr dann ebenfalls lauschen. Echt mager ist allerdings die
Synchronisation. Leider hat der Hersteller wenig motivierte Sprecher
engagiert, die ihre Sätze eher lieblos herunterbeten. Die Kamera hat alles
im Blick. Unterschiedliche Ansichten zeigen alles aus guten Perspektiven.
Hinzu kommen bei Crashs die Wiederholsequenzen, die alles bombastisch in
Szene setzen. Gelungen ist auch die Steuerung. Die arcadelastige Lenkung
klappt auf Anhieb und grundlegend machen die Fahrzeuge genau das, was wir
von ihnen verlangen. Vor allem Anfänger werden kaum Probleme mit den Autos
bekommen. An eine anständige Physikengine hat man auch gedacht. Es sieht
schon nett aus, wenn Autos zusammenkrachen. Dank unterschiedlicher
Schwierigkeitsgrade werden Genreneulinge dann noch genauso gefordert wie
Kenner von solchen Spielen. Fasst man nun alles zusammen, so kann man
grundlegend mit der technischen Seite zufrieden sein. Allerdings gibt es
doch so einige Punkte die negativ auffallen.
Fazit:
Alarm für Cobra 11: Crash Time ist ein nettes aber auch sehr
durchschnittliches Rennspiel. Die Spielmodis bieten leider kaum Neuerungen
und die Präsentation bringt nur selten das Alarm für Cobra 11-Fealing rüber.
Hier hätte man eindeutig mehr machen können. Ebenso vermisst man einen
anständigen Mehrspielerbereich. Warum man das Spiel nicht über das Internet
zusammen spielen kann, bleibt uns ein Rätsel. Gerade hier hätten sich doch
hammerharte Verfolgungsjagden angeboten. Alleine kann das Spiel einen auch
nicht lange am Fernseher binden. Die Missionen sind viel zu lieblos
aneinandergeklatscht. Wer also unbedingt ein Spiel zur Fernsehserie haben
möchte, der darf gerne bei diesem Rennspiel zuschlagen. Nur, wer mit
eingeschränkten Erwartungen an das Spiel heran geht, wird zumindest nicht
ganz enttäuscht werden. Ein wirklicher Pflichtkauf für jeden Rennspielfan
ist das Spiel aber nicht. Zu viele kleine Macken stören doch den ganz großen
Spielspaß.
Features:
- Seriennahe Kriminalfälle mit über 50 abwechslungsreichen Aufgaben
- Extrem actionlastiges Spielgefühl durch interaktive Umgebungen
- Einzelrennen-Modus mit mehr als 40 Strecken
- Splitscreen-Modus, um sich mit anderen zu messen
- Zwei riesige, aufwendig inszenierte Spielwelten mit jeweils über 100 km
Straße
- Neue Gegner-KI für selbständige Wegfindung unabhängig von einem
Streckenverlauf
- Neue Stunts und Action, wie Sprünge mit Hilfe von Rampen
- Stark überarbeitetes und spektakuläreres Replay-System
- Komplett neues Grafiksystem im Nextgen-Look und zahlreiche neue grafische
Effekte