Atari und Playlogic Entertainment Inc.
bringen mit Age of Pirates: Caribbean Tales ein neues Action-Adventure-Spiel
auf den deutschen Markt. Entwickelt wurde das Game von Akella, die bekannt
wurden durch Spiele wie Sea Dog, Age of Sail II und Pirates of the Caribbean.
Das Spiel selber ist ein Mix aus Rollenspiel, Adventure und
Handelssimulation. Wir konnten die fertige PC-Version jetzt ausgiebig
testen. Ob sich ambitionierte Freibeuter auf das Spiel stürzen sollten,
erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Bevor wir die Segel setzen, die Kanonen laden und uns in das Abenteuer
stürzen, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem wir das
Spiel installiert und gestartet haben, erscheint erst einmal das Hauptmenü
mit den Punkten "Neues Spiel", "Spiel laden", "Optionen" und "Multiplayer".
Wie üblich kann der Spieler unter Optionen alle spielrelevanten
Einstellungen vornehmen. Wer den Mehrspielerbereich bevorzugt, sollte den
Menüpunkte Multiplayer anklicken. Hier kann man sich mit anderen Leuten via
LAN oder Internet in die Spielarten Deathmatch, Team-Deathmatch, Konvoi und
Fort-Belagerung stürzen. Die meisten werden sich allerdings am Anfang erst
einmal für den Einzelspielerbereich interessieren. Ist ein Spielstand
vorhanden, so kann man diesen unter Spiel laden aktivieren. Am Anfang bleibt
uns natürlich nichts anderes übrig, wie ein neues Spiel zu starten. Bevor
sich der Spieler die Piratenklamotten anzieht,
muss er erst noch einen Charakter erstellen. Zur Wahl stehen der
unerschrockene Blaze und seine tollkühne rothaarige Stiefschwester Beatrice.
Außerdem sollen wir einen Spielernamen angeben und uns eine Flagge
aussuchen. Das war selbstverständlich noch nicht alles. Daneben müssen wir
noch die Spieleinstellungen bestimmen. Diese wurden unterteilt in die
Bereiche Nation-Aggression, Nation-Fortschritte, Ausgangslage Kolonien,
Beziehung zum Spieler, Begegnungshäufigkeit, Ereignishäufigkeit,
Segeleinstellungen, Geschützeinstellungen, Schaden-Einstellungen,
KI-Einstellungen und Schwierigkeitsgrad. Letzterer Punkt bietet vier
unterschiedliche Grade und so dürfte jeder Spieler eine passende
Herausforderung finden. Sind unsere Einstellungen beendet, kann das
Abenteuer endlich beginnen. Das Spiel wird natürlich durch ein ansprechendes
Intro passend eingeleitet. Im Anschluss starten wir mit unserer Spielfigur
- im Jahr 1640 - auf einer karibischen Insel. Da jeder Anfang schwer ist, müssen
wir unsere ersten Abenteuer mit einem kleinen Schiff inkl. einer schon
vorhandenen Crew bestreiten. Zum Glück können wir später größere Schiffe
erwerben und so gegen stärkere Gegner bestehen. Insgesamt bietet das Spiel
übrigens 16 verschiedene Segelschiffe an, die genretypisch alle andere
Vorteile besitzen. Grundlegend kann man sagen: Je teurer das Schiff,
desto besser die Ausstattung. Außerdem erhalten wir zu Beginn eine kleine
Seekarte und einen Hinweis auf eine Frau (Beatrice). Da in dem
Spiel vier Nationen um die Vorherrschaft in der Karibik kämpfen, sollte sich unser Held für eine Seite entscheiden. Ist dieses geschehen, erhalten
wir einen Kaperbrief. Hierdurch können wir andere Segelschiffe
angreifen, diese erobern oder ausplündern. Für welche Seite der Spieler sich
entscheidet, sollte gut überlegt sein. Ein späterer Wechsel kann einige
Komplikationen mit sich bringen. Daneben muss der Spieler noch viele weitere
Nebenaufgaben erledigen. Die Palette reicht dabei von Leute oder Güter
transportieren bis hin zu Sklaven organisieren. Erledigen wir diese Aufgaben,
so erhalten wir nicht nur Geld. Auch nützliche Erfahrungspunkte können wir
ergattern. Hierdurch
bekommt unser Charakter
nette
Extrafähigkeiten
wie erhöhte Trefferquote.
In den vorhandenen Städten darf sich unsere Spielfigur recht frei bewegen.
Allerdings ist das nicht unbedingt notwenig, denn dank eines Reisemenüs
können wir uns direkt zu den wichtigen Orten wie Laden, Werft, Kneipe oder
Gouverneur teleportieren. Laufen wir doch durch die Stadt, so trifft unsere
Spielfigur diverse Leute. Diese geben uns zum einen interessante Infos und
zum anderen lukrative Aufträge. Bei den Gesprächen werden uns übrigens
oftmals unterschiedliche Antworten angeboten. Es liegt also in unserer Hand,
wie die Gespräche ablaufen. So agieren wir nun in den Städten und vor allem
auf dem Meer um diverse Aufträge zu erledigen. Damit wir den Überblick nicht
verlieren, steht eine Karte zur Verfügung. Diese zeigt uns genau an, wo
welche Insel ist und wo wir bzw. andere Schiffe sich gerade aufhalten.
