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Einleitung:
Das Genre der
Adventurespiele fristet auf der Wii eher ein Schattendasein. Vor allem
Krimiadventures gibt es auf Nintendos aktueller Konsole recht wenige.
Möchtegerndetektive könnten sich nun auf eine PC-Umsetzung stürzen. Es
handelt sich dabei um das The Adventure Company-Game Agatha Christie: Und
dann gabs keines mehr. Dieses kam ursprünglich vor gut zwei Jahren auf den
deutschen Markt. Wir konnten die fertige Wii-Version jetzt ausgiebig testen.
Ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr in unserem Review.
Zum Spiel:
Das klassische Point & Click-Adventure kommt natürlich nicht ohne eine
anständige Story aus. Zehn Personen, jede mit einem dunklen Geheimnis
behaftet, folgen der Einladung eines ominösen Gastgebers. Auf einem einsamen
Anwesen auf Shipwreck Island warten die Gäste auf den Hausherren - der sich
allerdings nicht preisgibt. Stattdessen bezichtigt der Unbekannte via
Tonband jeden eines Mordes. Von der Außenwelt komplett abgeschnitten, setzen
sich die Geladenen zwangsläufig mit der Vergangenheit der anderen und ihrer
eigenen Geschichte auseinander. Nach und nach offenbaren die Gäste ihre
dunkelsten Geheimnisse. Nach und nach enthüllen sich wohl gehütete
Beziehungsgeflechte … und nach und nach stirbt ein Gast. Bis auf wenige
Ausnahmen hält sich die Umsetzung eng an die Buchvorlage. Der erste
Unterschied betrifft uns, denn wir schlüpfen in dem Spiel in die Rolle des
Bootsmanns Mr. Narracott, der die zehn Gäste zur Insel bringt. Da auch wir
in die Falle tappen und eine Rückreise unmöglich ist, versuchen wir im
Wettlauf mit der Zeit, das Motiv hinter den mysteriösen Morden aufzudecken
und Leben zu retten. Nachdem Ihr das Spiel in die Konsole eingelegt habt,
folgt das obligatorische Hauptmenü, indem wir neben einen bestehenden
Spielstand laden auch ein neues Game aktivieren können. Hinzu kommen die
Optionen. Hier darf man alle spielrelevanten Einstellungen wie Grafik, Sound
und die Steuerung anpassen. Nachdem Ihr ein neues Spiel gestartet habt,
folgt ein einführender Film. Dieser leitet das Spiel passend ein und so
startet man hoch motiviert in das Abenteuer. Die Steuerung funktioniert
erfreulich einfach. Im Mittelpunkt steht der genretypische Cursor. Mit dem A
oder B-Knopf werden die einzelnen Aktionen ausgeführt. Der Cursor selber
ändert jeweils die Form, wenn eine entsprechende Handlung an einem Ort
möglich ist. Erscheint z.B. ein Mund, so kann man mit einer anderen Person
Gespräche führen. Es werden nun zum Teil unterschiedliche Themen angeboten,
aus denen der Spieler frei einen Satz aussuchen darf. Hierdurch bekommt man
das Gefühl, die Dialoge maßgeblich zu beeinflussen. Daneben kann unser Held
noch durch die gerenderten Hintergründe gehen, durch ein Schlüsselloch
sehen, Gespräche belauschen, Gegenstände näher betrachten, Treppen benutzen
oder Türen öffnen. In einem Abschnitt angekommen, beginnt die
adventuretypische Suche nach wichtigen Orten bzw. Objekten. Finden wir einen
Gegenstand, so können wir diesen nicht nur betrachten, sondern auch in unser
Inventar verstauen. Dort muss man diesen dann entweder mit anderen
Gegenständen kombinieren oder an dem dafür vorgesehenen Ort benutzen.
Während unseren Ermittlungen sammelt der Spieler auch viele Bücher,
Zeitungsausschnitte und Briefe. Darin enthaltene Infos werden automatisch in
unserem Notizenmenü gespeichert. Dort darf man also alles in Ruhe noch
einmal nachlesen. Neben der Suche nach wichtigen Dingen und unzähligen
Gesprächen, muss der Spieler immer wieder diverse Rätsel und Aufgaben
bewältigen. Diese werden mit Hilfe der Wii-Fernbedienung gelöst. So leeren
wir mal einen Sack Mehl mit einer Schaufel oder knacken später einen Safe.
