Playlogic Entertainment Inc. bringt mit Age
of Pirates 2: City of Abandoned Ships ein neues Free-Roaming-RPG auf den
deutschen Markt. Dabei handelt es sich um den Nachfolger des 2006 erschienen
Age of Pirates: Caribbean Tales. Das Spiel ist eine Mischung aus Adventure,
Rollenspiel und Handelssimulation. Wie nicht anders zu erwarten war, werden
wir dabei die Karibik unsicher machen. Wir konnten uns die fertige
PC-Version in den letzten Tagen ausgiebig ansehen. Ob sich das Spiel nicht
nur für angehende Piraten lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.
Zum Spiel:
In Age of Pirates 2: City of Abandoned Ships gilt es, zum meist gefürchteten
Seeräuber oder zum edelsten Seemann der Sieben Weltmeere aufzusteigen. In
karibischen See- und Landszenarien rund um schaurigschöne Traumdestinationen
wie Jamaika, Belize oder Kuba bestimmen wir selber, ob wir als rastalockiger
Rabauke oder schneidiger Kapitän unsere Arbeit bestreiten möchten. Bevor wir
zu sehr ins Detail gehen, wollen wir allerdings erst einmal ganz von vorne
anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint nach
einem kleinen Intro das Hauptmenü. Hier kann man zum einen unter Optionen
alle spielrelevanten Einstellungen vornehmen, einen bestehenden Spielstand
laden oder ein neues Abenteuer beginnen. Nachdem wir letzteres getan haben,
müssen wir einen Helden kreieren. Dazu suchen wir uns eine Figur aus,
bestimmen den Heldentyp (also ob Ihr als Freibeuters, Kaufmannes oder
Abenteurer spielen wollt) und suchen uns ein Heimatland aus. Hiermit legen
wir so einiges für das spätere Spiel fest. Sind wir zum Beispiel Engländer,
so sollten wir z.B. später spanische Schiffe meiden, da wir uns im Krieg mit
dieser Nation befinden. Das war noch nicht alles. Daneben geben wir unseren
Helden einen Namen, wählen einen Schwierigkeitsgrad aus und legen diverse
Spieleinstellungen fest. Nachdem wir dann die Heldenparameter angepasst
haben, kann das Abenteuer endlich beginnen. Da wir uns am Anfang befinden,
sollten Eure Erwartungen zu Beginn recht klein ausfallen. Schließlich haben
wir nicht nur ein niedriges Charakterlevel, sondern auch ein eher
unscheinbares und nicht gerade schlagkräftiges Schiff. Wenn wir später durch
erfolgreiche Aktionen aufsteigen, werden wir auch größere Schiffe besteigen.
Diese sind dann nicht nur schlagkräftiger, sondern sie können auch viel mehr
Ladung transportieren wie eine kleine Kogge. Insgesamt gibt es sehr viele
Schiffe, die sich allesamt unterscheiden. Dabei gilt, je mehr man mit einem
Schiff transportieren kann, desto weniger ist es geeignet für Seeschlachten.
Daher setzten wir gerade zu Beginn auf mittelgroße Schiffe die wendig und
schnell sind. Hiermit kann man auch mal einem Kampf aus dem Wege gehen.
Gerade die Spieler, die nicht als Pirat die Weltmeere unsicher machen
wollen, sollten Auseinandersetzungen lieber aus dem Wege gehen. So kann man
dank eines gut funktionierenden Wirtschaftssystems schnell üppige Vermögen
anhäufen. Dazu kaufen wir Rohstoffe oder andere Waren und verticken diese an
Orten, wo man viel Geld dafür gibt.
Da das Meer aber vor feindlichen Schiffen nur so wimmelt, werden wir früher
oder später in eine Seeschlacht verwickelt. Jetzt greifen wir auf unsere
Bewaffnung mit den unterschiedlichen Munitionsarten zurück. So kann man die
gegnerische Mannschaft reduzieren, das feindliche Schaff beschädigen und es
manövrierunfähig machen. Dabei muss nicht nur ständig das gegnerische
Schiff beobachtet werden, sondern auch die Wetterbedingungen bzw. die
Windrichtung. Mit einem falschen Manöver kann man schnell ins Hintertreffen
geraden und eine schon gewonnene Schlacht verlieren. Manövrieren wir dagegen
geschickt und setzten unsere Waffen gekonnt ein, so wird der Feind kaum eine
Chance haben. Ist ein Schiff dann massiv beschädigt, beginnt die Enterung.
Jetzt steuern wir nicht mehr das Schiff, sondern unsere Spielfigur. In einem
Zwei- oder Mehrkampf wird nun Mann gegen Mann gekämpft. Haben wir unsere
Gegenspieler erledigt, gibt die gegnerische Mannschaft auf und wir haben den
Kampf gewonnen. Nun dürfen wir über ihr Schicksal entscheiden. So kann man
sich u.a. ein weiteres Schiff für seine Flotte besorgen und sein Warenlager
auffüllen. Ist man später zu einem mächtigen Seebären aufgestiegen, so darf
man sich auch mal an einer Stadt versuchen. Das Spiel findet allerdings
nicht nur auf dem Meer statt. An Land kann sich der Spieler in diverse
Städte begeben, diese erkunden oder einsame Landstriche erforschen.