Allerdings ist nicht jeder spielrelevanter Ort eingezeichnet. Auf dem Meer wird der Spieler
natürlich nicht alleine segeln. Recht schnell treffen wir feindliche Schiffe
bzw. Piraten. Vor allem am Anfang sind wir diesen Schurken
recht hilflos ausgeliefert. Da bleibt uns eigentlich nur die Flucht übrig.
Sind wir unseren Verfolger losgeworden, kommt auch gleich der nächste
Widersacher an und das Spielchen kann von vorne losgehen. Ist der Spieler später
mit einem besseren Schiff ausgerüstet, kann er sich den Gegnern
selbstverständlich auch stellen. Feindliche Schiffe sind allerdings nicht
die einzige Gefahr auf hoher See. Auch Stürme sollte man nicht verachten.
Gerät unser Schiff in ein Unwetter, so müssen wir unser ganzes Geschick
aufbringen - damit unsere Flotte keinen Schaden nimmt. Das gelingt leider
nur selten und so muss der Akteur schnell einen Hafen aufsuchen. In der
Werft wird unser Schiff dann auf Vordermann gebracht. Hier kann man auch neue Schiffe kaufen oder diese neu ausrüsten. Das war bei weitem noch
nicht alles. Haben wir genug Geld, so darf man ebenfalls neue Waffen kaufen.
Diese sind vor allem bei den 3D-Kämpfen wichtig. Entern wir z.B. ein Schiff,
wird in den Kampfmodus gewechselt. Nun schwingen wir unser Schwert gegen
diverse Seeleute. Am Ende wartet dann noch der gegnerische Kapitän auf uns.
Gewinnen wir auch dieses Duell, gehört das Schiff uns. Wahlweise darf man
auch mit der Pistole kämpfen. Wirklich herausfordernd sind diese
Auseinandersetzungen allerdings nicht. Etwas spannender laufen da schon die
Schiffsschlachten ab. Hier können wir, dank unterschiedlicher Munition und
Beweglichkeit der Schiffe, sehr taktisch vorgehen. Spannende Kämpfe sind
dadurch vorprogrammiert. Hat der Spieler einen Gegner besiegt, so plündert er
das eroberte Schiff, fügt es seiner Flotte hinzu oder versenkt es im Meer. So
agieren wir nun recht frei durch die Karibik. Durch Gespräche in den Städten
nehmen wir Aufträge an, handeln mit Waren, verdienen so Geld um dann unsere
Flotte immer weiter aufzubauen. Daneben verfolgen wir noch die etwas magere Story, die allerdings
nicht wirklich interessant ist. Diese wird außerdem recht unspektakulär
erzählt. Zum Glück gibt es genügend andere Sachen, um die wir uns kümmern
können.
Schließlich sollen wir eine mächtige Flotte aufbauen, Kolonien erobern,
diese verwalten und zum mächtigsten und meistgefürchteten Piraten der
Karibik aufsteigen.
Technik:
Die Grafik ist gar nicht mal so schlecht. Wir werden z.B. sehr detaillierte
Schiffe zu sehen bekommen, auf denen sich unsere Matrosen realistisch
tummeln. Hinzu kommen viele kleine Animationen. Gefallen kann außerdem das
Meer, das wunderschöne Wellen hat. Wirklich toll sehen die Schiffe bei Nacht aus. Wenn
die Laternen das Schiff beleuchten und der Mond auf das Wasser scheint,
möchte man stundenlang einfach nur umhersegeln. Neben ansprechenden Effekten
werden wir auch unterschiedliche Wetterbedingungen erleben. Die Städte sehen
ebenfalls ordentlich aus. Auch hier werden wir viele Details vorfinden, die
allerdings nur starr in die Umgebung eingebaut wurden. Außerdem hat der
Hersteller bei den Texturen und Polygonen gespart. Etwas besser kommen die
Charaktere rüber. Diese wurden ordentlich modelliert. Allerdings bewegen sie
sich etwas hölzern. Hier hätte man ebenfalls einiges besser machen können.
Der Sound bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Neben einer
stimmungsvollen Musik, werden wir auch viele Ingamegeräusche zu hören
bekommen. Diese wiederholen sich allerdings sehr oft. Hin und wieder
werden dann noch deutsche Synchronstimmen eingespielt. Allerdings sagen
sie nur ein paar kleinere Sätze. Die wirklich relevanten Gespräche werden
leider nur durch Texteinblendungen wiedergegeben. Die Steuerung ist ein
wenig gewohnheitsbedürftig. Zum einen bewegen wir unsere Spielfigur sehr
plump durch die Stadt. Auch das Schiff lässt sich nur sehr träge lenken.
