|
Einleitung:
Mit dem Spiel "Agatha Christie: Und dann
gabs keines mehr" startet The Adventure Company eine neue
Krimi-Reihe. Bei dem Game handelt es sich um ein klassisches Point &
Click-Adventure. Das Spiel lehnt sich übrigens eng an den
erfolgreichen Roman der legendären Krimi-Autorin Agatha Christie an.
Wir konnten die fertige PC-Version jetzt ausgiebig testen. Ob sich
das Spiel nicht nur für Agatha Christie-Fans lohnt, erfahrt Ihr in
unserem Review.
Zum Spiel:
Eine spannende Geschichte ist meistens die Grundlage für ein gutes
Point & Click-Adventure. Natürlich ist auch bei Agatha Christie: Und
dann gabs keines mehr eine Story vorhanden. Zehn Personen, jede mit
einem dunklen Geheimnis behaftet, folgen der Einladung eines
ominösen Gastgebers. Auf einem einsamen Anwesen auf Shipwreck Island
warten die Gäste auf den Hausherren - der sich allerdings nicht
preis gibt. Stattdessen bezichtigt der Unbekannte via Tonband jeden
eines Mordes. Von der Außenwelt komplett abgeschnitten, setzen sich
die Geladenen zwangsläufig mit der Vergangenheit der anderen und
ihrer eigenen Geschichte auseinander. Nach und nach offenbaren die
Gäste ihre dunkelsten Geheimnisse. Nach und nach enthüllen sich wohl
gehütete Beziehungsgeflechte … Und nach und nach stirbt ein Gast.
Bis auf wenige Ausnahmen hält sich die Umsetzung eng an die
Buchvorlage. Der erste Unterschied betrifft uns, denn wir schlüpfen
in dem Spiel in die Rolle des Bootsmanns Mr. Narracott, der die zehn
Gäste zur Insel bringt. Da auch wir in die Falle tappen und eine
Rückreise unmöglich ist, versuchen wir im Wettlauf mit der Zeit, das
Motiv hinter den mysteriösen Morden aufzudecken und Leben zu retten.
Wir starten nach einem einführenden Intro direkt in das Spiel. Ein
Tutorial ist nicht vorhanden. Allerdings sind die Steuerung und die
Menüs selbsterklärend und so wird eine Einführung nicht benötigt.
Der Spieler agiert nun mit seinem 3D-Charaktermodell in diversen
Räumen. Diese bestehen aus Render-Hintergrundgrafiken. Mit einem
linken Mausklick lenken wir nun unsere Spielfigur über den
Bildschirm. Drücken wir doppelt, so legt unser Held einen kleinen
Sprint ein, bis der Bildschirmrand erreicht ist und das nächste
Hintergrundbild geladen wird. Mit dem Cursor suchen wir genretypisch
den Bildschirm nach nützlichen Objekten, Hinweisen oder Rätseln ab.
Je nach Situation ändert sich unser Cursor. Hierdurch weiß der
Spieler sofort, was an einer bestimmten Stelle zu tun ist. So nehmen
wir Objekte in unser Inventar auf, sehen uns Gegenstände an oder
reden mit den vorhandenen Personen. Kommt es zu einem Gespräch
werden uns unterschiedliche Antworten bzw. Fragen angeboten. Aus
mehreren Möglichkeiten suchen wir uns einen passenden Satz aus und
der Dialog geht weiter. Hier erfahren wir viel über die einzelnen
Personen und die Story. Außerdem geben die Gesprächspartner nette Hinweise, die uns
oftmals weiterhelfen. Der Hersteller hat bei der Lokalisierung ganze
Arbeit geleistet, denn zwölf professionelle Synchronsprecher hauchen
den Charakteren Leben ein. So werden wir u.a. den Synchronstimmen
von John Cusack und Anthony Perkins zu hören bekommen. Da
erstklassige Sprecher vorhanden sind, führt man die vielen Gespräche
sehr gerne. Die Story wird auch durch Dokumente vorangetrieben, die
wir in dem Spiel finden. Nachdem wir die einzelnen Schriftstücke im
Inventar angeklickt haben, können wir deren Inhalt in unserer Ablage
nachlesen. Daneben gibt es aber auch noch andere Dinge zu tun. So
sollen wir z.B. Sachen reparieren, diverse Botengänge absolvieren
und viele kleine Rätsel lösen. Hier kommt wieder unser Inventar zum
Einsatz, dass alle aufgesammelten Objekte beinhaltet. Die
Gegenstände kann der Spieler nun direkt an den dafür vorgesehenen
Orten einsetzen oder gegebenenfalls mit anderen Objekten
kombinieren. Dieses geschieht sehr einfach über ein Icon. Zum Teil
kann man die kombinierten Gegenstände auch wieder auseinanderbauen.
So agieren wir nun in dem Spiel, untersuchen alles Mögliche, lösen
Rätsel, führen viele Gespräche und lüften mit der Zeit das Geheimnis.
Ein nettes Feature hat der Hersteller dann auch noch eingebaut, denn es
gibt verschiedene Enden. Hierdurch ist der Wiederspielwert sehr
hoch.