Schließlich gibt es hier hin und wieder Höhlen und Grotten. In den
Ortschaften findet man auch wichtige Orte wie die Kneipe, wo Seeleute nur
darauf warten von uns angeheuert zu werden. Engagierte Offiziere können dann
zu Kapitänen aufsteigen und eigene Schiffe befehligen. Daneben kann man noch
etwas zur Gerüchteküche beitragen und Aufträge annehmen. Hinzu kommen Orte
wie das Rathaus, Hurenhaus, Kirche, Hafenbehörde, Festung und Gefängnis.
Nachdem man dann sein Schiff mit Waren bzw. Munition aufgefüllt und nötige
Reparaturen durchgeführt hat, darf die Fahrt auf dem Meer weitergehen. Das
Aufnehmen von Proviant ist übrigens sehr wichtig, denn ist davon nicht genug
vorhanden, meutert die Mannschaft. Wer genug vom Erkunden, Kämpfen und
Handeln hat, der darf sich auch in diversen Minispielen auslassen. Mit Black
Jack oder anderen Glücksspielen kann man recht einfach seinen Geldbeutel
füllen. Habt Ihr dann ausreichend Knete eingesammelt, seid Ihr fähig das
Geld zu verleihen. Wahlweise sollte man sich überlegen, das Geld in neue und
noch bessere Schiffe zu investieren. Schließlich ist eine starke Flotte der
Schlüssel zum Erfolg. So erkunden wir nun die riesige Spielwelt, nehmen
Aufträge an, handeln mit Waren, kämpfen auf hoher See mit unseren Schiffen
und im Nahkampf gegen unsere Widersacher, bauen unseren Charakter und die
eigene Flotte immer weiter auf um der Herrscher der Meere zu werden.
Technik:
Grafisch haut einen das Spiel leider nicht vom Hocker. Detailarme und sich
ständig wiederholende Umgebungen sind leider genauso vorhanden, wie
matschige Texturen. Nicht viel besser sehen die Charaktere aus, die sich
dann noch sehr steif bewegen. Etwas besser kommen die Schiffe rüber und das
Meer sieht auch ganz ordentlich aus. Ein wenig wird unser Auge auch durch
Wettereffekte und kleineren Lichtspielereien erfreut. Insgesamt ist das aber
zu wenig für die heutige Zeit. Der Sound schneidet zum Glück ein wenig
besser ab. Man gönnt uns diverse Ingamegeräusche und eine stimmungsvolle
Musik. Hinzu kommen englische Sprecher die ihre Arbeit ganz gut machen. Wer
der Sprache nicht mächtig ist, darf übrigens alles über deutsche Texte
nachlesen. Die Steuerung bereitet dann ebenfalls so einige Probleme. Die
Schiffe sind etwas träge, was man aber aus Realitätsgründen verschmerzen
kann. Nervig sind allerdings die Kämpfe mit unserem Charakter. Viel zu
störrisch nimmt unsere Figur die Befehle an und die Mann-gegen-Mann-Kämpfe
machen wegen der nicht vorhandenen Aktionsvielfalt nur minimal Spaß.
Zumindest mit den Menüs kommt man schnell klar. Der Schwierigkeitsgrad ist
recht ausgewogen. Da man diesen in vielen Stufen frei einstellen kann, wird
jeder Gamer eine passende Herausforderung finden. Fasst man nun alles
zusammen, so gibt es doch einige Punkte die bei der Technik stören.
Fazit:
Das Spiel Age of Pirates 2: City of Abandoned Ships wird die Gamergemeinde
spalten. Die einen werden die mittelmäßige Technik verfluchen. Hier hätte
man einiges besser machen können. Eine schickere Grafik wäre genauso
wünschenswert gewesen, wie eine bessere Steuerung. Die anderen werden den
enormen Tiefgang und die unzähligen spielerischen Möglichkeiten lieben. Ihr
könnt das Spiel wirklich ganz nach Euren Vorstellungen durchspielen. Da man
dann noch das Abenteuer bei wiederholtem durchspielen komplett anders
angehen kann, wird man das Spiel wohl öfters aus dem Schrank holen. Hunderte
Spielstunden sind somit garantiert. Wer also Piraten genauso mag wie nette
Handelssimulationen, der wird mit dem Spiel viel Zeit verbringen. Allerdings
müsst ihr mit einer eher dürftigen Grafik und anderen kleineren technischen
Probleme leben. Sind Eure Erwartungen also nicht zu hoch, so könnt Ihr bei
Age of Pirates 2: City of Abandoned Ships zuschlagen.
Features:
- Erkunde die Karibik und segle von Cuba, über Jamaica bis Belize und
Bermuda
- Kämpfe auf dem Meer, entere und zerstöre gegnerische Schiffe und schwinge
den Säbel an Land
- Wähle einen von 3 Charakteren aus 3 verschiedenen Klassen und erlebe
unterschiedliche Storylines
- 4 Hauptkampagnen mit über 40 Quests
- Triff historische Persönlichkeiten, wie z.B. Jamaicas Gouverneure Thomas
Lynch und Thomas Modyford