Hinzu kommt, dass wir Bereiche oftmals nur sehr unlogisch erreichen können.
Wir müssen z.B. in einer Stadt erst in den Hafen wechseln, dann an den Kai
laufen, bevor wir unser Schiff erreichen. Hier wäre eine sinnvollere und vor
allem nicht so komplizierte Vorgehensweise hilfreich gewesen. Allerdings
muss man auch lobend erwähnen, dass wir viele relevante Orte - dank des
Reisemenüs - sehr einfach erreichen können. Wer also keine große Lust dazu
hat, alles abzulaufen, der darf diese Funktion in der Stadt ausgiebig
nutzen. Evtl. hätte der Hersteller ruhig mehr Funktionen auf die Maus legen
sollen. Die Steuerung wäre dann um einiges einfacher ausgefallen. Alle
anderen Aktionen kann man zumindest - nach einer gewissen Zeit - sicher ausführen.
Das gilt für das Navigieren der Schiffe, genauso wie für die Kämpfe. Die
Menüs selber sind außerdem ein wenig überladen, dennoch kommt man schnell
mit diesen klar. Das liegt vor allem daran, dass sie sehr übersichtlich sind. Die Kamera ist
eigentlich ganz in Ordnung. Wir können diese zu jeder Zeit ausrichten und so
den optimalen Blickwinkel selber bestimmen. Etwas bescheiden ist dann noch
die KI der CPU-Figuren. Das gilt für NPC in der Stadt, genauso wie für
Gegner bei den 3D-Kämpfen. Wirklich intelligente Handlungen werden wir
leider nur selten sehen. Etwas besser verhalten sich die Schiffe auf dem
Meer. Hier werden wir so manche überraschende Aktion sehen. Der
Schwierigkeitsgrad selber ist recht fair. Das liegt vor allem daran, dass
wir diesen frei einstellen können. Somit wird jeder Spieler eine passende
Herausforderung finden. Wie gut bzw. hilfreich das Handbuch ist, konnten wir
leider nicht testen. Der Hersteller hat uns leider keines mitgeschickt. Man
kann nur hoffen, dass die vielen Möglichkeiten im Spiel ausgiebig
beschrieben werden.
Fazit:
Age of Pirates: Caribbean Tales hätte ein wirklich tolles Spiel werden
können. Das actionreiche Game beinhaltet eigentlich alles, was man von so
einem Piratenspiel erwartet. Wir dürfen uns frei durch eine große Welt
bewegen, Städte zu Fuß erkunden, das Meer mit diversen Schiffen unsicher
machen, mit Leuten kommunizieren und uns ausgiebig um unsere Flotte und
Spielfigur kümmern. Allerdings
scheitert der ganz große Spielspaß an der Technik. Vor allem mit der
komplizierten Steuerung wird man sich nur schwer arrangieren können.
Grundlegend muss man zu dieser leider sagen, dass sie nicht einfach zu
erlernen ist. Man braucht schon einiges an Zeit, bis man die Eigenheiten
kennt. Ist man dann hinter das System gestiegen, so kann man
zumindest alle Aktionen - zu Land aber auch auf Wasser - sicher ausführen.
Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack. Nett wäre auch eine bessere Story und Präsentation gewesen.
Da die Geschichte aber kaum binden kann, bleibt nur das erledigen der vielen
Nebenaufgaben. Auch wenn man grundlegend immer wieder das gleiche macht,
können die Aufgaben über Stunden gut unterhalten. Schließlich will man immer
stärker und mächtiger werden. Hinzu kommen dann noch die interessanten
Seeschlachten. Diese machen dank vielen taktischen Möglichkeiten sehr viel
Spaß. Fasst man nun alles zusammen, so kann man das Spiel wohl nur
eisenharten Piratenanwärtern zum Kauf empfehlen. Es gibt leider so einige
Kritikpunkte, die den Spielspaß verderben. Wer mit einer dürftigen Steuerung
und einer mageren Story leben kann, der darf trotzdem zuschlagen.
Features:
- Der Spieler kann das Leben eines Piraten leben, seine Fähigkeiten
verbessern, gegen gefährliche Gegner kämpfen und dabei Schätze und Ruhm
ernten.
- Gewaltige Seeschlachten mit 16 verschiedenen Segelschiffen und vielen
Verbesserungsmöglichkeiten.
- Mit einer Staffel von bis zu vier Schiffen kann der Spieler ruhmreich
gegnerische Schiffe kapern.
- Uneingeschränkte Handlungsfreiheit - allerdings haben manche Taten auch
Konsequenzen.
- Der Spieler muss den unterschiedlichsten Wetterbedingungen trotzen und bei
Tag und Nacht gegen verheerende Stürme kämpfen.
- Kolonien müssen erobert und verwaltet, Gebäude errichtet und die
Verteidigung verbessert werden.
- Mehrspieler-Kämpfe mit bis zu 16 Gegnern in vier Mehrspielermodi:
Deathmatch, Team Deathmatch, Defend the Convoy und Capture the Fort.