Technik:
Grafisch sieht das Spiel ganz nett aus. Die Hintergründe wurden
genauso detailliert gestaltet wie die Figuren. Allerdings bewegen
sich diese etwas zu steif durch die Räume. Hinzu kommen etwas
dürftige Gesichtsanimationen. Grundsätzlich kann man damit aber gut
leben. Entschädigt werden wir durch ansprechende Räume und
Umgebungen, die zum herumstöbern einladen. Vor allem weil sehr viele
Objekte vorhanden sind, wird man gerne nach brauchbaren Gegenständen
oder Rätseln Ausschau halten. Etwas besser hätten eigentlich nur die
Videos ausfallen können. Hier wurde viel zu stark komprimiert und so
können diese mit der ansprechenden Spielegrafik nicht mithalten. Natürlich
werden wir auch kleine Spiegelungs- sowie gute Licht und
Schatteneffekte zu sehen bekommen. Wirklich toll sind die Stimmen.
Der Hersteller konnte tolle Synchronsprecher engagieren. Diese passen
dann auch noch zu den unterschiedlichen Charakteren, so dass diese
authentisch rüber kommen. Etwas störend ist eigentlich nur, dass wir
bei unseren Klickorgien immer wieder die gleichen Sprüche hören.
Hier wäre ein wenig Abwechslung nicht verkehrt gewesen. Zumindest
lässt unsere Spielfigur hin und wieder lustige Kommentare ab, die
das Spielgeschehen immer wieder auflockern. Besser wäre dann auch
noch gewesen, wenn wir angefangene Gespräche weggeklickt könnten.
Schaut man sich z.B. ein Objekt noch einmal an, so muss man sich den
kompletten Kommentar bis zum Ende anhören. Das nervt mit der Zeit
ganz gewaltig. Daneben werden wir einer stimmungsvollen Musik
lauschen dürfen. Diese passt ideal zur spannenden Story. An
Soundeffekte hat man natürlich auch gedacht. Diese werden immer
passend eingespielt. Mit der Steuerung kommt man sehr schnell klar.
Ein passendes Symbol beim Cursor lässt uns sofort erkennen, welche
Aktion an einem Gegenstand ausgeführt wird. Selbst die Menüs und
unser Inventar sind so einfach aufgebaut, dass alles selbsterklärend
ist. Habt Ihr schon mal ein Point & Click-Adventure gespielt, so
werdet ihr Euch sofort in dem Spiel zurecht finden. Allerdings gibt
es auch hier einen kleinen Kritikpunkt. Es nervt gewaltig, dass wir
erst dann wieder eingreifen dürfen, wenn eine Animation beendet
wurde. Vorher kann der Spieler kein anderes Objekt anklicken. Noch
nicht einmal das absuchen der Umgebung wird uns erlaubt. Erst wenn
keine Aktion mehr ausgeführt wird, ändert sich der Cursor und der
Spieler kann in das Spiel wieder eingreifen. Ansonsten ist die
Steuerung aber so, wie man es in einem guten Point&Click-Adventure
erwartet. Fasst man nun alles zusammen, so kann man mit der Technik
- trotz kleinerer Kritikpunkte - durchaus zufrieden sein.
Fazit:
Das Spiel braucht eine gewisse Zeit um seine Vorzüge auszuspielen.
Das liegt vor allem an dem trägen Beginn. Wir müssen am Anfang erst
einmal alles absuchen und erforschen, bevor die Story langsam ins
Rollen kommt. Ist die eigentliche Geschichte dann so richtig
gestartet, wird das Spiel auch interessanter. Nun rennen wir nicht
mehr grundlos durch die diversen Umgebungen. Dank der vielen
Gespräche wird man sehr gut in das Spiel eingebunden und auch
passende Rätsel sorgen dafür, dass wir immer etwas anderes zu tun
bekommen. Hinzu kommt, dass die Aufgaben sehr logisch sind. Dank
guter Hinweise wird man schnell auf die Lösung kommen. Selbst wenn
man die ursprüngliche Story schon kennt, wird man das Spiel gut
spielen können. Der Hersteller hat unterschiedliche Enden eingebaut
und so werden selbst Agatha Christie-Fans genügend überraschende Ereignisse
erleben. Es gibt zwar ein paar Punkte - bei der Technik - die
stören, aber diese beeinträchtigen nur gering das Gameplay. Wer also
schon immer einmal einen spannenden Agatha Christie-Fall auf dem PC
lösen wollte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Allerdings solltet Ihr
interaktive Kriminalfilmspiele mögen, denn das Spiel lebt ganz klar
von der umfangreichen Story. Diese wird immer wieder durch lange Sequenzen
vorangetrieben. Wir greifen eigentlich hauptsächlich ein um das
Puzzle zusammenzufügen. Da aber ein sehr gutes Ambiente geschaffen
wurde, nimmt man dieses gerne in Kauf. Grundsätzlich hat uns das Spiel
gut gefallen und daher können wir Agatha Christie: Und dann gabs
keines mehr jedem Adventurefan ans Herz legen.
Features
- Das erste PC Spiel, welches auf den Meisterwerken der bekanntesten
Krimiautorin weltweit basiert: Agatha Christie
- Detaillierte und liebevoll gezeichnete Umgebungen versetzen Sie
mitten in das spannende Geschehen
- Ein herausfordernder Krimi, der Ihnen all Ihre Vorstellungskraft
und logisches Denkvermögen abfordert
- Überraschende Wendungen und alternative Enden
- Deutsche Version mit professionellen Stimmen aus Kino und TV
|