Ihr seht schon, dass alle genretypischen Inhalte vorhanden sind. So erkunden
wir nun die unterschiedlichen Umgebungen, suchen diese nach wichtigen
Gegenständen und Orten ab, sammeln neben Informationen auch nützliche
Objekte, kombinieren diese gegebenenfalls, benutzen die Teile an den
richtigen Stellen, lösen kleinere Rätsel, führen viele Gespräche und folgen
der recht spannenden Story. Diese hat übrigens nicht nur überraschende
Wendungen, sondern auch alternative Enden. Ein erneutes durchspielen lohnt
sich also.
Technik:
Die grafische Seite ist ganz nett, auch wenn diese einen nicht vom Hocker
haut. Wir agieren zum einen in detailreichen Hintergründen, in denen es
immer wieder etwas zu entdecken gibt. Zahllose Objekte wurden eingebaut, die
zu ausgiebigen Erkundungstouren einladen. Daneben werden wir noch viele
ansprechend modellierte Figuren erblicken. Diese bewegen sich allerdings
etwas steif durch die Bilder. Genauso mager fallen die Gesichtsanimationen
aus. Hier hätte man einiges besser machen können. Ein wenig werden wir
allerdings durch nette Effekte wie Licht- und Schattenspiele entschädigt. Um
einiges besser hat uns der Sound gefallen. Vor allem die Sprecher können
voll überzeugen. Die Stimmen passen gut zu den Charakteren und so folgt man
den Gesprächen sehr gerne. Etwas nervig ist nur, dass wir oftmals die
gleichen Sätze zu hören bekommen. Vor allem bei den Klickorgien nervt das
mit der Zeit. Dennoch lauschen wir öfters auch witzigen Sprüchen, die ein
wenig das Geschehen auflockern. Eine stimmungsvolle Musik ist dann ebenfalls
vorhanden. Diese passt gut zum Spiel. Hin und wieder werden außerdem diverse
Umgebungsgeräusche eingespielt. Insgesamt wird also ein nettes Ambiente
erschaffen. Mit der Steuerung kann man voll zufrieden sein. Die Lenkung
klappt auf der Wii erfreulich gut und so kann man sehr schnell in das
Spielgeschehen einsteigen. Dank unterschiedlicher Cursorsymbole erkennt der
Spieler direkt, was er aktuell machen muss und so kommen kaum Fragen auf.
Hinzu kommen selbsterklärende Menüs und ein aufgeräumtes Inventar. Wer also
so ein Spiel schon einmal gespielt hat, wird sofort mit dem Game klar
kommen. Fasst man nun alles zusammen, so kann man mit der Technik durchaus
zufrieden sein.
Fazit:
Agatha Christie: Und dann gabs keines mehr ist ein nettes Point &
Click-Adventurespiel. Eine spannende Story
ist genauso vorhanden, wie viele Gespräche und gute Charaktere. Allerdings
braucht das Spiel eine gewisse Zeit um erst einmal in Schwung zu kommen. Wer
den etwas trägen Anfang überstanden hat, der wird kaum noch vom Bildschirm
los kommen. Schließlich will man wissen, wie die Geschichte ausgeht. Genrefans können sich außerdem
auf viele logische Rätsel freuen. Diese sind allerdings nicht sonderlich
schwer ausgefallen. Wer den Informationen folgt und den Gesprächen gut zu
hört, wird schnell auf die Lösung kommen. Daneben werdet Ihr noch viel Zeit mit der obligatorischen Suche nach Objekten verbringt. Mögt
Ihr also die Krimis von Agatha Christie, so könnt Ihr - dank der guten Story
- ohne Bedenken bei diesem Game zuschlagen. Vor allem, da sowieso kaum
Alternativen auf Nintendos aktueller Konsole angeboten werden. Ihr braucht
Euch noch nicht einmal zu sorgen, wenn ihr die Geschichte schon kennt. Der
Hersteller hat genügend überraschende Wendungen und unterschiedliche Enden
für diese Spieler eingebaut. Wer aktuell ein nettes Krimiadventure
spielen möchte und mit kleineren technischen und spielerischen Macken leben
kann, der darf gerne zum nächsten Händler eilen. Uns hat Agatha Christie:
Und dann gabs keines mehr ganz gut gefallen und daher können wir einen Kauf
befürworten.
Features:
- Nutzen sie die einzigartige Steuerung des Wii um z.B. Schlösser zu
knacken, Zündholzer anzuzünden und um Cocktails zu mixen.
- Lernen sie 10 Charaktere kennen, die sich von ihrer dunkelsten Seite
zeigen
- Neue, überraschende Wendungen sowie alternative Enden, die sie selbst
bestimmen
- Eine Gesamtspielzeit von mehr als 20 Stunden, die sie an ihren Bildschirm
fesseln werden
- Sammeln sie Hinweise um ihre Ermittlungen voranzutreiben und die Rätsel
des Mörders zu lösen
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